"Einer für Alle & Alle für Einen"

Hinweis:

Um die einzelnen Abschnitte zu lesen genügt es, einfach auf die fettgeschriebene Überschrift (z.B. "Kapitel 1") zu klicken!

Vorwort

Folgende Geschichte ist an alle CHiPs-Fans gerichtet, im Besonderen aber an die Kernmitglieder unseres CHiPs-Forums, welche auch als Protagonisten in der Story eine wichtige Rolle spielen. So wirken neben meiner Person auch Chipslette, Mia, Nadine, Knight Rider und J.J.Baker mit.

Ich habe versucht die Charaktereigenschaften jedes einzelnen in die Handlung mit einzubauen. Aufgrund mangelnder Informationen und Kenntnisse über alle Forum-Mitglieder ist mir das nur begrenzt gelungen. Daher ist ein großer Teil der Dialoge reine Fiktion und sollte nicht zu ernst genommen werden.

Noch zu erwähnen wäre, dass die Story nicht in Fließtext geschrieben wurde. Sie ähnelt eher dem Aufbau eines Drehbuchs. Die Handlung ist in verschiedene Szenen aufgeteilt, die durch Kapitel angegeben sind.

Der Übersicht halber habe ich allen Akteuren eine bestimmte Farbe zugewiesen:
Chipslette Mia Nadine Knight Rider J.J. Baker PoJo

Die in Grau gehaltenen Passagen sind wichtige Zusatzinformationen, die einem besseren Leseverständnis dienen sollen.

Zu unterscheiden sind noch folgende Schriftarten:
Wenn PoJo spricht, wird das durch normale Schrift angezeigt.

Bsp.:
PoJo: Aber was ist …

Wenn PoJo denkt, wird das durch kursive Schriftangezeigt.

Bsp.:
PoJo: Aber was ist ...

Ich hoffe, euch nicht zu sehr verwirrt zu haben.

Viel Spaß beim Lesen, wünscht PoJo.

Kapitel 1

Januar 2011: Die treusten CHiPs –Fans sind online und schreiben im Forum

Chipslette: Hey, Nadine! Ich hab heute im Internet ein neues Bild von Bruce entdeckt, da sieht man ihn mit einer vollbusigen Blondine im Arm.

Nadine: Waaaaaaaaaaaaaaaas !!! Das glaub ich nicht! Das Bild musst du mir erstmal zeigen.

Chipslette:  Kein Problem, ich mails dir gleich mal rüber … aber bitte keinen Schreikrampf kriegen, ja?!

Mia: Ich will euch ja den Spaß nicht verderben, aber bitte führt eure Diskussion unter Off-Topic fort. Sämtliche Threads werden hier zweckentfremdet!

Knight Rider: Genau! Im Namen des Gesetzes, weiße ich die Damen höflichst darauf hin, dass die Forum-Regeln zu beachten sind!

Nadine: Ach, halt dich da raus, Knight Rider! Das ist eine Sache unter Mädels, klar!

Knight Rider: Wenn sich 2 streiten, freut sich der Dritte!

J.J. Baker: Oder die vierte! Nee, Quatsch. Bin eben erst dazugekommen, wer streitet hier mit wem?

Chipslette: Hi, JayJay! Ach vergiss es, war nix wichtiges! Nur das übliche eben. Aber bevor uns Mia noch des Forums verweist, wechseln wir mal lieber alle zu Off-Topic. Also, bis gleich…

Alle Forum-Mitglieder treffen sich unter Off-Topic wieder

Chipslette: Hey, alle wieder da?

Nadine: <Klaro!

J.J. Baker: Aber ja doch!

Knight Rider: Jepp!

Mia: So ist‘s fein, jetzt könnt ihr eure Diskussion nach Belieben fortführen …

Chipslette: Werden wir tun, danke. Mensch, jetzt fehlt nur noch PoJo, dann wären wir mal alle zur selben Zeit online.

Nadine: Stimmt, das kommt nicht oft vor.

Knight Rider: Also um genau zu sein, ist das noch nie vorgekommen.

Nadine: Ja ja, musst ja nicht jedes Wort auf die Goldwaage legen, du Schlauberger!

Chipslette: Ist ja gut jetzt.

J.J. Baker: Wenn man vom Teufel spricht! Seht mal unten; PoJo hat sich gerade eingeloggt.

Nadine: @ Knight Rider: Zunge raus

PoJo: Hi, Leute.

Chipslette: Wir hatten gerade über dich geredet. Schau mal, jetzt sind alle stetigen Forummitglieder gleichzeitig hier! Toll, oder!

PoJo: Mmh, toll …

Knight Rider: Oh oh, Nachtigall ich hör dich trapsen.

Mia: Hey, PoJo, alles klar mit dir?

PoJo: Ja, eigentlich schon. Bin nur bisschen abgelenkt, war nicht ganz einfach der Tag heut.

J.J. Baker: Wieso, bist wohl mit dem falschen Fuß aufgestanden, oder was?

PoJo: Nicht so ganz.

Nadine: Jetzt erzähl schon!

Chipslette: Ja, jetzt hast du uns alle neugierig gemacht.

PoJo: Also, als ich heut von der Uni kam, ist mir auf dem Weg nach Hause so ein Typ aufgefallen. Der lag in einem Hinterhof und war irgendwie nicht ganz bei sich. Ich hab ihn daraufhin angesprochen, aber er reagierte gar nicht. Erst dachte ich, es wäre ein Betrunkener, aber als ich dann genauer hinsah, merkte ich, dass sein ganzes T-Shirt blutverschmiert war. Ich hab sofort die Rettung alarmiert und ihn in die stabile Seitenlage gebracht (naja, wenn man das so nennen kann, was ich da vor 5 Jahren in der Fahrschule mal gelernt habe).

Mia: Da hast du aber gut reagiert, sowas erlebt man wirklich nicht alle Tage …

Knight Rider: Hört sich nach einer Gewalttat an, hat die Polizei noch irgendwas darüber verlauten lassen.

PoJo: Nee, die Polizei nicht. Aber vorhin bekam ich einen Anruf. Ein Fremder war am Apparat und stellte sich als Vater des verletzten jungen Mannes vor. Er sagte, dass sein Sohn überfallen worden ist und niedergestochen wurde. Wenn ich ihn nicht so schnell gefunden hätte, wäre er wahrscheinlich verblutet.

Nadine:

Dann hast du ihm also das Leben gerettet, PoJo.

J.J. Baker: Ja, da kannst du stolz drauf sein.

PoJo: Natürlich freu ich mich, dass ich helfen konnte, aber war halt bisschen viel heut.

Chipslette: Denk doch mal an Ponch oder Jon, die hatten damit täglich zu tun. Stell dir einfach vor, du wärst ein CHP-Officer und hast einfach nur deinen Job gemacht. Verdammt gut, versteht sich.

PoJo: Da erinnerst du mich an was. Total lächerlich eigentlich. Ach was, … vergesst’s.

Mia: Was sollen wir vergessen? Bis jetzt hast du ja noch nix gesagt.

Nadine: Na jetzt kannst du uns den Rest auch noch erzählen.

PoJo: Wenn ihr es unbedingt wissen wollt, dann bitte. Jedenfalls war mir der Mann am Telefon sehr dankbar, für das, was ich getan hab und wollte es irgendwie wieder gut machen. Ich hab ihm gesagt, dass da nichts gut zu machen sei und auch nix dafür haben möchte. Aber er antwortete, dass ich mir wünschen könnte, was ich wolle, er würde versuchen meinen Wunsch zu erfüllen. Da musste ich lachen und hab ihm gesagt, dass ich gerne einmal vor über 30 Jahren in einer CHiPs-Folge mitgewirkt hätte, da hätten meine Freunde (also ihr) aus dem CHiPs-Forum aber Augen gemacht. Daraufhin sagte er nur, ich würde bald von ihm hören und hat aufgelegt.

J.J. Baker: Ach PoJo, du bist aber doof. Wenigstens hättest du dir etwas Realistisches wünschen können. Wann hat man denn schon mal einen Wunsch frei? Wahrscheinlich ist der voll vermögend und hätte dir auch einen Mercedes Cabrio geschenkt. Vorausgesetzt du hättest ihn dir gewünscht, natürlich.

Mia: Also ich find nicht schlimm, was du gesagt hast. Ist doch anständig von dir die Situation nicht auszunutzen. Das zeigt, dass es im Leben nicht immer nur um Geld geht.

Chipslette: Genau! Außerdem heißt das ja nicht, dass du jetzt gar nichts kriegst. Wahrscheinlich setzt dieser Mann jetzt alle Hebel in Bewegung und organisiert ein Fan-Treffen mit Erik Estrada und Larry Wilcox und zwar nur für dich.

J.J. Baker: Oh, ja! Dann nimmst du uns aber mit, verstanden?

PoJo: Alles klar.

Knight Rider: Jetzt hört doch auf zu spinnen! Mich würde viel mehr interessieren, wo der Typ deine Nummer her hatte.

PoJo: Das hab ich ihn in der Hektik gar nicht gefragt. Mmh, von der Polizei nehme ich mal an, die den Fall aufgenommen hat. Immerhin musste ich ja als Zeugin meine Daten angeben.

Knight Rider: Eigentlich ist das nicht üblich, wegen Datenschutz und so …

Nadine: Ach, Knight Rider! Jetzt mal nicht gleich wieder den Teufel an die Wand.

Knight Rider: Was denn, ich sag nur das, was ich in der Polizeischule gelernt hab.

PoJo: Na wie dem auch sei, ich kann ihn ja fragen, wenn er sich tatsächlich nochmal melden sollte … Leute, seid mir bitte nicht böse, aber mir fallen gleich die Augen zu, ich glaube ich mach Schluss für heute.

Mia: Kein Problem, PoJo. Schlaf dich einfach mal aus. Bis die Tage!

J.J. Baker: Ja, gute Nacht, du kleiner Superheld!

Nadine:Bis demnächst! Halt die Ohren steif!

Chipslette: By bye und träum was Schönes …

Knight Rider: Ja, mach‘s gut!

Nadine: @ Knight Rider: „Mach’s gut“ – Das hört sich ja so an, als ob sie gar nicht wieder kommt.

Knight Rider: Grrhh, ich logge mich jetzt auch aus, die Luft wird mir hier eindeutig zu dick.

Nadine: Ist das etwa auf mich bezogen?

Chipslette: Lass gut sein, Nadine, der ist schon weg.

J.J. Baker: Bevor es jetzt wieder zu Streit kommt, klink ich mich auch mal aus. Tschau, tschau!

Mia: Na dann machen wir eben für heute alle Schluss. Man sieht sich … äh bzw. hört sich.

Nadine: Jo, bis bald.

Chipslette: Bis bald.

Kapitel 2

Eine Woche später, CHiPs-Forum

Nadine: Weißt du warum PoJo uns alle angemailt hat mit der Bitte um 19.00 Uhr online zu sein?

Chipslette: Keine Ahnung, irgendeinen Grund wird es schon haben. Den werden wir ja gleich erfahren. In 5 Minuten ist es Sieben, bis dahin müssten auch alle anderen hier sein.

Knight Rider: Hallo zusammen, was gibt’s denn so wichtiges?

Chipslette: Das wissen wir auch noch nicht. Bis jetzt sind nur Nadine und ich hier.

Knight Rider: Achso.

Mia: Na ihr, wie geht’s?

Nadine: Ganz gut soweit, aber PoJo lässt uns ganz schön warten …

Chipslette: Es ist noch nicht mal 19.00 Uhr, sei doch nicht so ungeduldig!

J.J. Baker: Wer ist hier ungeduldig?

Knight Rider: Na sieh mal einer an, JayJay ist mal nicht die letzte!

Nadine: Nee, die letzte ist heute PoJo, das steht ja wohl mal fest.

Mia: Nadine, jetzt reiß dich doch mal ein bisschen zusammen. PoJo wird schon gleich kommen.

Nadine: Ich platzte eben vor Neugier.

2 Minuten später

PoJo: Tut mir Leid, ging nicht schneller.

Nadine: Na endlich!

Mia: Hi, PoJo! Das klang ja ganz schön dringend in der Mail. Um was geht’s denn?

PoJo: Der Mann vom Telefon hat sich wieder gemeldet, äh … d.h. er hat mir ein Paket geschickt.

J.J. Baker: Ein Paket?! Und was ist drin? Vielleicht die restlichen 4 CHiPs-Staffeln auf DVD? Sag schon, hab ich Recht? Hab ich, hab ich …?

Knight Rider: Oh ja, die DVDs! Das wär doch mal was.

PoJo: Also eigentlich weiß ich nicht so genau, was es ist.

Chipslette: Was soll das denn jetzt heißen?

PoJo: Es ist irgendein Gerät. Hab ich noch nie zuvor gesehen, darum weiß ich auch nicht was es ist.

Mia: Wie sieht es denn aus? Beschreib es doch mal.

PoJo: Also, es ist quaderförmig, ungefähr so groß wie ein Taschenbuch, hat ein Display, einen USB-Anschluss und besteht aus Metall.

Knight Rider: Das neue i-pad würde ich sagen, hi hi …

PoJo: Glaubst du etwa, ich wüsste nicht wie ein i-pad aussieht?! Das hier ist jedenfalls keins.

Nadine: Mmh, USB-Anschluss klingt nach Computer, schließ es doch einfach mal an deinen Rechner an.

Mia: Da wäre ich vorsichtig, nicht, dass am Ende irgendetwas kaputt geht.

Knight Rider: Ach, was soll denn da schon passieren? Probier’s ruhig mal aus, PoJo.

PoJo: OK, auf eure Verantwortung … (PoJo schließt das Gerät an)

J.J. Baker: Und? Tut sich was?

PoJo: Ja, das Display hat gerade aufgeleuchtet. Da steht, ich soll meinen rechten Zeigefinger auf den TouchScreen legen. Warum das denn?

Knight Rider: Jetzt wird’s interessant.

Chipslette: Hä, wozu brauchen die denn deinen Fingerabdruck? Sei lieber vorsichtig.

J.J. Baker: Vielleicht ein Zugangscode?! Mach halt mal, wir sind ja dabei, (wenn auch nicht körperlich).

PoJo: Na gut … (PoJo befolgt die Anweisung) Aha, … also es hat ein paar mal gepiept, ein paar Lämpchen haben geleuchtet und das war’s.

Knight Rider: Also ich glaub der alte wollte dich verarschen, PoJo. Nix für ungut!

Mia: Das ist ja wirklich seltsam.

PoJo: Hey, da erscheint was neues auf dem Display … ich zitier mal: „ Geben sie die IP-Adressen der Forum-Mitglieder ein.“

Nadine: Ich glaube, das Ding meint uns!

Chipslette: Was ist denn eine IP-Adresse?

Mia: Das ist wie eine Postadresse, nur eben im WorldWideWeb. Jeder Rechner hat eine IP-Adresse, mit der ist er an das Computernetz angebunden und somit adressierbar.

Chipslette: Aha, wieder was gelernt. Aber ich kenne meine IP-Adresse gar nicht.

J.J. Baker: Ich auch nett!

Knight Rider: Kein Problem. Geht einfach auf die folgende Seite: www.wieistmeineip.de Da wird sie euch dann angegeben. Das ist so eine 10stellige Nummer …

Chipslette: Gut, probier ich gleich mal aus.

Mia: Die Frage ist doch, ob wir das tatsächlich machen sollten? Immerhin wissen wir nicht was das für ein Gerät ist und welchen Zweck das ganze haben soll.

Nadine: Mmh, vielleicht erhält PoJo Zutritt zu einem Exklusiv-Club für CHiPs-Fans und darf uns auch einladen? Oder es ist eine externe CHiPs-Datenbank mit vielen neuen Bildern! Oh ja, lieber Gott, lass es das sein! Also meine IP-Adresse kannst du schon mal eingeben, PoJo! 217.85.99. …

J.J. Baker: Oh ja, da bin ich dabei! 217.85.98. ….

Knight Rider: Ach, wird schon schief gehen. Hab ja ein Anti-Spam-Programm installiert … für alle Fälle. 217.85.74. …

Chipslette: OK, hier ist meine: 217.85.14. …

PoJo: Meint ihr wirklich? Mia, was ist mit dir?

Mia: Ich weiß nicht, bin da eher skeptisch.

Knight Rider: Na komm schon, mit gehangen, mit gefangen!

Nadine: Lass sie doch, dann gucken wir uns die neuen Exklusiv-Bilder eben alleine an

Mia: Na ja, … ähm …(einige Sekunden verstreichen) … 217.85.31. …

Nadine: Ich wusste doch, dass das zieht!

PoJo: Ok, habe alle Nummern eingegeben. Jetzt muss ich nur noch auf „BESTÄTIGEN“ klicken … … … … … AAAAAAAAAhhhhhhh !!!

Kapitel 3

Los Angeles, Freeway

PoJo: Oh mein Gott, wo bin ich? Was ist mit mir passiert?

Chipslette: PoJo, PoJo !!!

Nadine: Was ist denn das!?

J.J.Baker: Hä? Wieso kann ich euch hören?

Knight Rider: Das ist ja unglaublich, Leute! Bei mir hat sich der Bildschirm geteilt und ein neues Fenster hat sich geöffnet. Und ich sehe zahlreiche Autos!

Mia: Genauso war es bei mir auch. Und ich höre eure Stimmen aus den Lautsprecherboxen kommen. Was ist hier los? PoJo, was ist passiert? Was ist das für eine Videoaufnahme, die wir sehen?

PoJo: Was denn für eine Videoaufnahme?! Moment mal, wo seid ihr, ich kann euch nicht sehen?

Nadine: Wie, du kannst uns nicht sehen!? Das können wir doch nie, wenn wir chatten.

PoJo: Nadine, verdammt, ich chatte aber nicht! Ich wünschte es wäre so, aber ich befinde mich nicht mehr zu Hause vor meinem PC. Ich stehe auf dem Mittelstreifen einer Autobahn und weiß weder wie ich hier hergekommen bin noch wie ich wieder zurückkommen kann.

Chipslette: Eine Autobahn? Na klar, die vielen Autos, die wir sehen … PoJo, schau doch mal an dir runter!

PoJo: Was, warum das denn?

Chipslette: Mach einfach!

PoJo: Ich stehe hier alleine auf einer Autobahn und du sagst mir, ich solle mal an mir runtergucken, ich fass es nicht! Na bitte, ….

Chipslette: Ich seh deine Füße!

J.J.Baker: Ich auch! Du trägst braune Stiefel, richtig?

PoJo: Das Stimmt! Woher wei… … … … … Nein … nein, das kann nicht sein! Das kann einfach nicht sein!

Mia: PoJo, beruhige dich. Wir kriegen das schon wieder hin, verstanden!?

Knight Rider: PoJo, ich glaube der Typ hat deinen Wunsch wörtlich genommen! Dieses Gerät … es muss so etwas wie eine Zeitmaschine gewesen sein!

J.J. Baker: Blödsinn, dass ist unmöglich …

Knight Rider: Mensch, schaut euch die Wagen doch mal an! Dieser alte Caddilac dort vorn, oder der Mercedes S450 Baureihe W116 … die werden schon seit Jahrzehnten nicht mehr produziert! Die haben heutzutage schon fast Oldtimer-Status. Sowas ist in den 70er/80er Jahren rumgefahren.

Nadine: Zu Zeiten als CHiPs gedreht wurde …

Chipslette: Unglaublich, das ist einfach nur unglaublich!

PoJo: Was ist, wenn ich nicht mehr zurückkomme? Was wird dann aus mir, aus meiner Familie?

Knight Rider: Seht mal unten links im Fenster! Da ist eine Uhr, aber die läuft rückwärts!

Mia: Ja, im Moment steht sie bei 71 Stunden 55 Minuten und ein paar Sekunden … Vielleicht gibt sie an, wie lange es dauert, bis PoJo wieder … äh … „rückgeführt“ wird.

J.J. Baker: Das heißt dann also das PoJo 3 Tage in der Vergangenheit verweilt, zur Zeit als CHiPs gedreht wurde. Das ist ja voll aufregend!

PoJo: Aufregend?! Verdammt noch mal, was ist, wenn die Maschine in der Zwischenzeit kaputt geht, dann sitze ich hier fest!

Mia: PoJo, ich glaube nicht, dass das passieren wird. Die liegt zu Hause auf deinem Schreibtisch doch ganz sicher. Außerdem kannst du uns hören, das bedeutet, dass sie funktioniert.

Knight Rider: OK, lasst uns das alles mal kurz zusammenfassen. Dieser Mann scheint also ein Genie zu sein und hat eine Zeitmaschine gebaut, um PoJo ihren Wunsch zu erfüllen, einmal in einer CHiPs-Folge mitspielen zu können. Und ganz nebenbei sind wir in der Lage das Geschehen auf unseren Bildschirmen zu verfolgen.

Chipslette: Ja, nur dass wir genau das sehen, was PoJo sieht. Das heißt, mit ihren Augen.

Nadine: Schon klar, aber wie kann das sein? Ich meine wieso kann uns PoJo hören? Bei uns versteh ich es ja so halbwegs. Wir sind über unsere IP-Adressen miteinander verbunden und hören uns über Lautsprecher, aber PoJo befindet sich in einer anderen Zeit. Es gibt keine materielle Verbindung.

Knight Rider: Keine Ahnung, aber für irgendetwas muss der Fingerabdruck ja gut gewesen sein. Vielleicht wurde PoJos DNA genommen und über ihre menschliche Signatur wird eine Verbindung zwischen Vergangenheit und Gegenwart hergestellt und temporär gehalten; sodass wir kommunizieren können.

J.J. Baker: Auf jeden Fall hören wir, was sie hört und sehen, was sie sieht. Und sie hört, was wir sagen.

PoJo: Was ist das denn für ein grünes Schild da, das hab ich doch schon mal irgendwo gesehen?

Mia: Was meinst du, PoJo?

PoJo: Hä, was soll ich meinen?

Mia: Na du hast doch gerade etwas von einem grünen Schild gesagt.

PoJo: Nee, gesagt habe ich nix, aber gedacht.

Knight Rider: Ich glaub‘s ja wohl nicht, jetzt können wir also auch ihre Gedanken hören

Chipslette: Das wird ja immer abstruser.

PoJo: Na super, wird einem hier denn jede Privatsphäre genommen? Nun muss ich auch noch aufpassen, was ich denke.

J.J. Baker: Nimm’s nicht so schwer, in 3 Tagen ist ja alles vorbei.

PoJo: Das sagt sich so leicht.

Nadine: Du musst anfangen die Sache positiv zu sehen, wer kann schon von sich behaupten mal in die Vergangenheit gereist zu sein?

Knight Rider: Exakt, und so wie’s aussieht befindest du dich auf einem Freeway in Kalifornien. Genauso sah das in der Serie auch immer aus.

J.J. Baker: Klasse, dann ist das ja der original Drehort. PoJo, du musst unbedingt zum Set, dann können wir die Schauspieler mal live sehen. Spitze!

Chipslette: Also die Gelegenheit kommt bestimmt nicht wieder, PoJo! Und ganz nebenbei würdest du uns einen riesigen Gefallen tun.

Mia: Na ja, wenn du eh 3 Tage in der Vergangenheit festsitzt, dann kann man die Zeit ja auch sinnvoll nutzen, da haben die beiden schon Recht.

PoJo: Also erstmal muss ich sehn, dass ich von dieser Autobahn runterkomme, über den Rest können wir ja nochmal reden.

Knight Rider: Freeway! Es heißt Freeway … du bist schließlich in Kalifornien!

PoJo: Keine Witze, ja?! Soweit bin ich noch nicht.



Kapitel 4

Zentrale, Einsatzbesprechung

Alle CHP-Officer sitzen im Besprechungsraum. Ein leises Gemurmel ist zu vernehmen.

Sgt. Getraer betritt den Raum

Sgt. Getraer: OK, sind alle da? Dann können wir ja beginnen. Also, es geht um folgendes. Letzte Woche wurden vermehrt Einbrüche gemeldet, bei denen Waffen gestohlen wurden. Aus den Lagern zweier Sportschießanlagen wurden 83 Handschusswaffen, 52 Gewehre und 17 Revolver entwendet. Erst letzte Nacht sind die Täter in ein Waffengeschäft eingebrochen und haben 112 Pistolen, dutzende Gewehre und sogar Maschinenpistolen mitgehen lassen. Dazu kommen Unmengen an Munition. Hersteller und Fabrikate entnehmen sie bitte dem Merkblatt, welches ihnen ausgeteilt wurde.

Einige CHP-Officer werfen einen Blick auf die Handzettel, andere machen Notizen

Bis jetzt ist unklar, aus welchen Motiven die Täter handeln. Bei diesen Größenordnungen ist aber anzunehmen, dass es sich um illegalen Waffenschmuggel handelt. Die müssen ihre Beute irgendwo zwischenlagern, um sie dann später zu verkaufen. Eventuell werden für den Transport LKW verwendet, oder sie teilen die gestohlenen Gegenstände auf und transportieren sie in kleineren Mengen in ganz normalen PKWs. Das wäre zumindest weniger Aufsehen erregend. Also, halten sie die Augen offen. Achten sie auf alles Auffällige oder Fahrer, die nervös werden, sobald sie sie sehen.

Ponch (fällt ihm ins Wort): Also bei meinem Anblick werden viele nervös, Sarge!

Ein Gelächter bricht aus, nur Sgt. Getraer lacht nicht mit

Fritz: Ja, ganz besonders das weibliche Geschlecht, nicht Ponch?

Ponch: Du sagst es, Mann! (lacht und freut sich dabei)

Sgt. Getraer: Ähm, … Poncherello … wir reden hier nicht über ihr Privatleben, klar! Also wenn sie nichts Konstruktives zu diesem Fall beitragen können, dann halten sie gefälligst ihre Klappe. Danke!

Ponch verzieht sichtlich amüsiert eine Augenbraue und blickt zu Baker, der krampfhaft versucht ein Schmunzeln zu unterdrücken

Sgt: Getraer: Gut, und vergessen sie eins nicht: Die Täter sind bewaffnet! Also gehen sie kein Risiko ein und rufen sie frühzeitig Verstärkung! Das hier ist kein Routinefall, verstanden!? Das war’s. Sie können gehen.

Die CHP-Officers erheben sich und verlassen die Zentrale. Auf dem Weg zu ihren Motorrädern, wendet sich Jon an Ponch …

Jon: Hey, Ponch! Du kannst es einfach nicht lassen, was!? An deiner Stelle würde ich Getraer nicht reizen, irgendwann lässt er dich noch strafversetzen.

Ponch: Was denn? Die Frauen lieben mich nun mal, warum sollte ich mich deshalb verstecken? Der regt sich schon wieder ab. Außerdem fanden es die anderen ja ganz lustig …

Jon: Ich geb’s auf. Lass uns losfahren, sonst werde ich noch ganz nervös, wenn ich dich solange angucken muss! (seine Lippen formen ein Lächeln dabei)

Ponch lacht. Beide setzen ihre Helme auf und starten die Motoren

Kapitel 5

PoJo: Boah, das war ja ganz schön knapp! Gar nicht so leicht, einen 4-spurigen Freeway zu überqueren!

Chipslette: Das kannst du laut sagen! Ich hab ja nur vom Zuschauen fast einen Herzinfarkt gekriegt.

Knight Rider: Na da können wir ja von Glück reden, dass nicht Chipslette an PoJos Stelle ist.

Chipslette: Ha, ha.

Mia: Kommt schon, nicht streiten jetzt. Vielleicht sollten wir mal darüber reden, wo PoJo jetzt hingehen soll.

Nadine: Na auf dem Freeway kann sie jedenfalls nicht weiter rumlaufen, dass ist doch verboten.

J.J. Baker: Und auch ganz schön gefährlich.

PoJo: Nee, das hab ich auch nicht vor! Ich steig erstmal den angrenzenden Hügel da rauf. Mal sehen, was sich dahinter verbirgt.

Mia: Gute Idee, vielleicht findest du dort ja einen Weg, der in die Stadt führt. Schließlich musst du ja irgendwo schlafen heute Abend. Apropos Abend, bei uns ist es jetzt 19.21 Uhr. Wie spät mag es bei dir sein?

PoJo: Keine Ahnung, hab ja keine Uhr.

Chipslette: Na jedenfalls ist bei dir helllichter Tag, so sieht es zumindest aus.

Knight Rider: Habe eben mal schnell gegoogelt und die Zeitverschiebung zwischen unserer Zeitzone und der in Los Angeles ermittelt … sie beträgt 8 Stunden! Das heißt, dann ist es bei dir jetzt 11.21 Uhr. Vorausgesetzt natürlich, man kann das einfach so in die Vergangenheit übertragen.

Mia: Schau mal hoch zur Sonne, PoJo! (PoJo kommt der Aufforderung nach) … Danke! Also wenn man den Sonnenstand so betrachtet, dann könnte das schon stimmen. Der Zenit ist fast erreicht.

J.J Baker: Gut, dann hätten wir das ja geklärt. Da wäre allerdings noch ein anderes Problem. Wovon soll sie die Übernachtung bezahlen? Oder hast du Geld einstecken, PoJo?

PoJo: Ich hab nicht mal einen Knopf in der Tasche! Meine Geldbörse ist in meiner Jacke und die hab ich gleich ausgezogen, als ich von der Uni um 19.00 Uhr nach Hause kam. Dann bin ich sofort an den PC gestürzt … wollte euch ja nicht warten lassen. Ich besitze nur, was ich am Leibe trage und das sind verdammt nochmal nur meine Jeans, mein Pullover, meine, Stiefel, meine Strümpfe und meine Unterwäsche …!

Knight Rider: Jetzt fang nicht wieder an zu fluchen, PoJo! Denk an deine Nerven …

Mia: Selbst wenn, mit ein paar EUROs kämst du jetzt auch nicht weit, da hätten es schon D-Mark sein müssen, um sie tauschen zu können.

Nadine: Stimmt ja, in den 70er Jahren, gab es den EURO ja noch gar nicht. Mmh, … Leute, da müssen wir uns wohl was einfallen lassen, schließlich muss PoJo in den 3 Tagen ja auch was essen und trinken.

J.J. Baker: Das könnte zum Problem werden. Obwohl, ... da bliebe noch Betteln oder die Suche nach Essensresten in Mülltonnen und wenn’s ganz hart auf hart kommt, muss sie sich halt eine Wasserflasche im Geschäft mopsen.

PoJo: Auf gar keinen Fall! Ich stehle nicht! Da komme, was wolle!

J.J. Baker: Ich sagte ja, wenn’s ganz hart auf hart kommt.

Mia: OK, das bringt uns jetzt nicht weiter, wir werden uns darum kümmern, wenn’s soweit ist. Wie ich sehe, hast du den Hügel erklommen. Was ist denn das da hinten?!

Knight Rider: Könnte die Stadt sein, ist aber noch ziemlich weit weg.

PoJo: Ja, das sehe ich auch. Das kann ja noch Stunden dauern …

Chipslette: Na dann lauf mal lieber schnell los, damit du es noch bis zur Dunkelheit schaffst.

PoJo: Fantastisch! Warum hab ich nicht einfach meine Klappe gehalten? Wie konnte ich nur so blöd sein, und mir so etwas wünschen. Warum hab ich nicht einfach „Mercedes Cabrio“ gesagt?

Nadine: PoJo, vergiss nicht, wir können dich hören! Also hör auf so etwas zu denken! Du schaffst das schon, wir sind doch bei dir.

Chipslette: Genau, wir würden nicht zulassen, dass dir was passiert.

Knight Rider: Das stimmt! Wir werden dir mit Rat und Tat zur Seite stehen, was auch immer in den 3 Tagen geschehen mag.

PoJo: Nett von euch, Leute. Das meine ich wirklich ernst. Aber in dieser Situation hilft mir, glaube ich, mein Galgenhumor dabei, nicht durchzudrehen. Also stört euch nicht weiter dran, ignoriert es einfach.

1 h später

Mia: Na wenigstens hast du diesen Feldweg gefunden. Der muss ja irgendwohin führen. Und wenn wir Glück haben zur Stadt.

PoJo: Du sagst es … wenn wir Glück haben. Leute, wisst ihr was? Mir wird langsam heiß in meinen Klamotten! Immerhin hab ich mich auf Januar eingestellt und nicht auf gefühlte 30 Grad unter kalifornischer Sonne!

J.J. Baker: Dann zieh doch irgendwas aus!

PoJo: Ja, aber maximal meinen Pullover, hab nämlich noch ein Hemd drunter, das könnte auch als Top durchgehen. Aber meine Jeans und meine Winterstiefel muss ich wohl oder übel anlassen.

Chipslette: Stimmt, du kannst ja nicht halb nackt durch die Gegend laufen … die Ammis haben sich ja da sowieso ein bisschen affig. Außerdem droht ein Sonnenbrand!

PoJo: Und halb am Verdursten bin ich auch. Mann, hier muss doch mal was kommen?! Wenigstens eine Hütte oder so etwas.

Nadine: Hört ihr das?! Seid mal alle ganz still!

(Schweigen)

Knight Rider: Ja, das klingt nach Motorengeräuschen. Dort muss irgendwo ein Auto sein!

PoJo: Das kommt aus der Richtung hinter dem Berg da. Vielleicht haben die einen Schluck Wasser für mich. Ich lauf mal schnell rüber … (PoJo erklimmt den kleinen Berg)

PoJo: OK, bin oben! Hey, da ist ja der Wagen! Und eine kleine Laube oder so was in der Art.

J.J. Baker: Der Wagen hat davor geparkt, d.h. der oder die sind wahrscheinlich hineingegangen. Geh mal näher ran und dann klopf einfach an.

PoJo: Jo, so werd ich’s machen. (PoJo läuft zur Hütte) So, bin da … „Hallo? Ist da jemand?“

Knight Rider: Die Tür steht ja offen ...

PoJo: Ja, deshalb hab ich ja auch erstmal gerufen, aber da tut sich nix.

Chipslette: Vielleicht haben sie dich nicht gehört. Geh doch mal ein Stückchen rein und dann versuch‘s nochmal.

PoJo: OK, ich geh rein …

(PoJo betritt den Raum und erschrickt)

PoJo: Oh, mein Gott !!!

Chipslette: Oh, nein!

J.J. Baker: Das glaub ich nicht!

Nadine: Was ist das hier?

Knight Rider: Na Waffen, das sieht doch jeder! Der ganze Raum ist bis unter das Dach zugestapelt mit Kisten voller Waffen!

Mia: Dreh um, PoJo! Dreh auf der Stelle um und sieh zu, dass du da raus kommst!!!

PoJo: Verdammt, da sind Stimmen!

Nadine: Ja, Stimmen, die näher kommen!

PoJo: Was soll ich denn jetzt machen?

Chipslette: Versteck dich irgendwo! Schnell!

PoJo kann gerade noch hinter eine Kiste kriechen, bevor 2 Männer aus einem Hinterraum kommend die Halle betreten:

Sieh dir das an, Brad! Die Ausbeute von letzter Nacht ist doch wirklich zufrieden stellend, oder?“

PoJo: Die sprechen ja Deutsch!?

Nadine: Merkwürdig … vielleicht deutsche Einwanderer.

Ja, wir haben so viele Knarren mitgehen lassen, damit könnten wir alle Banken in Kalifornien gleichzeitig überfallen!“ (fieses Lachen)

Knight Rider: Die haben nichts Gutes im Sinn. Verhalt dich ganz ruhig, PoJo!

Denk doch lieber mal daran, welchen Schmott wir damit machen werden, wenn wir sie erstmal verkauft haben. Dieser Bandenchef in New York wird uns einen hohen Preis dafür zahlen. Jetzt müssen wir nur noch den Transport organisieren und die Dinger heil hier raus bringen. Noch ein Coup morgen Abend, und wir haben die georderte Menge zusammen und dann machen wir einen Abflug von hier. Los Angeles, Goodbye! Wo ist eigentlich Logan?“

Der kundschaftet noch die Gegend aus. Wir wollen schließlich, dass alles so glatt läuft wie bei den 3 letzten Einbrüchen. Ein perfekt geplanter Fluchtweg … und die Bullen kriegen uns nie!“

Ja, genau … aber sie sind uns bereits auf den Fersen. Hast du das Polizeiaufgebot heute Morgen gesehen? Die scheinen gezielt nach uns Ausschau zu halten. Wir müssen vorsichtig sein, nicht dass auf der Zielgeraden noch irgendetwas schief geht. „

PoJo: Ahhh, … eine Spinne!!! Igitt !!!!!!!

Beide Bösewichte drehen sich abrupt in die Richtung, aus der der Schrei kam.

Chipslette: Oh weh, jetzt haben sie dich entdeckt!

Knight Rider: Ich sagte doch ruhig verhalten!!!

PoJo: Ich hab eine Phobie gegen Spinnen. Das war ein Reflex, verdammt!

Beide Männer greifen zu ihren Revolvern und bewegen sich auf PoJos Versteck zu

Mia: Schnell, stoß den Kistenstapel um und versuch zu entkommen!

PoJo befolgt die Anweisung. Mehrere Kisten fallen direkt auf die 2 Banditen und begraben sie unter sich. Man hört Schreie, doch sofort versuchen sie sich aufzurappeln. PoJo nutzt diesen Moment und flüchtet nach draußen.

Kapitel 6

Jon und Ponch fahren Streife

Ponch: Hey, Jon? Ist das ein Deja vú, oder ist uns dieser rote Pick-up nicht schon an der vorletzten Kreuzung begegnet?

Jon: Ja, und nicht nur an dieser. Vorhin habe ich ihn auch schon an der Ecke zur Jefferson Road gesehen. Aber das ist die entgegengesetzte Richtung von hier … Was meinst du?

Ponch: Lass uns den Kerl mal überprüfen und fragen wo er hin will.

Ponch und Jon ordnen sich mit ihren Motorrädern rechts ein und folgen dem roten Pick up. Die Sirene ertönt und Jon gibt dem Fahrer ein Handzeichen, am Straßenrand zu halten. Der Wagen kommt zum Stehen. Jon nimmt seinen Block aus der Satteltasche und geht zur Fahrerseite. Ponch bleibt zurück und gibt einen Funkspruch durch.

Ponch: L.A. 15 - hier-7-Mary 3 und 4, wir führen eine Fahrzeugüberprüfung durch, westlich der Kennedy Road.

Aus dem Lautsprecher ertönt eine Stimme, welche die Durchsage bestätigt.

Jon: Guten Tag, Führerschein und Fahrzeugpapiere, bitte.

Fahrer: Aber natürlich, Officer! Hier, bitte. Weshalb haben sie mich denn angehalten?

Jon blickt auf den Namen, der auf dem Führerschein steht.

Jon: Ähm … Logan Durby, richtig? Der Fahrer nickt. Nun ja, Mr. Durby … wir haben sie angehalten, weil sie anscheinend ziellos in der Gegend herumfahren … oder wo wollten sie hin?

Fahrer: Ich? … Na wissen sie … nun ich bin nicht von hier und hatte leichte Orientierungsschwierigkeiten. Eigentlich war ich auf dem Weg zur Broody&Sons Company in Pasadena. Soll dort eine Ladung Zement abholen.

Jon: Na da sind sie hier aber ganz falsch. Pasadena liegt gute 18 Meilen östlich von hier. Nehmen sie am besten die nächste Auffahrt zum Ventura Freeway und folgen sie der Beschilderung.

Fahrer: Haben sie vielen Dank, Officer! Da hätte ich ja noch lange suchen können.

Jon: Nichts für Ungut. Mit den Papieren scheint ja alles in Ordnung zu sein. Fahren sie vorsichtig.

Jon gibt dem Fahrer seine Papiere zurück und geht zurück zu seinem Motorrad.

Der Pick-up ordnet sich wieder in den Straßenverkehr ein.

Ponch: Was war denn?

Jon: Ach, der hatte sich nur total verfahren. Ich hab ihm den richtigen Weg beschrieben.

Ponch: Wie sagt man so schön: „Die Polizei, dein Freund und Helfer!“ (Ponch grinst)

Jon: OK, dem nächsten, der sich verfahren hat, hilfst du.

Ponch: Na sicher, aber nur wenn eine Frau am Steuer sitzt.

Jon verdreht die Augen und setzt den Helm wieder auf.

Kapitel 7

PoJo: Wo soll ich denn jetzt hin?!

Knight Rider: Steig in den Wagen und sieh nach, ob der Schlüssel steckt. Beeil dich!

PoJo: Alles klar!

PoJo springt in den Wagen

Nadine: Gott sei Dank, der Schlüssel steckt!

J.J. Baker: Mach hin! Starte den Wagen und fahr los!

Mit quietschenden Reifen beschleunigt PoJo den PKW und rast davon. Im Rückspiegel ist zu sehen, wie die 2 Männer mit ihren Revolvern in der Hand aus der Laube gestürmt kommen. Es fallen mehrere Schüsse.

PoJo: Oh, nein! Die schießen auf mich!

Knight Rider: Gib Gas, PoJo! Noch über diesen Hügel da vorne und du bist erst mal aus der Schusslinie.

Die 2 Verbrecher schießen solange, bis der Wagen nicht mehr zu sehen ist.

PoJo: Ich glaub‘s ja wohl nicht, die haben echt auf mich geschossen! Wo bin ich hier nur hineingeraten?!

Mia: Das war wirklich knapp! Du bist hier nicht sicher, PoJo! Am besten du versuchst wieder in Richtung des Freeways zu gelangen. Dorthin werden sie dich bestimmt nicht verfolgen. Da können sie nicht einfach in der Gegend rumballern – zu viele Zeugen.

Chipslette: Ja, mit der Karre kommst du zumindest schneller voran, als zu Fuß.

(PoJo fährt in Richtung des Freeways, doch nach ca. 10 min wird der Wagen zunehmend langsamer)

J.J.Baker: Was ist los, warum hältst du an?

PoJo: Ich halte nicht an … ich glaube der Sprit ist uns ausgegangen.

Knight Rider: Wahrscheinlich hat eine Kugel den Tank getroffen.

PoJo: Nicht das auch noch! Bleibt mir denn gar nichts erspart?

Nadine: Das weiteste Stück ist geschafft … bis zum Freeway dürfte es nicht mehr weit sein, maximal 1 oder 2 Kilometer.

PoJo: Also wieder laufen …

Mia: Warte noch kurz, bevor du gehst! Schau mal im Handschuhfach nach, vielleicht findest du dort eine Karte oder sowas, das würde uns schon weiterhelfen.

Chipslette: Gute Idee!

PoJo: Na mal sehen … (PoJo öffnet das Handschuhfach) … ihr habt Recht, hier ist tatsächlich eine Karte …

J.J.Baker: Und das sieht doch ganz nach Los Angeles und Umgebung aus.

Nadine: Ja genau, dort ist das Zentrum, da wollen wir hin. Und wir … äh … d.h. PoJo befindet sich jetzt in der Nähe eines Freeways der aus L.A. hinaus- bzw. hineinführt.

Knight Rider: Exakt, die Frage ist nur welcher?

Mia: Was stand nochmal auf dem grünen Schild, das du vorhin gesehen hast, PoJo?

PoJo: Ventura Freeway, glaube ich.

Mia: Ventura Freeway … ahh da ist er ja … seht ihr die rote Linie unten links?

Chipslette: Also jetzt haben wir zumindest einen Anhaltspunkt und wissen in welche Richtung wir gehen müssen. Na dann mal los!



Kapitel 8

Zentrale: Achtung an alle Einheiten! Auf dem Ventura Freeway 5 km nördlich der Michigan-Ausfahrt kam es gerade zu einem Auffahrunfall. Sieben Mary 3 und 4 sind bereits vor Ort. Sich in der Nähe befindende Polizeistreifen werden um Unterstützung gebeten.

Bear: L.A. 15 – hier 7 Adam, befinde mich etwa 18km vom Unfallort entfernt, kann in ca. einer viertel Stunde da sein.

Zentrale: Verstanden, 7 Adam.

Bear nimmt die nächste Auffahrt auf den Ventura Freeway und beschleunigt auf 80 km/h, als er in der Ferne am rechten Fahrbahnrand plötzlich eine Person wahrnimmt …

Kapitel 9

PoJo: Na, wenigstens hattest du Recht, Nadine. Bis zum Freeway war‘s wirklich nicht mehr weit. Jetzt latsch ich halt die Straße entlang, was soll’s, da kann man sich zumindest nicht so schnell verlaufen.

Knight Rider: Gut so! Das ist die richtige Einstellung! Außerdem bist du hier vor den zwei Verrückten wahrscheinlich sicherer als auf offenem Feld.

J.J.Baker: Was meint ihr, hat es mit den beiden auf sich?

Mia: Na das die kriminell sind, war ja offensichtlich. Es ging um Waffendiebstahl in großem Stil.

Chipslette: Ja, und das waren nicht mal alle. Die haben doch von einem Komplizen gesprochen. Hab ich das richtig verstanden?

Knight Rider: Ja, die sprachen von einem Logan oder so und dass sie vorhaben, morgen noch ein weiteres krummes Ding zu drehen.

Nadine: Meine Güte, dass ist ja hoch kriminell! Eigentlich müssten wir der Polizei Bescheid geben.

PoJo: Du sagst es … „eigentlich“! Nadine, vergiss nicht, dass hier ist nicht unsere Zeit, es ist zwar irgendwie real, aber irgendwie auch wieder nicht. Ich will hier wirklich kein Aufsehen erregen. Schließlich habe ich vor, unbeschadet wieder zurückzukehren.

Mia: Da gebe ich PoJo Recht. Stellt euch vor, sie ginge zur Polizei, was sollte sie denn sagen wer sie ist und wo sie herkommt? Die wollen auf jeden Fall einen Ausweis sehen.

J.J.Baker: Wie wär’s denn mit einem anonymen Hinweis. Dann stellt sich das Ausweisproblem gar nicht.

Chipslette: Da ist was dran. Die Entscheidung liegt bei dir, PoJo. Schließlich befindest du dich ja in der Situation und nicht wir.

PoJo: Eben, und ich will lieber kein Risiko eingehen.

Knight Rider: Ich als Polizist würde natürlich lieber sehen, wenn man die Verbrecher dingfest machen könnte – egal ob in der Vergangenheit oder in der Gegenwart. Vielleicht denkst du nochmal drüber nach, PoJo. Das mit dem anonymen Hinweis ist wirklich keine so schlechte Idee …

PoJo: Das ihr es mir aber auch immer so schwer machen müsst! Gut … ich denk drüber nach. Aber wenn ich nicht demnächst etwas zu trinken bekomme, bin ich bald verdurstet!

Nadine: Ich hab mal irgendwo gelesen, dass ein Mensch ohne Flüssigkeit noch 3-4 Tage überleben kann.

PoJo: Naaaaaaadine!!! Bring mich nicht zur Weißglut, ja!?

Nadine: Schon gut, war ja nicht so gemeint.

Chipslette: Vielleicht sollten wir es doch lieber mit Trampen versuchen, dann würden wir die Stadt wesentlich schneller erreichen.

Mia: Das ist wahr, aber es ist auch sehr gefährlich. Denkt an die Folge „Die Tramperinnen“ aus Staffel 1! Da wurde ein Mädchen in einen Wagen gezerrt und wäre beinahe einem Gewaltverbrechen zum Opfer gefallen!

J.J.Baker: Das stimmt, aber wie hoch ist denn die Wahrscheinlichkeit, dass PoJo jetzt ausgerechnet dasselbe passiert?!

Knight Rider: Ich denke, wir sollten es versuchen. Wenn PoJo wegen Dehydration jetzt zusammenbricht ist damit auch niemandem gedient. Aber vorsichtshalber sollte sie nur mitfahren, wenn eine Frau am Steuer sitz. Da ist die Gefahr eines Verbrechens wesentlich geringer.

Nadine: Guter Vorschlag, Kleiner!

Knight Rider: Danke! Ich bin schließlich Polizist – mit sowas kenn ich mich aus!

PoJo: Na dann will ich mal hoffen, das jemand anhält. Ich bin noch nie per Anhalter gefahren … das kann ja was werden.

Mia: Einfach den Daumen raushalten und freundlich gucken, dann klappt das schon.

PoJo wartet schon seit über 10 min, dass ein Wagen anhält und sie mitnimmt, aber bis jetzt hat noch niemand gestoppt.

PoJo: Also das hatte ich mir irgendwie leichter vorgestellt …

J.J.Baker: Vielleicht wirkst du in deinen Winterklamotten etwas abschreckend?! Wahrscheinlich halten sie dich für durchgeknallt, immerhin befindest du dich mitten im Hochsommer …

Chipslette: Mag sein. Vielleicht hält aber auch keiner, weil es ja immerhin verboten ist. Wer will sich schon gern strafbar machen?

Mia: Was ist denn mit dem silbernen Wagen, der da kommt? Der sieht so aus, als würde er halten.

Der Wagen nähert sich, verlangsamt kurz, fährt dann aber doch vorbei.

PoJo: Das war wohl wieder nichts …

Mia: Kopf hoch, der nächste hält bestimmt!

Knight Rider: Oh ja, … der nächste hält ganz bestimmt, dass sieht nämlich so aus, als wäre es ein Streifenwagen …

PoJo: Verdammt, ich wusste dass das schief geht. Ich muss hier weg!

Chipslette: Vergiss es, PoJo. Der hat dich längst gesehen; das schaffst du nicht mehr!

PoJo: Na super, und was sage ich jetzt? Vielleicht sollte ich dem Officer mit meinem brüchigen Englisch erklären, dass ich aus der Zukunft komme und mir nur mal das Film-Set von CHiPs ansehen möchte?!

Nadine: Jetzt werd nicht wieder sarkastisch. Das hilft dir jetzt auch nicht weiter.

Mia: Sag einfach, du bist ein Tourist und hast dich verirrt. Wenn er deinen Ausweis sehen will, mach ihm klar, dass der im Hotelzimmer liegt. Denk dir irgendetwas aus, es muss nur halbwegs plausibel klingen.

PoJo: Mmh, … schon klar. Und wahrscheinlich habe ich mich gleich in einer ganzen Klimazone geirrt. Eigentlich wollte ich ja zum Winterurlaub, dass würde zumindest meine Kleidung erklären … verdammt, dass nimmt der mir doch nie ab.

J.J.Baker: Jetzt bleib ruhig, PoJo. Dann musst du eben improvisieren! Wir helfen dir schon.

Der Streifenwagen hält 10 Meter vor PoJo. Die Wagentür öffnet sich und ein CHP-Officer steigt aus.

Mia: Oh mein Gott! Das ist Bear!!!

Chipslette: Was? Das kann nicht sein, warte doch erstmal bis er näher gekommen ist.

Mia: Bear würde ich aus einer Entfernung von 10 km erkennen. Und das ist er, ganz sicher!!!

Nadine: Die Statur kommt schon mal hin …

Knight Rider: Das würde ja bedeuten, dass wir mitten in einen Film-Dreh reingeplatzt sind. Und Bear hat gehalten, weil PoJo ja nicht zum Drehbuch gehört.

J.J.Baker: Oh Mann, ist das krass! Jetzt müssen wir nicht mal zum Set hin, es kommt einfach zu uns! Aber wo sind denn eigentlich die Kameras?

Knight Rider: Keine Ahnung, vielleicht ist es eine Luftaufnahme oder die filmen von irgendwelchen Fahrzeugen aus.

Nadine: Na die Szene haben wir ja ordentlich versaut … hihi.

Chipslette: Entspann dich PoJo! Es ist ja nur Bear - eigentlich müsste man ja Brodie Greer sagen - und der ist ja ganz nett, stimmt’s Mia?

Stille

Chipslette: Mia???

Nadine: Ich glaub, Mia können wir jetzt erstmal für eine Weile vergessen. Die schwebt auf Wolke 7.

Knight Rider: Na ich würde eher sagen, die muss sich erstmal von ihrem Schock erholen.

Der Officer kommt näher.

Bear: Was machen sie hier?

Chipslette: Der spricht ja auch Deutsch!!!

J.J.Baker: Also jetzt versteh ich gar nichts mehr.

Nadine: ???

Knight Rider: Sehr seltsam … ich glaube wir haben das ganze noch nicht richtig durchschaut.

Bear: Haben sie mich verstanden? Ich habe sie gerade gefragt, was sie hier machen.

PoJo: Ähhhh, also … es ist so … ähh … tut mir wirklich Leid, wenn ich sie hier bei irgendetwas gestört haben sollte. Es war nicht meine Absicht in ihre Dreharbeiten hineinzugeraten, ich muss wohl die Absperrung übersehen haben. Ähm, ich geh dann mal, und richten sie ihren Kollegen schöne Grüße aus! Besonders Ponch und Jon … naja ich nenne sie halt mal jetzt so, sie wissen schon, wen ich meine. Ihr macht eure Sache wirklich gut … ich war schon als Kind Fan von ihnen. Die Charaktere sind wirklich toll gewählt, die ergänzen sich so gut. Ponch - der tollkühne Frauenheld, Jon – der Sanfte, Sgt. Getraer – der Verantwortungsbewusste, Grossie, Fritz, Sie und all die anderen … Ja, also dann, machen sie’s mal gut …

PoJo dreht sich um und will gerade gehen, als Bear sie am Arm fast und zurückzieht.

Bear: Moment mal … was reden sie da eigentlich? Woher kennen sie die Namen meiner Kollegen?

Nadine: Na der ist aber schwer von Begriff. Weiß der etwa nicht, was einen richtigen Fan ausmacht? Ist ja wohl das mindeste, das wir die Namen unserer Lieblingsdarsteller kennen.

PoJo: Naja, man sieht ja doch die ein oder andere Folge … da prägt man sich die Namen eben ein.

Bear macht ein skeptisches Gesicht und mustert PoJo von oben bis unten.

Bear: Könnte ich mal bitte ihren Ausweis sehen?

Chipslette: Na der nimmt seine Rolle ja ganz schön ernst!

PoJo: Ähh, meinen Ausweis? Ihnen scheint ihre Rolle ja schon in Fleisch und Blut übergegangen zu sein … und das meine ich durchaus positiv, aber vergessen sie bitte nicht, den Ausweis dürfen nun wirklich nur echte Polizisten verlangen. Also dann, wenn sie mich bitte los lassen würden?!

Bear: Es tut mir Leid, aber ich muss sie mit aufs Revier nehmen.

Nadine: Klasse! Jetzt können wir die CHP-Zentrale sogar von innen sehen.

PoJo: Diese Absicht hatte ich eigentlich nicht.

Bear: Sollten sie sich der Festnahme widersetzen, werde ich ihnen Handschellen anlegen müssen. Haben sie das verstanden!

PoJo: Nein … äh … ich meinte doch gar nicht sie, ähhm …

Knight Rider: Mensch, PoJo! Versuch dich zu konzentrieren ja?! Wenn du mit uns kommunizieren willst, was kein anderer hören soll, dann musst du deine Antwort denken und nicht aussprechen, klar!

PoJo: Ich versuch’s ja. Ist gar nicht so einfach. Außerdem wächst mir die ganze Situation gerade etwas über den Kopf.

Bear: Setzen sie sich bitte in den Wagen und schnallen sie sich an!

Chipslette: Mach doch einfach was er sagt, PoJo. Ob du jetzt mit ihm in Richtung Stadt fährst oder mit irgend jemand anderem. Also ich würde Brodie Greer bevorzugen … und Mia sicherlich auch.

Knight Rider: Ja, tu was er sagt. Mir ist da gerade so ein Gedanke gekommen …

J.J.Baker: Was meinst du?

Knight Rider: Na es ist doch komisch, dass Bear genau so reagiert wie in der Serie. Er scheint wirklich davon auszugehen, dass er Bear ist. Und damit meine ich nicht die Rolle, die er spielt. Es ist Bear!

Nadine: Du meinst, das hier ist gar nicht die Vergangenheit, in der die Serie gedreht wird?

Knight Rider: Nein, von Vergangenheit würde ich nicht mehr sprechen … eher von einer anderen Dimension. PoJo ist in einer Dimension, in der die Serie Realität ist … und zwar genau so, wie wir sie kennen.

J.J. Baker: Das würde auch erklären, warum alle Deutsch sprechen. Selbst Bear spricht mit der deutschen Synchronstimme, wie wir sie kennen.

Chipslette: Jetzt wird mir auch klar, warum hier keine Kameras zu sehen sind. Es gibt keine!!!

Knight Rider: So ist es. Glaub ich zumindest. Von all den Theorien, die wir bisher hatten, ist diese zwar die unglaublichste, aber auch die plausibelste.

PoJo: Das würde ja bedeuten, dass ich gerade von Officer Baricza festgenommen wurde … unglaublich.

Mia: Was gäbe ich dafür, jetzt mit dir tauschen zu können …

Chipslette: Na sieh mal einer an, Mia hat ihre Stimme wiedergefunden.

Mia: Sieht ganz so aus. … Das ist Bear … der echte Bear … ich fass es einfach nicht!!!

PoJo: Ist das jetzt gut oder schlecht? Ich kann mich gerade nicht entscheiden.

Nadine: Na das verändert die Situation doch erheblich. Aber andererseits … wenn es Bear gibt, dann heißt das auch, dass Ponch und Jon hier irgendwo rumfahren. Na, PoJo, findest du nicht doch langsam Gefallen an der ganzen Sache?

PoJo: Ponch?!

J.J.Baker/Chipslette: Jon?!

Knight Rider: Ja, Ponch und Jon und Sgt. Getraer und Grossman und Fritz und Bonnie und … äh … obwohl, kommt darauf an in welcher Staffel wir uns gerade befinden. Die Darsteller haben ja teilweise gewechselt.

Nadine: Na Staffel 6 ist es jedenfalls nicht! Auf meinen Bruce warte ich wohl vergebens … seufz!

Chipslette: Kopf hoch, Schwester! Ich werde meinen Bobby ja auch nicht zu Gesicht bekommen.

Nadine: Stimmt, aber du hast wenigstens noch Jon!

Chipslette: Das kannst du laut sagen! Ich hab dir doch gleich gesagt, dass es nicht gut ist, sich auf eine Person dermaßen zu fixieren …

Nadine: Ja, ja …

Kapitel 10

Etwa eine viertel Stunde nachdem die 2 Banditen Brad und James den Wagen aus den Augen verloren hatten, traf ihr Komplize Logan mit seinem roten Pick-up beim Waffenlager ein. Logan hatte noch nicht einmal gehalten, da stürmten Brad und James bereits auf ihn zu. Wild gestikulierend berichteten sie ihrem Kumpel, was passiert war. Dieser war außer sich vor Wut und befahl Brad und James in den Wagen zu steigen. Sie folgten den Reifenspuren des Fluchtwagens und stellten bald darauf eine Benzinspur fest. Brad schloss daraus, dass sie wohl den Tank getroffen haben mussten und das Mädchen nicht weit gekommen sein könnte. Nach weiteren 10 min Fahrt entdeckten sie den Fluchtwagen. Er war verlassen und das Handschuhfach stand offen. James bemerkte sofort, dass eine Karte entwendet wurde. Die Karte, in der sie die Orte ihrer Überfälle markiert hatten. Für alle war klar, dass sie das Mädchen finden mussten und zwar noch bevor sie die Polizei alarmieren konnte. Logan vermutete, dass sie versuchen würde zum Freeway zu gelangen. Allerdings musste sie die letzte Strecke zu Fuß zurücklegen. Vielleicht hatten sie Glück und konnten sie noch rechtzeitig abfangen. Die drei fuhren weiter Richtung Freeway, immer Ausschau haltend nach dem Mädchen, aber nirgends war sie zu sehen. Als sie den Freeway erreicht hatten, fuhren sie noch eine Weile parallel zur Straße einen Feldweg entlang; die Augen stets auf den Randstreifen gerichtet. Sie vermuteten, dass die Kleine wahrscheinlich versuchen wollte eine Notrufsäule zu erreichen …

Brad: Verdammt, wo ist die Göre nur? Soweit kann sie unmöglich gekommen sein!

James: Also entweder sie versteckt sich hier irgendwo oder ein Anhalter hat sie mitgenommen.

Logan: So schnell gebe ich nicht auf. Wenn sie hier irgendwo ist, dann finde ich sie auch!

Brad: Fahr langsamer, Logan! Siehst du das Polizeiauto dort vorne?!

Logan: Ja, du hast Recht … ein Bulle!

James: Aber wer steht denn da neben ihm? Das ist doch die Kleine, oder Brad?

Brad: Ja, ich glaub schon. Und jetzt steigt sie in den Wagen ein …

Logan: So ein Mist aber auch! Wahrscheinlich hat sie dem Bullen schon alles erzählt.

Brad: Vergiss die Kleine! Wir müssen zurück, schnell! Noch haben wir genug Zeit. Lass uns die Waffen wegschaffen und alle Spuren beseitigen. Was haben die denn schon in der Hand gegen uns?

James: Du meinst, wenn die Polizei hier eintrifft und nur eine verlassene alte Hütte vorfindet, dann erscheint die Aussage der Kleinen unglaubwürdig.

Brad: Exakt! Etwas merkwürdig sah die ja sowieso aus in ihren Klamotten. Also auf mich machte die einen Eindruck, als hätte sie einen Sonnenstich erlitten … naja da sieht man eben manchmal seltsame Dinge … wie Hütten voller Gewehre und Männer die auf einen schießen.

James: Los, Logan, fahr schneller! Vielleicht haben wir ja noch eine Chance!

Logan: Ja, ich denke die haben wir! Brad, wir lassen dich bei dem liegen gebliebenen Wagen raus. Ich hab noch einen Benzinkanister auf der Ladefläche, Werkzeug findest du da auch. Versuch den Tank irgendwie abzudichten. Krieg die Karre einfach wieder zum Laufen. Ich und James fahren vor und laden schon die ersten Kisten auf. Komm so schnell wie möglich nach!

Brad: Geht klar!

Kapitel 11

Bear schließt die Beifahrertür und geht vorne um den Wagen herum. Durch das geöffnete Fenster greift er zum Funkgerät und gibt eine Meldung an die Zentrale durch. Er versucht extra leise zu sprechen, aber PoJo spitzt die Ohren und kriegt so das meiste mit.

Bear: L.A.15 – hier 7 Adam. Benötigen 7 Mary 3 und 4 immer noch Unterstützung? Ich habe nämlich gerade eine Person festgenommen, die ich zur Identifizierung aufs Revier bringen müsste.

PoJo: Na halleluja, als ob ich mich dort ausweisen könnte.

Knight Rider: Ich glaube, wir bekommen ein ernsthaftes Problem.

PoJo: Du meinst wohl, PoJo bekommt ein ernsthaftes Problem!

Zentrale: Verstanden, 7 Adam. Fahren sie zurück aufs Revier. Officer Cahill und 7 Mary 5 haben den Unfallort bereits erreicht.

Bear: Alles klar. Ach … und bitte geben sie dem Sergeant Bescheid. Ich habe hier etwas, dass ihn interessieren dürfte.

Nadine: Ich glaube, Bear hat da was in den falschen Hals gekriegt.

PoJo: Klasse, jetzt hab ich schon mal die Gelegenheit in meiner Lieblingsserie mitzuwirken und jetzt halten mich alle für den Feind. Einfach nur klasse!

Bear hängt das Funkgerät zurück in die Halterung, steigt in den Wagen und startet den Motor.

Bear: Wir fahren jetzt zusammen zur CHP-Zentrale. Dort wird ihr Fall weiter bearbeitet. Vielleicht wollen sie mir ja doch noch verraten, wie sie heißen.

PoJo: Was wird mir denn vorgeworfen?

Bear: Nun erst einmal habe ich sie beim Trampen erwischt. Das ist in unserem Bundesstaat verboten.

PoJo: Was? Aber ich wollte doch nicht trampen … da haben sie wohl irgendwas falsch aufgefasst.

Chipslette: Genau … immer schön dumm stellen, dass klappt bei Paris Hilton auch immer.

Bear: Zweitens können oder wollen sie sich nicht ausweisen. Die CHP ist allerdings dazu ermächtigt ihre Identität festzustellen.

PoJo: Nun … also mein Ausweis … äh … den habe ich leider verloren. Ich wollte morgen auf die Behörde und einen neuen beantragen.

J.J.Baker: Hahaha, das glaubt der dir doch nie.

PoJo: Ach nein? Was hätte ich deiner Meinung nach denn sagen sollen?

J.J.Baker: Ich sage nicht, dass ich eine bessere Idee gehabt hätte, nur das deine Antwort unglaubwürdig klingt.

PoJo: Ja, danke … du hast mir wirklich unheimlich weiter geholfen, JayJay!

Bear: Und drittens …

Nadine: Was kommt denn jetzt noch?

Bear: … scheinen sie über interne Informationen über Beamte der CHP zu verfügen, deren Herkunft mir schleierhaft ist.

Knight Rider: Oh oh, jetzt kommt‘s aber ganz dicke.

PoJo: Interne Informationen … ? Ach sie meinen, weil ich die Namen einiger Kollegen von ihnen erwähnt habe … ja also, ich interessiere mich nun mal sehr für die Polizeiarbeit und verfolge dementsprechend aufmerksam die Nachrichten in der Presse … da merkt man sich schon mal den ein oder anderen Namen der Officer.

Bear: Ach tatsächlich? Nun, ich wüsste allerdings nicht, dass in den Artikeln die Spitznamen der Officer genannt werden … und da frage ich mich schon, wie sie dann von „Ponch“ und „Grossie“ reden konnten … ?!

PoJo: Äh … hab ich das, ja?

Knight Rider: Am besten du hältst erstmal den Mund, PoJo. Du redest dich ja noch um Kopf und Kragen!

PoJo: Vielleicht hast du Recht, Knight Rider. Mann oh Mann, Bear ist aber auch verdammt aufmerksam, … das hätte ich gar nicht gedacht.

Mia: Aber natürlich ist er das! Und scharfsinnig ist er auch, du solltest wirklich aufpassen was du sagst. Leider wird Bear von den meisten CHiPs-Fans unterschätzt, aber jetzt habt ihr ja den Beweis dafür, dass er ein klasse Polizist ist.

Chipslette: Schon gut, Mia, wir glauben dir ja.

Bear: Also fangen wir nochmal von vorne an. Wie ist ihr Name?

PoJo senkt den Kopf und schweigt.

Bear: Schon gut … sie müssen nicht mit mir reden; es reicht wenn sie es beim Sergeant tun.

PoJo verharrt regungslos in ihrer Position. Mehrere Minuten vergehen.

Mia: PoJo, schau ihn doch wenigstens nochmal an!

PoJo: Ich kann Bear doch nicht die ganze Zeit anstarren, was macht denn das für einen Eindruck?

Mia: Ach bitte, PoJo! Tu’s für mich, ja? Von Bear gibt es sowieso die wenigsten Bilder …

Chipslette: Das stimmt allerdings. Außerdem wird das Armaturenbrett, welches wir jetzt schon geschlagene 10 Minuten auf unseren Bildschirmen sehen, langsam langweilig.

PoJo: Meinet wegen, … tu ich euch halt den Gefallen.

PoJo blickt rüber zu Bear.

Mia: Oh mein Gott, ist der Mann süß! Selbst sein Profil ist umwerfend!

Nadine: Mensch, Mia! So kennen wir dich ja gar nicht! Hihi …

Chipslette: Es ist in der Tat interessant, mal eine ganz andere Seite von Mia zu sehen.

Mia: Diese Situation hat es ja bis jetzt auch noch nie gegeben. Am liebsten würde ich diesen Moment festhalten … wobei, … da kommt mir eine Idee! Bin gleich wieder da!

J.J.Baker: Mia??? … Wo ist sie denn jetzt hin?

PoJo: Keine Ahnung, aber dann kann ich ja wieder woanders hingucken.

Mia: Halt! Bin schon zurück. Hab meine Digitalkamera geholt und jetzt mach ich mir ein paar Exklusiv-Bilder von Bear. Also immer schön rüber schauen, PoJo!

Knight Rider: Hey, gute Idee mit dem Abfotografieren.

PoJo: Mmh, grandios … aber mach bitte hin; ich glaube, Bear wird langsam misstrauisch!

Mia: Hääähhh? Was ist denn nun los? Irgendwas stimmt mit meiner Kamera nicht. Ich hab zwar draufgedrückt, aber es erscheint nur ein völlig schwarzes Bild. Kein Bear, kein Bildschirm, … nix!

Nadine: Ist deine Kamera vielleicht defekt?

Mia: Unwahrscheinlich, … hab sie erst vor 3 Wochen gekauft.

Nadine: Ok, keine Panik, Mia! Ich mach einfach ein paar Screenshots, dann hast du deinen Bear auch verewigt. Moment noch … und click! … … … Komisch!

Mia: Was denn?

Nadine: Bei mir steht, die Anwendung konnte nicht ausgeführt werden. Seltsam, das hat bisher immer geklappt …

Knight Rider: Wartet ich probier’s mal bei mir …

Mia: Und?

Knight Rider: Bei mir steht genau dasselbe, wie auf Nadines Monitor.

Chipslette: Das gibt’s doch gar nicht.

J.J.Baker: Sieht ganz so aus, als solle verhindert werden, dass es von dem ganzen Geschehen hier Beweise gibt.

Knight Rider: Ja, … irgendein Störsignal könnte dafür verantwortlich sein. Möglicherweise beeinflusst es technische Geräte wie Fotoapparate, Filmkameras etc. und eben auch unser Computerprogramm.

Chipslette: Welchen Sinn sollte das denn haben?

Mia: Anscheinend will der Mann, der PoJo das Gerät geschickt hat, vermeiden, dass die Öffentlichkeit von seiner Erfindung erfährt.

Nadine: So abwegig ist das gar nicht! Ich hab schon oft gelesen, dass Wissenschaftler, die etwas besonderes entdeckt haben, plötzlich spurlos verschwunden sind. Meist stecken Geheimdienste mächtiger Regierungen dahinter, die die Forscher dazu zwingen, für sie zu arbeiten.

Knight Rider: Davon hab ich auch schon gehört. Außerdem – stellt euch vor, dieses Gerät würde in die falschen Hände geraten! Gar nicht auszumalen, was damit angerichtet werden könnte!

Der Streifenwagen biegt auf das CHP-Gelände ein. Der Sergeant steht bereits vor dem Gebäude um Officer Barizca zu empfangen.

Bear: In Ordnung, wir sind da. Bleiben sie sitzen bis ich die Tür öffne!

Bear steigt aus und geht um den Wagen herum.

Chipslette: Seht mal, da steht ja Getraer!

J.J.Baker: Sonst steht der doch immer nur dort, wenn Ponch etwas angerichtet hat. Das bedeutet Ärger!

Nadine: Ja, aber für PoJo!

PoJo: Danke, das du mich daran erinnerst, Nadine!

Kapitel 12

Ponch und Jon nehmen gerade die Zeugenaussagen auf, während Grossman den Rettungssanitätern assistiert und Sindy den Verkehr regelt.

Ponch: Sie haben also gesehen, wie der Fahrer des schwarzen Sportwagens die Kontrolle verloren hat und von der Fahrbahn abgekommen ist.

Männlicher Zeuge: Ja, so ist es, Officer! Daraufhin hat sich der Wagen mehrmals überschlagen und ist auf dem Dach liegen geblieben. Ich habe natürlich sofort gehalten, um Hilfe zu leisten.

Ponch: Da haben sie sehr verantwortungsvoll gehandelt, Sir. In Ordnung, ich habe ihre Daten soweit notiert. Sie können jetzt weiter fahren und richten sie sich darauf ein, in ein paar Tagen nochmal Post vom zuständigen Amtsgericht zu erhalten. Evtl. müssen sie ihre Zeugenaussage vor Gericht wiederholen.

Ponch steckt seinen Kugelschreiber zurück in die Brusttasche und geht rüber zu Jon, der gerade die Aussage einer jungen Frau notiert hat.

Ponch: Hey, Partner! Sieht so aus, als wäre der Fahrer des Sportwagens der Unfallverursacher. Angeblich sei er viel zu schnell gefahren und hat dann die Kontrolle verloren.

Jon: Ja, in etwa so hat es die junge Frau auch geschildert. Na zumindest wurde bis auf den Sportwagenfahrer niemand weiter verletzt.

Ponch: Ist der Abschleppwagen schon bestellt?

Jon: Ja, hat Grossie bereits erledigt.

Ponch: Grossie?

Jon: Ja, dort vorne steht er.

Ponch erspäht Grossman und blickt mit einem fragenden Gesicht zurück zu Jon.

Ponch: Hieß es in der Durchsage nicht, 7 Adam würde zu uns aufschließen?

Jon: Stimmt, … eigentlich schon.

Ponch und Jon begeben sich zu ihren Motorrädern und legen ihre Schreibblöcke zurück in die Boxen; da erfolgt eine Durchsage:

Getraer: S-4 an 7 Mary 3 und 4. Kehren sie bitte zur Zentrale zurück.

Ponch und Jon wechseln einen fragenden Blick, dann greift Jon zum Funkgerät.

Jon: Hier 7 Mary 3, wir sind hier noch nicht ganz fertig, Sarge. Was gibt es denn so dringendes?

Getraer: Officer Baricza hat eine ziemlich interessante Entdeckung gemacht, die evtl. mit ihnen in Zusammenhang stehen könnte. Überlassen sie die Aufräumarbeiten Grossman und Cahill und fahren sie unverzüglich los.

Jon: Verstanden, Sarge!

Ponch ruft Grossie und Sindy.

Ponch: Hey, ihr beiden! Schafft ihr das hier alleine? Wir müssen zurück zur Zentrale!

Sindy nickt und wendet sich dann wieder dem Verkehr zu. Grossman antwortet:

Grossie: Na klar schaffen wir das! Fahrt ruhig!

Ponch und Jon setzen ihre Helme auf und fahren zurück aufs Revier.

Kapitel 13

Sergeant Getraer und Bear stehen im Flur und beobachten durch die Scheibe das Mädchen, welches mittlerweile in das Büro des Sergeants gebracht wurde.

Getraer: Und sie hat wirklich die Namen einiger CHP-Officer genannt?

Bear: Ja, Sarge, selbst ihren! Sie kannte sogar die Spitznamen von Officer Poncherello und Grossman!

Getraer: Und sie sind sich sicher, dass sie die Namen nicht im Vorab beiläufig erwähnt haben?

Bear: Absolut sicher! Im Gegenteil, … sie hat damit angefangen, Ponch und Jon Grüße zu bestellen. Sie bezeichnete sogar Ponch als Frauenheld und Jon als den sanfteren.

Getraer: Ich weiß nicht, woher sie diese tiefen Einblicke hat, aber eigentlich kann es ja nur bedeuten, dass sie schon mal mit Poncherello und Baker zu tun gehabt haben muss. Vielleicht wurde sie schon mal von ihnen festgenommen?! Dann müssten die beiden auch wissen, wer sie ist. Nun gut, das wird sich gleich klären; ich habe Ponch und Baker bereits hierher bestellt.

Nadine: Was labern die zwei da draußen denn so lange?

PoJo: Keine Ahnung, aber es wird wohl mich betreffen.

Knight Rider: Mensch, nutzt doch die Zeit lieber, euch mal ein bisschen in Getrears Büro umzusehen. Diese Chance kriegen wir wahrscheinlich nie wieder!

Chipslette: Das stimmt allerdings! Schau dich doch mal ein bisschen um, PoJo! Mal sehen, was es zu entdecken gibt.

PoJo: Ist das nicht der Schrank, in dem die Akten der CHP-Officer aufbewahrt werden?

Mia: Ja, das müsste er sein. Theoretisch befindet sich ganz oben die Akte von Ponch. Die ist so dick, dass sie ein halbes Fach für sich in Anspruch nimmt.

PoJo: Hihi … an die Folge kann ich mich erinnern … die war lustig.

J.J.Baker: Stimmt, das war die allererste Folge! Aber mittlerweile dürfte die Akte ja noch dicker geworden sein … bei den vielen Unfällen.

PoJo: Also das würde mich jetzt aber schon mal interessieren … mmh

Mia: Das ist keine besonders gute Idee, PoJo! Denk nicht mal dran!

Knight Rider: Was Getraer wohl sagen würde, wenn eine Verdächtige in seinen Akten rumstöbert? Das hat’s bestimmt noch nie gegeben.

Nadine: Das traut sich PoJo doch eh nicht …

Mit einem Ruck steht PoJo auf und geht zum Aktenschrank. Gerade als sie das oberste Fach aufziehen will, öffnet sich die Tür und Sgt. Getraer kommt hereingestürmt.

Getraer: Hinsetzen! Und zwar sofort! Wer hat ihnen eigentlich erlaubt aufzustehen, hä?! Und was wollten sie an diesem Schrank?

Nadine: Ich glaub’s ja nicht, sie hat’s echt getan … hahaha … ich lach mich schepp …

PoJo: Ähh … nix! Wollt nur mal sehen, was drin ist …

Getraer: Ach wollten sie das, ja? Und aus welchem Grund? Es ging ihnen nicht zufälligerweise darum, geheime Personalakten einzusehen?!

Mia: Hättest du mal auf mich gehört!

Knight Rider: Was für eine Aktion …

PoJo: Äh … was für Personalakten? Von was reden sie da eigentlich?

Getraer: Oh nein, wenn hier einer die Fragen stellt, dann bin ich das, klar!

PoJo: Mann oh Mann, der kann einen ja ganz schön zur Schnecke machen. Jetzt weiß ich zumindest wie Ponch sich immer fühlt!

Getraer: Also, junge Dame, jetzt verraten sie mir erstmal ihren Namen!

J.J.Baker: Das Thema schon wieder …

PoJo: Verdammt, was soll ich ihm denn sagen?

Mia: Denk dir einfach einen aus, möglichst einen, der amerikanisch klingt.

PoJo: … Emily …

Getraer: Emily was?

PoJo: Emily … Parker!

Getraer: So so, Emily Parker also. Gut, Frau Parker, wo wohnen sie denn?

Knight Rider: Jetzt hat er dich.

PoJo: Äh … ach wissen sie, ich komme gar nicht aus L.A. – deswegen habe ich mich auch verirrt … und plötzlich stand ich auf dem Freeway und wusste nicht wohin … aber glücklicherweise hat ja der nette Officer neben ihnen gehalten und mich mitgenommen. Dafür bin ich Ihnen wirklich sehr dankbar; kann ich jetzt gehen?

Getrear: Nein, sie können jetzt nicht gehen! Ich will eine Adresse und zwar sofort!

Mia: Sag einfach Lincoln Road, die gibt es doch in jeder größeren Stadt!

PoJo: Also … ich wohne in der Lincoln Road in Sacramento!

Getraer: Officer Baricza, geben sie bitte den Namen incl. Adresse in den Computer ein und überprüfen sie die Angaben.

Bear: Ja, Sarge! Bin gleich zurück!

Getraer: Nun … was sagten sie? Sie hatten sich verirrt? Officer Baricza hat in seinen Bericht allerdings geschrieben, dass sie per Anhalter fahren wollten?

PoJo: Aber nein … ich doch nicht! Das ist doch viel zu gefährlich …

Getraer: … und verboten noch dazu!

Plötzlich klopft es an der Scheibe. Ponch winkt dem Sargent zu. Getraer dreht sich um und geht Richtung Tür, doch kurz davor wendet er sich nochmal an PoJo:

Getraer: Und sie bleiben da sitzen, verstanden!?

PoJo kommt gar nicht dazu zu antworten, da hat Getraer den Raum schon verlassen.

Getraer: Na endlich, ich habe schon auf sie gewartet.

Ponch: Sie hatten wohl Sehnsucht nach mir, … geben sie’s zu, Sarge!

Jon verdreht die Augen und schaut verschämt zu Boden.

Getraer: Hören sie auf damit, Frank! Sagen sie mir lieber, ob sie das Mädchen dort drin schon mal gesehen haben.

Jon und Ponch blicken durch die Scheibe.

Jon: Nein, noch nie.

Ponch schüttelt den Kopf, immer noch durch die Scheibe blickend.

Ponch: Ganz bestimmt nicht, Sarge! … An so ein Gesicht könnte ich mich erinnern. Wie alt ist sie?

Getraer: Oh nein, Poncherello! Was auch immer sie gerade denken, vergessen sie’s!

Ponch: Aber sie wissen doch gar nicht, was ich denke …

Getraer: Oh doch, ich kenne diesen Gesichtsausdruck und er hat meistens was mit einer Frau zu tun.

Bear kommt um die Ecke und wendet sich an Getraer.

Bear: Es gibt zwar eine Lincoln Road in Sacramento, aber dort wohnt keine Emily Parker! Laut Computer ist in der ganzen Stadt keine Frau namens Emily Parker gemeldet.

Getraer: Ich dachte mir schon, dass das gelogen war … mmh.

Jon: Würde uns mal bitte jemand aufklären?

Bear und der Sergeant berichten Ponch und Jon von den Begebenheiten, währenddessen erblickt PoJo durch die Scheibe Ponch und Jon.

PoJo: Oh mein Gott!

Chipslette/J.J.Baker: Wahnsinn!

Knight Rider: Da sind ja die beiden!

J.J.Baker: In echt sieht der ja noch viel heißer aus!

Chipslette: Du sagst es, Baby!

J.J.Baker: Komm bloß nicht auf dumme Gedanken! Der junge Jon ist meiner!

Chipslette: Vergiss es! Jon ist Jon, ob jung oder alt! Immerhin wird dieser ja auch irgendwann mal älter …

Knight Rider: Ja, ja … wenn sich zwei streiten. Na wenigstens ist Mia jetzt wieder bei klarem Verstand.

Mia: Ja, ich denke schon … d.h. aber nicht, das ich den Anblick von Bear nicht weiterhin genießen würde.

Knight Rider: Schon klar … aber vielleicht sollten wir uns langsam wirklich mal Gedanken machen, wie es weiter gehen soll. Immerhin scheint PoJo ja in ganz schönen Schwierigkeiten zu stecken. Und wenn Bear jetzt noch zurückkommt und bekannt gibt, dass Name und Adresse nicht zusammenpassen bzw. gar nicht existieren, ist die Kacke am Dampfen!

Jon Und Ponch schauen sich verblüfft an, nachdem sie die Geschichte gehört haben.

Jon: Ich bin mir sicher, ihr noch nie begegnet zu sein … Woher kennt sie dann unsere Namen?

Ponch: Na ich würde vorschlagen, wir gehen jetzt da rein und fragen sie ganz einfach. Vielleicht spricht sie ja mit uns.

Sgt. Getraer: In Ordnung, versuchen sie ihr Glück.

Getraer öffnet die Tür zu seinem Büro und Ponch betritt als erster den Raum. Jon und der Sergant folgen ihm. Ponch geht ein paar Schritte auf das Mädchen zu …

PoJo schreckt zusammen und springt vom Stuhl.

Ponch: Hallo, ich bin Officer Frank Poncherello, bleiben sie ruhig sitzen … Um Gottes Willen!!!

Knight Rider: Was ist denn nun los? Ich seh nichts mehr!

Mia: Ich auch nicht, mein Bildschirm wurde plötzlich schwarz.

Chipslette: Genauso wie bei mir.

J.J.Baker: Und bei mir.

Nadine: Das kann doch kein Zufall sein, dass bei uns allen gleichzeitig die Monitore ausfallen.

Mia: Naja, um genau zu sein, ist ja nur das Fenster schwarz geworden, die Zeit läuft immer noch weiter.

Knight Rider: Vielleicht ein technischer Defekt bei dem Gerät, dass auf PoJos Schreibtisch liegt?!

J.J.Baker: Glaub ich nicht unbedingt, schließlich können wir uns ja noch hören – das spricht dafür, dass es noch funktioniert.

Chipslette: Wo ist eigentlich PoJo geblieben? Hallo … PoJo? Wir können nichts mehr sehen, alles klar bei dir?

Keine Antwort.

Knight Rider: Oh oh, das hat nichts Gutes zu bedeuten.

Mia: Aber die Zeit läuft doch weiter. Sie muss noch dort sein! Was ist denn nur passiert?

Nadine: Naja, Ponch kam doch gerade durch die Tür …

Chipslette: Genau, … PONCH! Mensch, könnte es sein, dass dieser Anblick zu viel für PoJo war?

Mia: Du meinst, sie ist in Ohnmacht gefallen?

Chipslette: Wäre doch möglich. Überleg doch mal, Mia, als du vorhin Bear erblickt hast, warst du ja auch für eine Weile in einer ganz anderen Sphäre. Du hast Bear nur auf dem Bildschirm gesehen, aber für PoJo ist es Realität. Sie stand dem echten Ponch gegenüber.

Knight Rider: Na ja, von „stehen“ kann dann wohl jetzt keine Rede mehr sein … hihi.

Mia: Du könntest Recht haben, Chipslette. Wir sehen nichts mehr, weil PoJos Augen geschlossen sind und hören auch nichts mehr, weil PoJo ja im Schlaf auch nichts mehr hört, zumindest nicht bewusst.

Nadine: Krasse Sache! Also wenn ich meinem Bruce begegnen könnte, würde ich doch nicht in Ohnmacht fallen! Dann hätte ich ja gar nichts mehr von ihm.

J.J.Baker: Das hatte PoJo bestimmt auch nicht geplant. Hoffentlich kommt sie bald wieder zu sich, ich will Jon sehen!

Mia: Na du hast Sorgen … Hoffentlich ist sie nicht mit dem Kopf auf dem Boden aufgeschlagen oder hat sich anderweitig verletzt.

Knight Rider: Jetzt heißt es einfach abwarten … von hier aus können wir auch nichts machen.

Währenddessen im Büro des Sergeants …

Sgt. Getraer: Haben sie sie, Frank?

Ponch: Ja, konnte sie gerade noch auffangen … Hilf mir mal, Jon!

Ponch und Jon platzieren PoJo auf dem Boden. Ponch legt ihren Kopf auf seinen Oberschenkel. Jon nimmt ihre Füße und hält sie nach oben.

Ponch: Ich wusste ja, das ich einen umwerfenden Eindruck auf Frauen mache, … aber so umwerfend nun auch wieder nicht.

Sgt. Getraer: Sparen sie sich das, Poncherello!

Jon: Vielleicht sollten wir lieber einen Krankenwagen rufen, Sarge.

Sgt. Getraer: Geben sie ihr noch einen Moment, Baker. In der Regel kommen die meisten nach wenigen Minuten von selbst wieder zu Bewusstsein. Halten sie einfach die Beine weiter hoch, damit sich das Blut verteilen kann.

Ponch schlägt mit der Hand leicht an PoJos Wangen …

Ponch: Hey, … können sie mich hören? Halllllllllooooooo ….

PoJo bewegt ihre Lider, sie nimmt Wortfetzen wahr und sieht schemenhaft Gestalten

Knight Rider: Hey, wir bekommen wieder Bild, zwar noch ein bisschen unscharf, aber besser als nichts!

Mia: PoJo, ich bin’s Mia. Erkennst du meine Stimme?

PoJo antwortet nicht, sie ist noch zu benommen.

J.J.Baker: Na das ist doch Jon, oder? Was hält er den da in den Händen? Ich kann’s nicht erkennen.

Chipslette: Das sind PoJos Füße, würde ich mal schätzen. Die versuchen PoJo wieder auf die Beine zu bringen.

Knight Rider: Diese Methode hilft immer bei Kreislaufzusammenbrüchen. So fließt das Blut schneller zurück zum Gehirn, wo es gebraucht wird.

Ponch: Ich glaube sie kommt langsam zu sich.

Jon: Ein Glas Wasser wird ihr gut tun.

Sgt. Getraer: Schon gut, bleiben sie hier. Ich besorge eins.

Sgt. Getraer verlässt den Raum. Ponch betrachtet das Mädchen.

Ponch: Was glaubst du Jon? Ist sie jetzt wegen uns in Ohnmacht gefallen oder ging es ihr einfach nicht gut. Haben wir sie vielleicht dermaßen erschreckt?

Jon: Keine Ahnung, Ponch. Aber in den Sachen würde ich mit der Zeit auch einen Hitzekollaps kriegen!

Ponch: Du hast Recht! Wir haben Hochsommer und sie trägt Kleidung, als käme sie gerade vom Skiurlaub. Eingepackt wie eine Zwiebel, … klar dass das zur Überhitzung führt. Am besten wir ziehen ihr das Oberteil aus, dann kriegt sie auch viel besser Luft.

Ponch richtet PoJos Oberkörper auf und lehnt sie an seine Brust. PoJo gibt ein widerstrebendes Geräusch von sich.

Ponch: Ganz ruhig Kleine, es passiert dir nichts; wir wollen dir nur helfen. Gleich wird’s besser.

Ponch zieht PoJo den Pullover aus, dabei kommt eine Karte zum Vorschein …

Jon: Was ist denn das?

Ponch: Was meinst du?

Jon: Die Karte da, die unter ihrem Hosenbund klemmt!

In diesem Moment kommt Sgt. Getraer herein mit dem Glas Wasser in der Hand. Er überreicht es Ponch und bemerkt ebenfalls die Karte.

Sgt. Getraer: Was denn, … haben sie etwas gefunden?

Getraer bückt sich und zieht die Karte hervor.

Jon setzt PoJos Beine ab und gesellt sich zu Sgt. Getraer, der gerade die Karte aufklappt und sie genauer betrachtet. Währenddessen bietet Ponch PoJo etwas Wasser an.

Ponch: Trink das, es wird dir gut tun!

PoJo öffnet den Mund und verspürt sofort Erleichterung. Hastig leert sie das Glas.

PoJo: Endlich, … ich dachte schon ich müsste verdursten. Was ist eigentlich passiert und warum befinde ich mich auf dem Fußboden?

Knight Rider: Du hattest wohl einen Schwächeanfall … äh … nachdem du Ponch erblickt hast …

PoJo: PONCH!

Ponch hört seinen Namen und wendet sich ein Stückchen vor, damit PoJo ihn sehen kann.

Ponch: Schon gut, ich bin ja da. Geht’s wieder?

PoJo blickt Ponch tief in die Augen ohne etwas zu sagen.

Ponch: Sag, woher kennst du meinen Namen? Sind wir uns vorher schon mal begegnet?

PoJo: … nnnn … nein … nicht direkt.

Ponch: Nicht direkt? Wie meinst du das?

PoJo: Na toll, jetzt begegne ich meinem Teenie-Idol schon mal persönlich und nun muss ich ihn auch noch anlügen. Warum ich ???!!!

Chipslette: Lieber eine glaubwürdige Lüge, als eine Wahrheit, die so absurd klingt, dass sie dir sowieso keiner abkaufen würde.

Nadine: Genau, außerdem sind Notlügen erlaubt und das ist ja wohl eindeutig eine Notlage.

Mia: Nun ich denke diese Situation kann man tatsächlich als solche bezeichnen, aber was soll PoJo denn jetzt antworten?

J.J.Baker: Bear hat sie die Geschichte mit dem Zeitungsartikel erzählt; bei der Story sollte sie jetzt auch bleiben.

In diesem Moment blickt Sgt. Getraer auf und schaut überrascht auf das Mädchen.

Jon: Was haben sie denn Sarge?

Sgt. Getraer: Auf dieser Karte befinden sich 4 Markierungen. Drei davon sind genau in den Straßen, wo die Waffendiebstähle stattgefunden haben. Sehen sie selbst! (Getraer reicht Jon die Karte)

Jon: Sie haben Recht. Hitch Boulevard, Sagewood Drive und Willow Street - genau dort waren die Überfälle.

Alle Anwesenden schauen auf PoJo. Diese blickt ungläubig und besorgt von einem zum anderen.

Nadine: Was! Die Typen haben ihre Ziele in der Karte markiert! Warum haben wir die Kreuze denn nicht gesehen? Dann hätten wir die Karte doch rechtzeitig entsorgen können!

Mia: Wahrscheinlich befinden sich die Straßen in der Innenstadt von L.A. – diesen Bereich haben wir doch gar nicht betrachtet, schließlich befand sich PoJo auf dem Freeway-System außerhalb der Stadt.

Knight Rider: Das kann schon sein. Wir haben uns auf den Stadtrand konzentriert und dabei die Kreuzchen übersehen.

Chipslette: Verdammter Mist! Jetzt denken die, PoJo ist daran beteiligt!

PoJo: Ich habe mit der Sache nichts zu tun!

Sgt. Getraer: Ach ja, von welcher Sache sprechen sie denn da genau?

Alle Blicke ruhen auf PoJo. Diese fühlt sich bedrängt und rappelt sich auf. Ponch stützt sie leicht ab.

PoJo (panisch): Was immer sie jetzt auch denken sollten, es ist mir egal. Ich hab nix getan und werde jetzt gehen. Lassen sie mich vorbei!

Knight Rider: Um Gottes Willen, PoJo! Zeig doch bitte etwas mehr Kooperationsbereitschaft, ja!? Für solch ein Verhalten haben Polizisten in der Regel nur recht wenig Verständnis! Glaub mir.

Ponch hält PoJo am Handgelenk fest, Jon versperrt ihr den Weg.

Sgt. Getraer: Moment mal, junge Dame! Sie setzen sich jetzt erstmal dort hin und beantworten mir ein paar Fragen. Und da ihnen ja anscheinend recht viel an ihrer Freiheit liegt, sollten sie mit mir reden. Bis jetzt sieht es nämlich ziemlich schlecht für sie aus!

Kapitel 14

Die Gauner Logan und James kontaktieren ihren Kumpel Brad über das Funkgerät.

Logan: Hey, Brad. Ich und James sind schon vorgefahren. Wie weit bist du?

Brad: Ich verlade gerade die letzten Kisten. Danach befindet sich keine einzige Waffe mehr in dieser Hütte.

Logan: Sehr gut. Ich habe ein neues Versteck organisiert. Unten an der Santa Monica Bucht steht ein altes Fischerhäuschen. Ziemlich runtergekommen und verlassen. Aber ideal für unsere Zwecke. Wir dürften in ca. 10 Minuten eintreffen. Beeil dich mit dem Aufladen und dann komm nach. Und vergiss nicht, unsere Fußspuren zu verwischen!

Kapitel 15

Im Büro des Sergeants:

Sgt. Getraer: Und all diese Informationen sollen sie aus den Nachrichten haben?! Wieso glaube ich ihnen das nur nicht?

PoJo: Ja, wieso eigentlich nicht?

Sgt. Getraer: Weil sie über Dinge informiert sind, die niemals in der Presse behandelt worden sind.

PoJo: Ach nein? Wer sagt das?

Sgt. Getraer: Ich sage das! Getraer stellt sich neben Ponch und legt ihm seine Hand auf die Schulter. In welchem Artikel haben sie denn jemals den Spitznamen dieses Mannes gelesen?

PoJo schweigt

Sgt. Getraer: Jetzt werde ich ihnen mal verraten was ich denke:

Sie haben irgendetwas mit den Waffendiebstählen zu tun und glauben, ihre Hintermänner decken zu können, indem sie sich dumm stellen. Vielleicht machen sie sich nicht direkt die Hände schmutzig, aber anscheinend haben sie unsere Einheit ausspioniert und versorgen ihre Komplizen mit polizeiinternen Informationen. Kein Wunder, dass wir diese Typen noch nicht geschnappt haben. Sie waren uns immer einen Schritt voraus, und zwar dank ihnen!

Aber jetzt hat sich das Blatt gewendet, nicht wahr? Da kommen sie daher und laufen einem unserer Polizeibeamten direkt in die Arme. Es kam wie es kommen musste; sie verplappern sich und dann finden wir auch noch die Karte mit den Orten, an denen Überfälle geplant sind. Soll ich ihnen mal sagen, was sie erwarten wird? Auf Beihilfe zum Raub stehen in unserem Staat bis zu 10 Jahre Gefängnis. Von der Verurteilung wegen Spionagetätigkeit mal ganz zu schweigen!

 

Knight Rider: Was für ein Monolog!

PoJo (verzweifelt): Nein, nein … so ist es nicht! Sie verstehen das völlig falsch!

Sgt. Getraer (schreit) : Ich verstehe das falsch?!

Jon: Hören sie, wenn sie jetzt mit der Polizei zusammenarbeiten, dann wird das Gericht das positiv auslegen. Vielleicht kommen sie mit einer Bewährungsstrafe davon, aber sie müssen uns endlich die Wahrheit sagen!

PoJo ist ganz aufgelöst und fängt an zu weinen.

PoJo: Die Wahrheit? Gut dann erzähl ich ihnen eben die Wahrheit! Hören sie zu: Ich komme aus der Zukunft; … besser gesagt aus einer anderen Dimension. Sie gibt es dort gar nicht in echt … sie sind alle Teil einer Fernsehserie. Und deswegen …

Ponch schaut zu Jon, dann zu Getraer und fängt lauthals an zu lachen. Sgt. Getraer ist erbost und stellt sich direkt vor PoJo.

Sgt. Getraer: OK! Das reicht! Ich dachte eigentlich Officer Poncherello wäre der König der Ausreden; aber diesen Titel muss er wohl jetzt an sie abgeben! So eine absurde Geschichte … wie können sie nur denken, dass wir ihnen das abkaufen würden!

Chipslette: Oh, oh … sie glauben PoJo nicht.

Mia: Vielleicht besser so.

Ponch (ironisch und sichtlich amüsiert): Ich weiß nicht, Sarge. Aber ich fand die Geschichte gar nicht so schlecht. Ich wollte schon immer Schauspieler werden …

Getraer wirft Ponch einen strafenden Blick zu.

Sgt. Getraer: Also gut. Wenn sie nicht reden wollen ... , bitte. Sie werden in Untersuchungshaft genügend Zeit haben darüber nachzudenken.

PoJo: Untersuchungshaft??? Das geht nicht!

Sgt. Getraer: Und ob das geht! Es sei denn sie haben ihre Meinung geändert und wollen doch auspacken?!

PoJo: Aber in 2 Tagen kehre ich doch zurück! Was, wenn ich dann genau dort sein muss, wo ich erschienen bin? Wenn ich in einer Untersuchungshaftanstalt sitze, wird es mir wohl kaum gelingen zum Freeway-System zu gelangen.

J.J.Baker: Ok, PoJo. Ganz ruhig jetzt. Unglücklicherweise denken die, dass du in die Sache verwickelt bist. Und die Wahrheit hat dich auch nicht weitergebracht. Wir müssen auf jeden Fall verhindern, dass du eingesperrt wirst.

Knight Rider: Also ich schlage vor, dass PoJo einfach kooperieren sollte. Erzähl ihnen doch von dem Waffenlager; dann würden sie dich wenigstens nicht mehr für eine Mittäterin halten.

Mia: Eigentlich wollten wir ja versuchen, dich aus allen Schwierigkeiten raus zu halten, aber du steckst leider schon mittendrin. Ab besten du erzählst ihnen wirklich was du über die Raubüberfälle weißt.

Chipslette: Genau, … wenn du ihnen entgegenkommst, dann kommen sie dir vielleicht auch ein Stückchen entgegen.

Nadine: Ganz bestimmt werden sie das tun. Unsere Chippies sind doch keine Unmenschen.

PoJo: Ihr habt Recht, schlimmer kann es ja eh nicht mehr werden.

PoJo blickt auf und wendet sich Richtung Getraer

PoJo: In Ordnung. Ich werde ihnen sagen, wie es wirklich war. Ich lief einen Feldweg parallel zum Freeway entlang als plötzlich …

PoJo erzählt die gesamte Story über die Hütte mit den Waffen, über das Gespräch zwischen den 2 Kriminellen, über ihre Flucht und wie sie zu der Karte kam. Ponch und Jon hören interessiert zu. Getraer lässt PoJo nicht aus den Augen und verfolgt jede Bewegung. Als PoJo alles erzählt hat, steht Getraer auf und ergreift die Karte.

Sgt. Getraer: Baker! Poncherello! Bitte folgen sie mir für einen Moment nach draußen. Und sie (Getraer wirft PoJo einen scharfen Blick zu) bleiben hier sitzen. Ich sehe sie durch diese Scheibe, also kommen sie gar nicht erst auf die Idee noch mal an den Aktenschrank zu gehen!

Die 3 Männer verlassen den Raum. PoJo bleibt eingeschüchtert zurück. Im Flur angekommen wendet sich Getraer an Ponch und Jon.

Sgt. Getraer: Also, … angenommen es stimmt, was das Mädchen erzählt, dann planen die Kerle für morgen einen weiteren Überfall.

Jon: Exakt, … und zwar den letzten von insgesamt vier.

Sgt. Getraer: Ja, … und wenn man nach der Karte geht, dann betrifft es ein Waffengeschäft zwischen der Kennedy und der Jefferson Road. Auf diesem Gebiet fahren sie doch Patrouille; ist ihnen in letzter Zeit irgendetwas aufgefallen?

Ponch: Moment mal! Der rote Pick-up von heute Morgen. Weißt du noch, Jon?

Jon: Ja. Der Fahrer meinte er hätte sich verfahren. Für uns sah es allerdings so aus, als ob er ziellos in der Gegend rumfahren würde.

Sgt. Getraer: Oder er hat sich einen Eindruck von der Gegend verschafft. Hilfreich, wenn man damit rechnen muss, verfolgt zu werden.

Jon: Ich glaube der Mann hieß Logan Dubby, … oder? Nein, Durby war es!

Ponch: Hat das Mädchen nicht von einem Gespräch erzählt, in dem der Name Logan erwähnt wurde?

Jon: Ja, sie sprach von einem Logan, Brad und James. Es scheint, als hätte sie diesmal die Wahrheit gesagt.

Sgt. Getraer: Bliebe nur noch die Frage, wer sie ist und woher sie uns so gut kennt?

Ponch (ironisch, frotzelnd): Na sie kennt uns aus einer Fernsehserie, Sarge, das hat sie doch gesagt!

Sgt. Getraer: Poncherello, das ist nicht lustig. Mag sein, dass sie an solchen Märchen Gefallen finden; ich für meinen Teil tue das nicht.

Ponch: Im Ernst, Sarge, keine Ahnung wer sie ist, aber ich glaube nicht, dass sie etwas mit der Sache zu tun hat. Sehen sie doch mal wie sie dasitzt; weinend und verzweifelt. Sie ist dort irgendwie reingerutscht. Sowas passiert mir andauernd.

Jon: Also das kann ich bezeugen.

Sgt. Getraer: Ja, ja – gut jetzt. Es ist 18.30 Uhr. Sie haben gleich Dienstschluss. Außerdem wird es bald dunkel. Es macht also keinen Sinn mehr, jetzt nach der Hütte zu suchen. Wir werden bis morgen Früh warten. Das Mädchen soll uns die Stelle zeigen. Ich werde ein Team zusammenstellen und Sicherheitskräfte um das Waffengeschäft postieren – nur für alle Fälle.

Getraer sowie Ponch und Jon betreten wieder das Büro des Sergeant.

Sgt. Getraer (jetzt mit ruhigerer Stimme): Gut, junge Dame, ich bin geneigt ihren Schilderungen Glauben zu schenken. Das heißt allerdings nicht, dass sie jetzt gehen können. Sie werden uns morgen Früh die Hütte zeigen, in der die Waffen versteckt sind. Die Nacht werden sie also hier verbringen müssen.

Knight Rider: Na dann viel Spaß, PoJo. So eine Einzelzelle ist nicht gerade ein 4-Sterne-Hotel. Glaub mir, ich weiß von was ich spreche.

PoJo: In Ordnung. Ich zeige ihnen den Weg dorthin. Unter einer Bedingung: Sie stecken mich heute Nacht nicht in eine Gefängniszelle!

Sgt. Getraer: Wie haben sie sich das denn vorgestellt? Sie sind vielleicht nicht mehr direkt verdächtig, was die Waffendiebstähle angeht, aber da bliebe immer noch die Frage nach ihrer Identität. Und die Sache mit den internen Polizeiinformationen ist auch noch nicht vom Tisch. Sie sind nun wirklich nicht in der Position irgendwelche Forderungen zu stellen!

Mia: Komm, PoJo, lass gut sein. Es ist doch nur für eine Nacht.

PoJo: Nein, Mia. Ich hab nix verbrochen, du weißt das. Ich lass mich auf keinen Fall einsperren; ein bisschen Stolz besitze ich auch noch.

Nadine: Getraer ist heute aber auch mal wieder streng.

Chipslette: Mmh, PoJo, … drück doch mal ein bisschen auf die Tränendrüse, vielleicht hilft das ja.

Kaum hat Chipslette die Worte ausgesprochen, kullern große dicke Elefantentränen PoJos Wangen hinunter. Ponch und Jon schauen sie mitleidsvoll an. Auch Sgt. Getraers Gesichts-ausdruck verändert seinen.

J.J.Baker: Hey, das scheint zu funktionieren. Los, PoJo, setz noch einen oben drauf!

PoJo fängt lauthals an zu schluchzen

Chipslette: Das gibt`s doch nicht. Wie auf Knopfdruck!?

Mia: Hat sich der Theaterkurs, den du 3 Semester besucht hast, also doch ausgezahlt.

PoJo: Sieht ganz so aus … hihi

Jon wendet sich zu Getraer und flüstert ihm leise etwas ins Ohr.

Jon: Sarge, vielleicht findet sich doch noch eine andere Möglichkeit. Es scheint ihr recht nahe zu gehen.

Sgt. Getraer: Sie kennen die Dienstvorschriften, Jon! Personen, die in Polizeigewahrsam genommen wurden sind so unterzubringen, dass eine ständige Überwachung gewährleistet werden kann.

Ponch: Ich könnte doch die Nacht auf sie aufpassen.

PoJo blickt hoffnungsvoll zu Ponch, dann zu Getraer

Sgt. Getraer: Was?! Auf gar keinen Fall, Ponch. Ihnen würde ich nicht mal den Hund meines Neffen anvertrauen. Sie geraten doch ständig in irgendwelche Schlamassel.

Ponch: Und wenn Jon mit dabei wäre? Wir würden die Nacht einfach in seinem Appartement verbringen.

Jon: Moment mal, …

Ponch: Ach komm schon, Jon! Wir sind doch Partner! Du hast doch selber gesagt, es gäbe noch eine andere Möglichkeit ….

Jon: Ich weiß, aber da habe ich nicht daran gedacht, dass du gleich bei mir einziehst! Diese Erfahrung musste ich schon mal machen und sie gehört zu den schlimmsten in meinem ganzen Leben.

Ponch: Ach jetzt übertreibst du aber.

PoJo: Also wenn die beiden heute Nacht auf mich aufpassen würden … mit dem Vorschlag könnte ich leben.

PoJo: Boah, ich kann bei Ponch und Jon übernachten !!! Jippppieee !!! Voll krass !!! Mega Hammer !!! Geiloooooooo !!!

Chipslette/J.J.Baker: Ich will auch !!!

Sgt. Getraer: Also gut, aber nur wenn sie dabei sind, Jon! Und sie müssten Nachtwache halten. Wechseln sie sich ab, wenn’s sein muss. Bei dem geringsten Problem rufen sie mich an. Verstanden!?

Jon öffnet den Mund und will etwas sagen, aber Ponch fällt ihm ins Wort

Ponch: Aber natürlich, Sarge! Alles verstanden.

Ponch ergreift den Arm von PoJo und schiebt gleichzeitig Jon in Richtung Tür.

Jon hat eigentlich Einwände, gibt aber nach und lässt sich hinaus befördern.

Nachdem sie etwa 7 m den Flur entlanggegangen sind, ruft ihnen Getraer nach:

Sgt. Getraer: Und benutzen sie ihre Handschellen. Ich kann kein Risiko eingehen.

Ponch: Alles klar, Sarge.

Ponch, Jon und PoJo verlassen das Polizeigebäude.

Kapitel 16

Brad fährt mit der Ladefläche voller Kisten den Ocean Drive entlang Richtung Santa Monica Bay. Da wird er angefunkt:

Logan: Wo bist du?

Brad: Ich verlasse in Kürze den Ocean Drive, wo befindet sich das Fischerhäuschen genau?

Logan: Halte dich nach der Michigan-Kreuzung immer links - bis du an einer Tankstelle vorbeikommst. Dann kommt eine scharfe Rechtskurve. Sie führt dich auf einen holprigen Feldweg. Folge ihm noch etwa 2 Meilen; dann bist du da. Ist dir auch niemand gefolgt?

Brad: Nein, ich glaube nicht. Was wir aus dem Coup morgen Abend?

Logan: Den können wir wohl erstmal vergessen. Die Bullen haben uns bestimmt schon einen schönen Empfang bereitet.

Brad: Aber wir haben die georderte Menge an Waffen noch nicht zusammen. Vorher können wir nicht liefern.

Logan: Das weiß ich auch, du Idiot! Dann müssen wir uns eben ein neues Ziel suchen! Jetzt beweg deinen Arsch erstmal hierher und dann werden wir uns was ausdenken.

Kapitel 17

Vor Jons Wohnanlage. Jon hat sein Motorrad bereits abgestellt. Kurz darauf trifft ein Streifenwagen ein mit Officer Cahill am Steuer. PoJo sitzt auf dem Beifahrersitz.

Jon: Danke, Sindy, dass du sie hergefahren hast.

Sindy: Kein Problem, Jon. Freut mich, wenn ich euch bei eurer „Undercover-Aktion“ unterstützen konnte. (Sindy formt ein freundliches Lächeln)

Jon: Wie du das sagst. Ich frage mich ernsthaft auf wen ich mehr aufpassen muss - auf das Mädchen oder auf Ponch?

Sindy und Jon fangen an zu lachen

Sindy: Du schaffst das schon. Ich würde euch ja gerne Gesellschaft leisten, aber ich habe meiner Schwester versprochen heute Abend den Babysitter zu spielen. Wo ist eigentlich Ponch?

Jon: Der holt noch ein paar Sachen aus seinem Wohnwagen. Er müsste aber in einer halben Stunde da sein.

Sindy steigt aus dem Wagen und öffnet die Beifahrertür

Sindy: Aussteigen, junge Dame, wir sind da.

PoJo steigt aus. Jon ist schon an ihrer Seite, um sie zu übernehmen.

Sindy: Dann macht’s mal gut, ihr zwei! Das mir morgen keine Klagen kommen, junge Dame!

Sindy fährt los. Jon winkt ihr kurz nach.

PoJo: Das war Sindy.

Jon: Ja, ganz recht.

PoJo: Das heißt also Staffel 1 oder Staffel 2.

Jon: Von was sprichst du?

PoJo: Ach, nichts.

Jon: Wir gehen jetzt in meine Wohnung. Es gibt genau 2 Möglichkeiten. Entweder du versprichst, nicht wegzulaufen und zu tun, was ich oder mein Partner dir sagen – oder ich werde leider die Handschellen benutzen müssen, so wie es der Sarge im Übrigen auch empfohlen hat.

J.J.Baker: Als ob man vor Jon weglaufen würde … ich jedenfalls könnte das nicht. Je näher desto besser.

Nadine: Also ich würde es zumindest versuchen, mir fallen bei dem Wort Handschellen nämlich noch ganz andere Dinge ein … hihi

Chipslette: NADINE !!!

Mia: NADINE !!!

Knight Rider: Die Frau ist echt unfassbar, … aber irgendwie auch lustig.

Jon: Und?

PoJo: Also ich entscheide mich dann doch lieber für die erste Variante.

Jon: Gut, an deiner Stelle hätte ich die auch gewählt. Also los, es geht die Treppe rauf.

Jon und PoJo erreichen das Appartement und treten ein. Jon zeigt auf einen der Barhocker.

Jon: Setzt dich einfach da hin. Hast du Hunger?

PoJo: Boah, Hunger ist gar kein Ausdruck. Ich hab seit 15 Stunden nichts gegessen.

J.J.Baker: Na dann sag mal schnell „ja“. Wann sonst kommst du noch mal in den Genuss eines von Jon zubereiteten Essens. Oh, PoJo, du hast aber auch ein Glück!

Chipslette: Da kann ich dir nur beipflichten, JayJay.

PoJo: Also ein bisschen Hunger hätte ich schon.

Knight Rider: Warum denn so bescheiden? Also ich würde die Situation voll auskosten.

Mia: Manchmal ist weniger eben mehr.

Jon geht zum Kühlschrank und öffnet die Tür.

Jon: Oh …! Entschuldige, aber ich bin nicht auf Besuch eingerichtet. Anscheinend hätte ich mal wieder einkaufen gehen müssen.

Nadine: Seht mal, da steht das Drehkreuz!

Knight Rider: Coole Sache. Hier stimmt einfach jedes Detail.

Jon: Na gut, dann ruf ich schnell Ponch an. Vielleicht erreiche ich ihn noch rechtzeitig. Dann soll er was vom Imbiss mitbringen. Komm ich zeig dir schon mal das Bad. Vielleicht möchtest du dich noch kurz frisch machen.

PoJo folgt Jon ins Bad.

J.J.Baker: Cool! Das Bad wurde in der Serie noch nie gezeigt. Leute haltet die Augen offen, hier kommen Exklusivbilder der Extraklasse!

Jon: Wenn du möchtest kannst du duschen gehen. Handtücher befinden sich rechts im Schrank. Seife ist dort drüben. Du kannst den roten Bademantel benutzen, der hinter der Tür hängt. Den hat meine Nachbarin neulich vergessen.

PoJo: Ihre Nachbarin?

Jon: Ja, ihre Wasserleitung war defekt und während der Reparaturarbeiten konnte sie eine Woche lang die Dusche nicht benutzen. Da hab ich ihr erlaubt, hier zu duschen.

Nadine: Was fragst du denn so doof, PoJo? Du weißt doch, dass bei Jon die Nachbarinnen ein und aus gehen.

Chipslette: Jon ist eben hilfsbereit. So wie sich das für einen Gentleman gehört!

J.J.Baker: Da hast du Recht, Schwester!

Knight Rider: Schon klar …

Jon: Hier hast du noch ein T-Shirt von mir. Könnte allerdings etwas groß sein. Naja, für die Nacht wird’s schon gehen.

PoJo nimmt das Shirt entgegen. Bevor Jon das Bad verlässt, wendet er sich noch mal um:

Jon: Und vergiss nicht; wir befinden uns nicht im ersten Stock. Also komm nicht auf dumme Gedanken. Ach ja, und die Tür wird nicht abgeschlossen, alles klar?!

PoJo nickt und Jon verlässt das Bad.

Nadine: Schaut euch mal das Waschbecken an. Die Farbe ist ja abscheulich.

Mia: Das war früher modern.

Chipslette: Also meine Oma hatte auch ein grünes Bad.

Knight Rider: Ja, ja – früher war alles anders.

J.J.Baker: Heißt das nicht: „Früher war alles besser“ ?

Knight Rider: Also wenn ich mir die Farbe des Waschbeckens so ansehe, würde ich eher für „anders“ plädieren.

Chipslette: Ist ja auch egal.

Nadine: Boah, stellt euch nur vor, in dieser Dusche hat Jon schon gestanden.

J.J.Baker: Wahrscheinlich noch heute Morgen. Wäähh, ich will auch!!!

Chipslette: Los, PoJo, steig schon rein und dann sag uns, wie sich das anfühlt.

PoJo: Ihr erwartet doch jetzt nicht wirklich, dass ich mit euch allen Duschen gehe?

Nadine: Wieso denn nicht? Wir sind doch alles Mädels.

Knight Rider: Genau, alles Mädels … und ich mach die Augen zu, versprochen.

PoJo: Ich glaube ja, dass Jon ein Gentleman ist, aber bei Knight Rider bin ich mir da nicht so sicher …

J.J.Baker: Der war gut …hihi

Knight Rider: Hey, was soll das denn heißen …?

Nadine: Alle Männer sind Schweine, ganz einfach.

Chipslette: Na, … es kriselt wohl zwischen unserem Chips-Traumpaar?

J.J.Baker: Pack schlägt sich; Pack verträgt sich, würde ich mal sagen.

PoJo: Na ich will ja hier keinem zu nahe treten, aber einen letzten Rest an Privatsphäre müsst ihr mir schon zugestehen. Ich dusche im Dunkeln, Problem gelöst.

PoJo genießt die Dusche in vollen Zügen und ist froh sich den ganzen Schweiß und Dreck der letzten Stunden abwaschen zu können. Nebenbei kommuniziert sie immer wieder mit ihren CHiPs-Freunden Als sie fertig ist trocknet sie sich ab und zieht das Shirt von Jon über. Sie bedient den Lichtschalter und betrachtet sich im Spiegel …

Knight Rider: Na endlich wieder Licht.

Mia: PoJo, das Shirt ist dir bestimmt 4 Nummern zu groß. Sieht eher aus wie ein Nachthemd.

Chipslette: Na für diesen Zweck ist es ja auch gedacht.

Nadine: Jon ist halt ein langer Lulatsch … das war er schon immer.

J.J.Baker: Also ich steh ja auf große Männer.

Chipslette: Vielleicht kannst du das Shirt irgendwie mitbringen, PoJo. Dann hätte ich ein echtes Souvenir von Jon. Das wäre bombastisch!

J.J.Baker: Hey, wer sagt denn, dass du es kriegst???

Mia: Also wenn ich dir einen Rat geben darf, PoJo, dann lass es da. Die zwei kriegen sich nur in die Haare deswegen.

PoJo lacht, zieht den Bademantel über und verlässt das Bad. Jon steht in der Küche und bemerkt sie.

Jon: Ich habe Ponch Bescheid gegeben. Er bringt was zu Essen mit. Setz dich doch solang auf die Couch. Er müsste bald eintreffen.

PoJo befolgt Jons Anweisung und macht es sich bequem. Sie beobachtet, wie Jon den Tisch deckt und denkt über die Geschehnisse des letzten Tages nach. Sie registriert noch wie Chipslette und JayJay darüber diskutieren, ob Jon jetzt alt oder jung attraktiver wirkt, … dann entgleiten ihr die Gedanken und sie ist weg.

Knight Rider: Das war`s Leute. Ich glaube, PoJo ist eingeschlafen.

Mia: Sieht ganz so aus. Da war die Müdigkeit wohl doch größer als der Hunger.

J.J.Baker: Apropos müde … wie spät ist es eigentlich? Ich könnt auch ein bisschen Schlaf vertragen.

Chipslette: Ach du meine Güte! Es ist ja schon 4.00 Uhr morgens!

Nadine: Es ist so viel passiert, da haben wir gar nicht gemerkt, wie die Zeit vergeht.

Knight Rider: Kein Wunder, … so was erlebt man nun wirklich nicht alle Tage.

Mia: Chipslette, hättest du nicht schon längst dein Kind ins Bett bringen müssen?

Chipslette: Nee, meine Kleine ist mit ihrem Papa übers Wochenende zu den Großeltern gefahren. Auch Chipslette hat mal eine Auszeit verdient.

Mia: Die sollst du kriegen. Ich schlage vor, dass wir uns alle ein bisschen hinlegen, damit wir morgen wieder fit sind.

Nadine: Zum Glück ist morgen Samstag. Sonst hätte ich an die Arbeit gemusst, aber so ist das ja alles kein Problem.

J.J.Baker: Also gut, dann schlaft schön. Aber lasst eure PCs an … man kann ja nie wissen.

Alle CHiPs-Freunde begeben sich zu Bett. Diejenigen, bei denen der Computer nicht in Reichweite des Bettes steht, schlafen auf der Couch.

An der Appartementtür klopft es. Jon lässt Ponch herein.

Ponch: Hier bin ich. Ich hoffe, ihr gebt euch mit „Fish & Chips“ zufrieden, was anderes hab ich auf die Schnelle nicht bekommen.

Jon: Klar, aber ich denke wir essen heute nur zu zweit.

Ponch: Ist sie abgehauen?

Jon: Nein, aber eingeschlafen. Jon zeigt in Richtung Couch.

Ponch: Es ist doch erst kurz nach 20.00 Uhr ??? … Und Getraer dachte, wir müssten sie bewachen. In diesem Zustand kann sie keiner Fliege was zuleide tun.

Jon: Da gebe ich dir Recht. … Hey, krieg ich trotzdem was zu Essen?

Ponch beginnt zu grinsen

Ponch: Na klar, Kumpel.

Beide setzen sich an den Tresen und beginnen zu essen.

Ponch: Hat sie noch irgendwas gesagt? Wo sie herkommt und so?

Jon: Nein, gar nichts. Aber sie hat alles ganz genau betrachtet. Als ob sie sich jedes Detail einprägen wollte. Das Drehkreuz hat sie bestimmt 5 min angestarrt.

Ponch: Vielleicht hat es sie an was erinnert.

Jon: Keine Ahnung, gut möglich.

Ponch: Sonderbare Geschichte. Wer ist sie bloß?

Jon: Vielleicht werden wir es ja noch erfahren. Morgen setzen wir erstmal die Waffenschieberbande fest; danach sehen wir weiter.

Jon schiebt sich die letzte Pommes in den Mund und greift zur Serviette.

Jon: Na dann, … wer übernimmt die erste Nachtwache?

Ponch: Meinetwegen fang ich an. Bin noch putzmunter. Ich weck dich dann in 2 Stunden. Dann wechseln wir.

Jon: Gut, dann geh ich jetzt mal Zähne putzen. Mach`s dir doch im Sessel bequem. Auf dem Tisch findest du ein paar Zeitschriften.

Jon geht ins Bad. Etwa 20 min später begibt er sich zu Bett. Ponch sitzt im Sessel und liest. Ab und an schaut er rüber zur Couch – und zwar immer dann, wenn PoJo beginnt im Schlaf zu reden. Es sind nur einzelne Wörter, aber Ponch prägt sie sich gut ein. Er schaut auf die Uhr. In einer halben Stunde muss er Jon wecken. Seine Augen brennen, die Lider werden immer schwerer. Er schaut wieder auf die Uhr. Noch 28 min. In 28 Minuten wird er Jon wecken. Nur noch 28 min, dann … rrrhhh, rrrhhh, rrrhhh …

Kapitel 18

Jons Telefon klingelt. Jon schnellt aus dem Bett, bewegt sich schlaftrunken in den Flur und nimmt den Hörer ab.

Jon: Ha … Hallo …?

Sgt: Getraer: Jon? Sind sie das? Wo bleiben sie denn?

Jon: … Sarge?

Sgt. Getraer: Ja, was dachten sie denn, wer dran ist? Wissen sie eigentlich wie spät es ist? Ich warte bereits seit einer halben Stunde. Wieso sind sie nicht pünktlich zum Dienst erschienen? Das Mädchen ist doch noch bei ihnen, oder?

Jon lehnt sich mit dem Oberkörper in Richtung Wohnzimmer. Dort erblickt er neben der immernoch schlafenden PoJo auch Ponch, der zusammengesunken im Sessel sitzt.

Jon (leise vor sich hin fluchend): Oh, Ponch!

Sgt. Getraer: Was haben sie gesagt? Gibt es ein Problem?

Jon berappelt sich schnell und wendet sich wieder Getraer zu

Jon: Nein, Sarge. Alles in Ordnung. Wir sind nur etwas spät dran.

Sgt. Getraer: Na dann beeilen sie sich gefälligst ein bisschen! Das gesamte Einsatzteam steht hier schon bereit. Sie scheinen ja etwas überfordert zu sein … ich schicke Baricza vorbei. Er soll das Mädchen abholen.

Jon ist gerade dabei, etwas zu erwidern, aber Getraer hat schon aufgelegt.

Jon (vor sich hin brummelnd): Fantastisch …

Jon geht zurück ins Schlafzimmer und zieht sich seinen Morgenmantel über. Dann begibt er sich ins Wohnzimmer, ergreift ein Kissen und wirft es Ponch an den Kopf.

Jon: Aufwachen, du Schnarchsack! Getraer ist auf 180 wegen uns!

Ponch ist ganz verdattert und begreift noch gar nicht richtig was los ist.

Jon: Ponch, verdammt nochmal, hatten wir nicht vereinbart, dass du mich nach 2 Stunden weckst?! Stattdessen machst du es dir im Sessel bequem und hältst ein Nickerchen von über 8 Stunden!

Ponch wird langsam klar auf was Jon anspielt und macht ein reuevolles Gesicht

Ponch: Oh, ich muss wohl eingeschlafen sein, … entschuldige, Mann.

Jon: Entschuldige dich lieber bei Getraer. Wenn der erfährt, dass das Mädchen unbeaufsichtigt war, ist die Hölle los.

Ponch: Er muss es doch nicht unbedingt erfahren, oder? (Ponch schaut Jon hoffnungsvoll an)

Jon: Oh, Ponch … (Jon verdreht die Augen und schüttelt den Kopf)

Ponch: Sieh mal, es ist doch gar nichts passiert. Sie ist doch noch da.

Jon: Ja, … zum Glück!

Von dem Lärm wird auch PoJo langsam wach

Ponch: Na siehst du, alles noch mal gut gegangen. Dafür hab ich etwas über sie herausgefunden.

Jon: Ach ja? Was denn?

Ponch: Pass auf … !

Ponch dreht sich in Richtung Couch und ruft:

Ponch: PoJo!

PoJo hört ihren Namen und wendet sich um.

Ponch freut sich und geht ein paar Schritte auf sie zu

Ponch: Dachte ich mir doch, dass das dein Name ist. Du hast ihn im Schlaf so oft vor dich hin gebrabbelt …

PoJo (erschrocken): Ich habe im Schlaf geredet?

Ponch: Na nun komm mal wieder runter. Das machen viele Menschen. Besser als Schnarchen!

PoJo lächelt verlegen

Jon: P o J o … komischer Name. Ist wohl eher dein Spitzname, oder?

PoJo reagiert nicht; dafür meldet sich Ponch zu Wort

Ponch: Wieso komisch? Klingt doch klasse! Wie ein Mix aus Ponch und Jon. Na jedenfalls hört sie drauf. Jetzt wissen wir wenigstens, wie wir sie ansprechen sollen.

Jon (ironisch): Das wird Getraer bestimmt versöhnlich stimmen.

Ponch: Wollen wir`s hoffen.

Jon: Ok, … auf jetzt! Bear wird gleich hier sein, um das Mädchen … äh … ich meinte natürlich PoJo … abzuholen. Geh am besten als erste ins Bad. Ich geh mich anziehen und Ponch, … du machst dir Gedanken, was wir Getraer sagen werden!

Ponch: Null Problemo. Da fällt mir schon was ein.

PoJo verschwindet im Bad, Jon geht zurück ins Schlafzimmer und Ponch begibt sich zum Kühlschrank, in der Hoffnung etwas zum Frühstück zu finden. Nach ca. 5 min betritt Jon in seiner Uniform den Küchenbereich und sieht Ponch dabei, wie er sich gerade ein paar kalte Pommes von gestern reinschiebt.

Ponch: Willst du auch? (Ponch hält Jon eine labbrige Pommes vor die Nase)

Jon (verzieht das Gesicht): Lass mal, Kumpel. Ich will dir ja nichts wegessen …

Da klingelt es an der Tür. Jon öffnet und empfängt Officer Baricza.

Bear: Guten Morgen, Sir. Ich soll hier eine weibliche Person abholen; bin ich da richtig?

Jon beginnt zu grinsen

Jon: Komm schon rein, alter Junge. Ponch hat gerade Frühstück gemacht, … vielleicht hast du Appetit?

Bear: Danke, warum eigentlich nicht.

Da erblickt Bear Ponch mit den labbrigen Pommes in der Hand

Bear: Ähh, … ich meinte natürlich … ich würde gerne etwas essen, aber Getraer hat mich zur Eile geboten. Schade eigentlich, …

Bear dreht sich wieder zu Jon um und wirft ihm einen erleichterten Blick zu. Dieser schaut verständnisvoll und etwas verschmitzt zu Boden.

Bear: Na dann, … wo ist sie?

Ponch: „Sie“ hat jetzt einen Namen und ist noch im Bad.

Ponch steht auf und klopft an die Badtür.

Ponch: PoJo, brauchst du noch lang? Wir müssten dann los!

PoJo: Ich bin gleich soweit, nur noch eine Minute!

PoJo: Hallo? … Mia? Chipslette? Nadine? JayJay? Knight Rider? Wo seid ihr denn alle?

Es meldet sich keiner. PoJo bleibt allein mit ihren Gedanken. Sie hat ein mulmiges Gefühl, schaut noch einmal in den Spiegel und verlässt dann das Bad.

Kapitel 19

Bears Streifenwagen – eskortiert von Jon und Ponch auf ihren Motorrädern – biegt auf das Polizeigelände ein und parkt auf den vorgegebenen Flächen. Bear hat PoJo mehrfach angesprochen, aber die war recht schweigsam. Zu groß war die Sorge um ihre Forum-Freunde. Wie gern hätte sie jetzt für Mia Bear während der Fahrt angestarrt, … wenn sich doch nur irgendjemand von ihnen gemeldet hätte! PoJo spricht sich Mut zu; irgendeine Erklärung würde es dafür schon geben. Sie hatten versprochen, das Ganze mit ihr gemeinsam durchzustehen. Sie würden sie nicht ohne Grund alleine lassen … und sie würden bald wieder bei ihr sein. Daran glaubt PoJo ganz fest. Zusammen mit Ponch und Jon betritt sie das Revier. Kaum hat Getraer das Trio erblickt, kommt er auf sie zugestürmt.

Sgt. Getraer: Warum kommen sie erst jetzt??? Hatte ich gestern nicht deutlich genug gesagt, dass wir heute Morgen einen Einsatz haben? Meinen sie etwa die Waffendiebe warten, bis sie ihren Schönheitsschlaf beendet haben, oder was?

Jon tritt etwas zurück und überlässt Ponch das Reden. Immerhin war es seine Schuld, sollte er doch jetzt Getraer erzählen, wie es dazu gekommen ist. Aber Jon kennt Ponch zu gut, irgendwie würde er es wieder schaffen, sich da rauszuwinden …

Ponch: Aber, Sarge … na kommen sie; … die halbe Stunde …

Sgt. Getraer (empört): Halbe Stunde? Sie sind seit über 90 Minuten überfällig … !

Ponch: Wissen sie denn überhaupt, wie es morgens zugeht? … Ich meine bei 3 Personen und nur einem Bad …

Sgt. Getraer: Danke, Poncherello, … aber ich habe selber Familie. Natürlich weiß ich wie es ist, wenn …

Ponch fällt ihm ins Wort

Ponch: Na sehen sie … dann wissen sie doch, dass das weibliche Geschlecht immer etwas länger braucht.

Getraer blickt ungläubig zu PoJo. Diese starrt unbeteiligt vor sich hin, … als plötzlich eine Stimme ihre Aufmerksamkeit erweckt

Mia (laut rufend): PoJo?!

PoJo: Ja!

Getraer bezieht ihr „Ja“ auf den eben besprochenen Sachverhalt und fasst es als Bestätigung auf. Getraer, der von der Ausrede nicht 100%ig überzeugt scheint, wendet sich dennoch wichtigeren Dingen zu.

Getraer: Wie dem auch sei, … wir müssen sofort los. Haben schon genug Zeit verloren … Das Einsatzteam besteht aus ihnen beiden, Baricza, Fritz sowie Officer Ledan, McDuncay, Fersy, Miller, Smith und selbstverständlich mir. Ziehen sie sich ihre kugelsicheren Westen über.

PoJo hört gar nicht, was Getraer sagt, sie konzentriert sich nur auf Mias Stimme.

PoJo: Mia, na endlich! Wo wart ihr denn? Ich habe mir Sorgen gemacht … Und wo sind die anderen?

Mia: Wir sind eingeschlafen, genauso wie du. Bin eben erst wach geworden und hab den laufenden Bildschirm gesehen. Es scheint, als würden die anderen noch schlafen. Bei dir alles klar?

PoJo: Denk schon. Bin jetzt auf dem Revier, fahren aber gleich los zum Waffenversteck …

Mia: Verstehe, … Vielleicht finde ich ja die Telefonnummern, dann werde ich die anderen mal anklingeln. Ich krieg die schon wach.

Getraer hat PoJo angesprochen, diese hat von ihm aber keinerlei Notiz genommen. Daraufhin berührt er PoJo am Arm.

Sgt. Getraer: Hören sie mir überhaupt zu?

PoJo wird aus ihren Gedanken gerissen und bemerkt Getraer, der auf eine Antwort zu warten scheint.

PoJo: Äh, … , was sagten sie nochmal …?

Sgt. Getraer: Sie fahren bei Officer Baricza mit. Er wird uns auf den Freeway führen, wo er sie aufgegabelt hat und von dieser Stelle aus zeigen sie uns den Weg zum Waffenlager. Halten sie sich immer im Hintergrund, egal was passiert. Bleiben sie im Wagen und befolgen sie unsere Anweisungen, verstanden?!

PoJo macht ein verantwortungsvolles Gesicht und antwortet:

PoJo: Ja, Sarge.

Als Ponch das hört, fängt er an zu lachen.

Ponch: Gestern wollte sie noch nicht mal mit ihnen kooperieren und heute nennt sie sie schon „Sarge“. Da können sie mal sehen, was nur eine Nacht unter Poncherellos Fittichen ausmacht.

Getraer - selbst erstaunt - aber daran zweifelnd, dass Ponchs Einfluss dafür verantwortlich ist:

Sgt. Getraer: Regen sie sich ab, Frank. Sie haben damit bestimmt nichts zu tun, dann schon eher Baker.

Getraer dreht sich um und ruft das Einsatzteam herbei. Ponch bleibt etwas beleidigt zurück.

Ponch (an Jon gewandt): Wieso bringt er alles Positive immer mit dir in Verbindung und niemals mit mir?

Jon (grinsend): Weil er mit dir schon alles Negative in Verbindung bringt.

Da muss auch PoJo grinsen. Sie folgt Jon aus dem Gebäude, wo schon Bear im Wagen auf sie wartet. Kurze Zeit später kommt auch Ponch mit den 2 Westen in der Hand heraus. Eine übergibt er Jon, die andere streift er sich selbst über. Es folgen unzählige Officer, die PoJo aber nicht bekannt sind. Als Getraer ein Zeichen gibt, setzt sich die Kolone bestehend aus 7 Streifenwagen und 2 Motorrädern in Bewegung. Bear mit PoJo auf dem Beifahrersitz nimmt dabei die Spitzenposition ein. Unmittelbar nach ihm folgen Ponch und Jon auf ihren Maschinen und Getraer, der sich für diesen Einsatz für einen Wagen entschieden hat. Bear geleitet die Eskorte auf den Freewayabschnitt, wo er PoJo gefunden hat. PoJo wendet sich um, um zu sehen, ob Ponch und Jon noch hinter ihnen sind.

Knight Rider: Boah, so viele Streifenwagen auf einmal!

PoJo: Dir auch einen wunderschönen guten Morgen, Knight Rider!

Knight Rider: Ja, ja … Morgen.

J.J.Baker: Männer und Autos, … da setzt das Gehirn einfach aus …

Chipslette: Sorry, PoJo … aber wir haben verpennt.

Nadine: Zum Glück hat uns Mia geweckt; ich würde jetzt noch ranzen.

PoJo: Ach, Hauptsache ihr seid wieder da. Ich dachte schon irgendwas sei schief gegangen und ich müsste ewig in dieser Welt verbringen. Was sagt eigentlich die Uhr?

Mia: Sie steht jetzt bei 48 Stunden und 17 Minuten. In gut 2 Tagen bist du also wieder hier.

PoJo: Hoffentlich … dieses Leben wäre mir auf Dauer doch etwas zu anstrengend …

Bear greift zum Funkgerät

Bear: Hier 7 Adam – wir haben die Stelle soeben erreicht. Ich fahre ab jetzt nach den Auskünften des Mädchens. Nach ersten Informationen müssen wir auf einen Feldweg der parallel zum Freeway verläuft und dann ins Landesinnere führt.

Bear nimmt die nächste Abfahrt, welche direkt in die Hügellandschaften des San Fernando Valleys führt. Von hier aus lenkt ihn PoJo in die richtige Richtung, sodass sie den Weg schnell finden. Nach ca. 15 min Fahrt auf holpriger Strecke meldet sich Knight Rider zu Wort.

Knight Rider: Ich glaube wir haben die Stelle erreicht, von der du den Abzweig genommen hast und zur Hütte gelangt bist. Kann das sein, oder irre ich mich?

Mia: Du könntest Recht haben. Die Gegend kommt mir irgendwie bekannt vor …

PoJo informiert Bear, dass sie die Straße jetzt eigentlich verlassen und links über den angrenzenden Hügel fahren müssten. Dieser gibt ihr zu verstehen, dass diese Strecke mit den Streifenwagen nicht zu bewältigen sei und sie deshalb den längeren Weg um den Hügel herum nehmen würden. Nach nochmal 5minütiger Fahrt erkennt PoJo in der Ferne die kleine Holzscheune und gibt Bear Bescheid. Jener informiert per Funk sofort alle anderen Einheiten.

Sgt. Getraer: Verstanden … An alle Einheiten – bewegen sie sich langsam vorwärts und umzingeln sie die Hütte von allen Seiten. Baricza, Poncherello und Baker … sie halten sich etwas zurück.

Die Officer kommen dem Befehl nach und umstellen mit ihren Fahrzeugen das Gebäude so, dass jeglicher Fluchtweg versperrt ist. Dann steigt Getraer aus und spricht durch sein Megaphon:

Sgt. Getraer: Hier spricht die Polizei. Kommen sie mit erhobenen Händen heraus. Das Gebäude ist umzingelt.

Nadine: Wie aufregend!

J.J.Baker: Ich finde es auch voll krass. Besser als jeder Actionfilm!

PoJo: Ihr steckt ja auch nicht mitten drin. Zuhause vor dem Fernseher fände ich das auch cool …

Knight Rider: Da bewegt sich nichts; … die haben bestimmt schon die Mücke gemacht.

Getraer wiederholt seine Worte 2 mal, aber nicht das geringste passiert. Daraufhin gibt er Fritz ein Zeichen und dieser pirscht sich vorsichtig an die Tür heran. Getraer und die anderen geben ihm Rückendeckung. Mit der Waffe in der Hand tritt Fritz gegen die Tür. Diese springt auf, aber zu sehen ist nur ein völlig leerer Raum. Fritz ist immernoch vorsichtig und sieht sich misstrauisch um, aber er entdeckt absolut gar nichts und niemanden. Dann ruft er Getraer zu:

Fritz: Die Luft ist rein, Sarge. Hier ist niemand.

Getraer und ein paar andere Officer gesellen sich zu Fritz und untersuchen die unmittelbare Umgebung der Hütte. Auch hier können sie nichts Ungewöhnliches feststellen.

Ponch und Jon legen die Westen ab und begeben sich zu Bear, der immernoch im Wagen sitzt.

Bear: Und? Nichts gefunden?

Jon: Nein, nicht den geringsten Beweis.

Bear: Dann sind uns die Typen also zuvor gekommen und haben das Diebesgut woanders hingeschafft. Verdammt!

Getraer nähert sich von hinten.

Sgt. Getraer: Falls hier überhaupt jemals Diebesgut gelagert wurde.

Ponch: Wie meinen sie das, Sarge?

Sgt. Getraer: Wir haben nicht die geringste Spur gefunden … nicht einmal irgendwelche Fußspuren im Sand. Gar nichts! Langsam glaube ich, dass uns die Kleine mal wieder angelogen hat.

Ponch: Aber Reifenspuren waren da schon …

Sgt. Getraer: Ja, die können aber auch von den Fahrzeugen der umliegenden Farmen verursacht worden sein. Das hier ist die einzige Zufahrtsstraße zum Freeway. Alle Farmer benutzen diesen Feldweg.

Als PoJo das hört, fühlt sie sich ungerecht behandelt. Obwohl sie die Wahrheit sagt, glaubt man ihr nicht.

PoJo: Aber ich lüge nicht, Sarge. Das schwöre ich. Diese Hütte war voller Waffen und von hier aus haben 2 Männer auf mich geschossen. Wieso glauben sie mir denn nicht!?

Sgt. Getraer: Weil es nicht das erste mal wäre, dass sie uns anlügen würden!

PoJo ist enttäuscht, gleichzeitig wütend, weil man ihr nicht glaubt.

PoJo: Aber es war so! Die Typen haben auf mich geschossen und zwar bis ich außer Sichtweite war. Sie haben den Tank getroffen, weshalb der Wagen bald darauf liegen blieb …

Ponch: Dann müssten wir den Wagen doch eigentlich finden können. Weißt du noch ungefähr wo es war?

PoJo: Ich denke schon. Erstmal ging es über diesen Hügel hinweg. (PoJo zeigt in die entsprechende Richtung)

Ponch: Also wenn wir den Wagen finden, dann haben wir ja einen Beweis.

Sgt. Getraer: In Ordnung … überprüfen wir das. Allerdings sind diese Hügel zu unwegsam für die Streifenwagen … versuchen sie es mit den Motorrädern. Aber seien sie vorsichtig! Diese Maschinen sind nicht für MotorCross-Strecken gedacht!

Ponch: Natürlich nicht, Sarge. (Ponch tut unschuldig und erinnert sich insgeheim daran, wie er kurz nach seinen Dienstantritt des Öfteren nachts mit seinem CHP-Motorrad durchs Gelände gefahren ist)

Dann steigt er auf seine Maschine, fährt um Bears Wagen herum uns stoppt galant neben PoJo, die mittlerweile ausgestiegen ist.

Ponch: Aufsteigen, junge Dame! Wir fahren ein bisschen Spazieren …

PoJo kann ihr Glück kaum fassen.

PoJo: Das glaube ich einfach nicht. Davon hab ich immer geträumt und nun soll ich wirklich mit Ponch Motorrad fahren … WAHNSINN!!!

Chipslette: Na dann sattel du mal bei Ponch auf; ich fahre bei Jon mit …

J.J.Baker: Vergiss es, da sitze ich schon … hihi

Knight Rider (stöhnt): Jetzt geht das wieder los …

Ponch: Na los, PoJo! Einfach hinten drauf schwingen und gut festhalten!

PoJo lässt sich bestimmt nicht ein drittes mal bitten und nimmt hinter Ponch Platz. Dann fahren sie los.

Sgt. Getraer: Baker, fahren sie schnell hinterher! Nur zur Sicherheit. Ich habe immer ein ungutes Gefühl, wenn sie nicht auf Ponch aufpassen.

Jon lächelt und startet seine Maschine.

PoJo: Herrlich, … einfach nur herrlich!

Nadine: Was sie wohl meint? Die Aussicht kann es jedenfalls nicht sein. Ich sehe nur einen haarigen Nacken!

PoJo: Haariger Nacken … !!! Ich hör wohl nicht recht! Erstens ist es sein Kopfhaar, was unter seinem Helm hervor lugt und zweitens ist Körperbehaarung ein Zeichen von Männlichkeit!

Nadine: Ach wirklich? ... Mich erinnert es eher an einen haarigen Affen.

PoJo: Na dann passt dieses Milchbubi-Gesicht von Bruce ja hervorragend zu dir. Von einem „Mann“ kann man bei dem ja nicht reden.

Knight Rider (mehr zu sich selbst): Oh Mann, … jetzt drehen sie völlig ab.

Mia: Komm schon, PoJo … lass gut sein. Genieß lieber diesen Moment …

PoJo: Oh, ja … und wie ich ihn genieße! … … … Hat nicht irgendjemand von euch mal behauptet, dass Ponch schwabbelig wär? Wenn das überhaupt jemals der Fall gewesen sein sollte, dann aber nicht in dieser Staffel. Glaubt mir, was ich hier fühle, ist hart wie ein Brett.

J.J.Baker: Wo hast du denn deine Hände?

PoJo: Na wo wohl? Um seine Brust gelegt. Blöde Frage … wo würdet ihr euch denn festhalten?

Nadine: Also ich würde es mit einer Etage tiefer probieren …

Chipslette: NADINE!

Mia: NADINE!

J.J.Baker: Erspare uns die Einzelheiten, bitte Nadine.

Knight Rider (lachend): Ich sage doch, dieses Weib ist einfach nur unglaublich!

Chipslette: Unglaublich versaut … würde wohl besser passen … hihi

PoJo: Wie habe ich das vermisst … wir sind schon ein echt verrückter Haufen.

Ponch fährt mit Jon im Schlepptau die holprigen Hügel entlang … dann wird er langsamer und stoppt. Jon schließt zu ihm auf und hält ebenfalls.

Ponch: Sieh mal, Jon! Was ist das?

Jon steigt ab und geht ein paar Schritte. Dann hebt er einen größeren Gegenstand auf.

Jon: Sieht aus wie ein Benzinkanister. Riecht auch so … allerdings ist er leer.

PoJo: Ich weiß nicht genau, aber ich glaube, weiter bin ich nicht gekommen. Eigentlich hätten wir den Wagen schon finden müssen.

Jon überlegt und blickt zurück in die Richtung, aus der sie gekommen sind. Als die Sonne über die Hügel streift, fällt ihm etwas ins Auge …

Jon: Schaut mal! Da glitzert etwas im Sonnenlicht. Wie eine Spur … und sie endet genau an dieser Stelle hier.

Ponch: Könnte das ausgelaufene Benzin sein, welches PoJo während der Fahrt verloren hat.

Jon: Ich glaube, da hast du Recht. Allerdings ist der Wagen verschwunden. Die Kerle haben ihn wahrscheinlich reparieren können. … Lass uns zurückfahren und Bericht erstatten.

Ponch und Jon kehren zum Einsatzort zurück. Schon von weitem erkennen sie, dass sich dort mehr Fahrzeuge befinden als zuvor. Neben den 7 Streifenwagen steht noch ein weißer Transporter. Als sie näher kommen, können sie die Aufschrift lesen, die an der Seite angebracht ist: „Daily News Los Angeles“. Ponch und Jon stellen ihre Maschinen ab und erblicken Getraer, der von Filmkameras umringt ist.

Reporterin: Welcher Art ist dieser Einsatz?

Sgt. Getraer: Ich kann ihnen dazu im Moment nichts sagen, tut mir Leid. Am besten sie fahren wieder zurück Richtung Freeway.

Reporterin: Sie wollen uns also ernsthaft erzählen, dass ein Polizeiaufgebot dieser Größe nichts zu bedeuten hat?

Sgt. Getraer: Das haben sie gesagt. Ich meinte damit, dass … (Reporterin schneidet ihm das Wort ab)

Reporterin: Geht es eventuell um die Raubüberfälle in der letzten Zeit?

Sgt. Getraer: Hören sie …

Reporterin: Die Öffentlichkeit hat ein Recht darauf zu erfahren, ob weiterhin Gefahr durch die Waffendiebe besteht oder nicht. Was haben sie in dieser Hütte gefunden? Ist es ein Versteck? Haben sie die Täter schon festnehmen können?

Sgt. Getraer: Nein, haben wir nicht, aber …

Reporterin: Also geht es bei diesem Einsatz doch um die Waffendiebstähle. Welche Fortschritte können sie verzeichnen? Haben sie schon ein Täterprofil? Wie viele sind es?

Ponch und Jon beschließen Getraer aus den Fängen der Presse zu befreien und nähern sich dem Geschehen. Als Getraer die beiden bemerkt, geht er zielgerichtet auf sie zu. PoJo bleibt bei den Motorrädern. Auch die Presse-Leute halten sich im Hintergrund, folgen dem Gespräch aber aufmerksam.

Sgt. Getraer: Und? Haben sie den Wagen gefunden?

Jon: Nein, aber wir haben die Benzinspur und einen leeren Benzinkanister entdeckt und gehen davon aus, dass die Typen den Wagen wieder flott gemacht haben.

Ponch: Jedenfalls hat PoJo nicht gelogen.

Getraer schaut Ponch verwirrt an

Sgt. Getraer: P o J o ? Haben sie ihr diesen Namen gegeben?

Ponch: Nein, sie hat ihn im Schlaf mehrfach vor sich hin gesprochen. Ist wohl so etwas wie ihr Spitzname.

Sgt. Getraer: Aha …

Bevor Getraer noch etwas sagen kann, fällt ihm die Presse wieder ins Wort.

Reporterin: Hat dieses Mädchen irgendetwas mit der Sache zu tun? Inwieweit ist sie darin verwickelt?

Sgt. Getraer: Verlassen sie jetzt sofort diesen Ort und …

Reporterin: Hat sie die Täter gesehen? Kann sie Aussagen über deren jetzigen Aufenthaltsort machen?

Die Presse-Leute versuchen sich PoJo zu nähern und richten ihre Kameras auf sie. Gerade noch rechtzeitig können die anderen Officer, darunter Bear und Fritz, die Reporter daran hindern auf PoJo einzuhacken. Getraer wird nun langsam richtig sauer.

Sgt. Getraer: Jetzt reicht es! Sie werden jetzt sofort diese Zeugin in Ruhe lassen und von hier verschwinden, klar!? Sonst werde ich sie persönlich festnehmen!

Die Presse lässt von PoJo ab und zieht sich zurück. Auf dem Weg zum Transporter wendet sich die Reporterin an einen ihrer Kollegen:

Reporterin: Lass nur, Fred. Wir haben die Bilder die wir brauchen. Die Story bringen wir noch heute in den 15.00 Uhr – Nachrichten!

Kapitel 20

Das Einsatzteam um Getraer ist zwischenzeitlich zur Zentrale zurückgekehrt. Getraer, Ponch und Jon laufen den Flur entlang. Etwa einen Meter dahinter folgt PoJo.

Sgt. Getraer: Der Einsatz war der totale Reinfall und hat absolut nichts gebracht. Nicht nur, dass wir anscheinend zu spät gekommen sind, nein … dann rückt uns auch noch diese verdammte Presse auf die Pelle. Wie haben die uns überhaupt gefunden?

Jon: Wahrscheinlich vom Hubschrauber aus. So viele Polizeifahrzeuge nacheinander, … nun das lässt vermuten, dass es um etwas Besonderes geht.

Getraer: Nun gut, … kommen sie mit in den Besprechungsraum. Ich möchte den Einsatz mit dem Team auswerten und die nächsten Schritte erläutern.

Getraer setzt sich wieder in Bewegung. Ponch, Jon und PoJo folgen ihm. Doch dann dreht sich Getraer abrupt nochmal um und zeigt mit dem Finger auf PoJo

Sgt. Getraer: Sie nicht! Oder gehören sie neuerdings der CHP an?

PoJo ist überrascht und sagt erst einmal gar nichts. Da kommt Grossie um die Ecke.

Chipslette: Hey, da ist Grossie!

Knight Rider: Na endlich kommt er uns auch mal zu Gesicht.

Sgt. Getraer: Ähh, … Grossman, sie haben doch gerade nichts zu tun, oder?

Grossie: Oh doch, Sarge! Ich habe jetzt Mittagspause und muss essen.

Jon: Na das trifft sich aber gut. Diese junge Dame hier hat heute noch nichts gefrühstückt und könnte bestimmt einen Happen vertragen.

Grossie macht große Augen und schaut PoJo ungläubig an

Grossie: Seit heute Morgen nichts gegessen?

Ponch: Um genau zu sein, hat sie sogar gestern das Abendbrot verpasst.

Grossie ist geschockt

Grossie: Was? Seit über 18 Stunden ohne Nahrung!!! Das könnte ich nicht! Na dann komm mal mit in unseren Aufenthaltsraum – ich darf doch du sagen, oder? (PoJo nickt) Ich habe bestimmt noch ein Sandwich für dich; und Kekse. Die habe ich selber gebacken, nach dem Rezept meiner Großmutter

Ponch und Jon müssen grinsen und sehen Grossman nach, der sich bei PoJo eingehackt hat und sie Richtung Aufenthaltsraum schiebt.

J.J.Baker: Also dafür, dass Grossie PoJo erst seit einer Minute kennt ist er wirklich sehr zuvorkommend.

Mia: Das ist typisch für ihn! Immer nett - zu allen und jedem.

Chipslette: Grossie weiß doch immer so viel. Das könnte ein interessantes Gespräch zwischen euch werden, PoJo.

PoJo: Ich bin für alles offen, aber erst mal muss ich was essen. Ich sterbe vor Hunger …

Nadine: Na dann guten Appetit!

Grossie und PoJo sind allein im Raum. Sie setzen sich gegenüber.

Grossie: Wie war noch mal dein Name?

PoJo: Alle nennen mich PoJo.

Grossie: Ach wirklich, … ich kannte mal einen Typen der hieß mit Vornamen „Po“. Und die Nachbarin meiner Großcousine heißt „Mo“. Ulkig, oder?

PoJo: Ja, irgendwie schon.

Grossie hält die Box mit den Sandwichs schon in der Hand, doch vor lauter Reden vergisst er dabei, PoJo eines anzubieten. PoJo läuft das Wasser im Munde zusammen und kann sich kaum noch auf Grossies Erzählung konzentrieren.

PoJo: Oh, bitte … bitte komm zum Ende. Ich halt`s nicht mehr aus …

Nadine: Ich auch nicht. Seit über 3 Minuten starrst du jetzt auf das Sandwich, da bekommt man ja direkt selber Hunger.

Mia: Also ich hab mir vorhin schnell was aus der Küche geholt. Hättet ihr vielleicht auch machen sollen.

J.J.Baker: Ich futter schon seit gestern Schokolade nebenbei.

Chipslette: Gut zu wissen. … Da fällt mir ein … irgendwo müsste ich doch auch noch Süßes von Weihnachten haben.

PoJo: Könntet ihr bitte aufhören von Essen zu reden; ich dreh sonst durch.

Nach weiteren 5 Minuten voller Informationen über Grossies Kindheit, seiner Schulzeit und seinem damaligen Hund Charlie beendet Grossie endlich seinen Monolog. PoJo ist erleichtert.

Grossie: Also, was möchtest du denn? Ich hätte da Schinken, Käse, Rührei, … die Eier sind im Übrigen von glücklichen Hühnern.

Bevor sich Grossie in einer weiteren Geschichte verfranzt, meldet sich PoJo zu Wort

PoJo: Schinken wäre mir am liebsten.

Grossie überreicht PoJo das Schinken-Sandwich. Diese schlingt es in Eiltempo herunter.

Mia: Na da scheint aber einer wirklich Hunger gehabt zu haben …

PoJo: Das kannst du laut sagen. Ich könnte noch viel mehr verdrücken.

In dem Moment schiebt Grossie ihr die Keksdose rüber.

PoJo: Danke, die sehen wirklich lecker aus.

J.J.Baker: Frage ihn doch mal, wo er so gut Backen gelernt hat.

PoJo fragt Grossie danach. Es folgen weitere 20 Minuten einer angeregten Unterhaltung. Ab und an muss PoJo auch lachen, über dass was Grossie erzählt, besonders dann als Grossie von Ponchs Missgeschicken berichtet.

PoJo: Ist das lustig. In den Serien wurde davon ja gar nicht alles gezeigt. Oder wusstet ihr, dass Ponch mal mit Irokesen-Schnitt zum Dienst erschienen ist, weil er gegen einen CHP-Officer eines anderen Reviers eine Wette verloren hat?

Knight Rider: Nee, … das kann ich mir aber gut vorstellen, so wie der das Maul immer aufreist

Chipslette: Klasse Story … hihi

Grossie: Warum magst du eigentlich Getraer nicht erzählen, wo du herkommst?

PoJo: Das habe ich doch versucht, aber er glaubt mir nicht, dass ich aus einer Art Zukunft komme.

Grossie: Na also etwas sonderbar klingt das schon. Wobei … schon Einstein hat mit seiner Relativitätstheorie erklärt, dass Zeitreisen grundsätzlich möglich sind …Mmh, … aus welchen Jahr kommst du denn?

PoJo: 2011

Grossie: Ach, was! Dann geht die Welt mit der Millenniumwende 2000 doch nicht unter, so wie es die Zeugen Jehovas immer predigen.

PoJo (lacht): Nein, … es gibt sie noch.

Mia: Erzähl bloß nicht zuviel, PoJo. Du weißt nicht, inwiefern dadurch die Zukunft verändert wird.

Chipslette: Da ist was dran …

PoJo: OK, ich nenne keine Details.

Grossie: Und, … ist die Zukunft sehr viel anders als jetzt?

PoJo: Naja, … eigentlich nicht. Es gibt noch keine fliegenden Autos, falls du das meinst. Aber dafür haben wir zum ersten mal einen schwarzen US-Präsidenten.

Grossie ist mehr als überrascht; sein Mund bleibt offen stehen. Da kommt Fritz rein. Grossie erwacht aus seiner Trance.

Grossie: Hey, Fritz! Weißt du schon das Neuste? … Im Jahre 2011 wird es einen schwarzen US-Präsidenten geben!

Fritz fasst das ganze als einen Scherz auf.

Fritz: Aber klar, Grossie. Und meine Mutter heißt Marilyn Monroe …

Grossie: Nein, Fritz … im Ernst. PoJo hat es mir erzählt.

Fritz: Ach, Grossie. Vor einem Jahrzehnt waren Schwarze gesetzlich noch nicht mal gleichgestellt. Ich glaube ja, dass sich die Akzeptanz von Schwarzen in der Bevölkerung über die Jahre verbessern wird … aber ein schwarzer Präsident? … Nein, … soweit wird es nicht kommen … nicht mal in 30 Jahren.

Plötzlich steht Getraer in der Tür. (Die Besprechung ist beendet)

Grossie: Ah, Sarge … wollen sie wissen, wer in 30 Jahren Amerika regiert?

Sgt. Getraer: Nein, will ich nicht. … PoJo, kommen sie mal bitte!

PoJo steht auf, bedankt sich bei Grossie für das Essen und folgt Getraer in den Besprechungsraum. Dort befinden sich nur noch Ponch und Jon, die gespannt auf den Bildschirm starren.

Sgt. Getraer: Wer hat ihnen eigentlich erlaubt, den Fernseher anzumachen, Poncherello?

Ponch: Gleich nach den Nachrichten kommt doch „The Troubled World“. Carrie hat Bob gerade erzählt, dass sie …

Sgt. Getraer: Ach lassen sie mich doch mit ihrer blöden Seifenoper in Ruhe!

Mia: Hey, das ist doch eine von Ponchs Lieblingsserien.

Knight Rider: Ist halt so was wie „Sturm der Liebe“ oder „GZSZ“ bei uns.

Nadine: Woher kennst du denn Sturm der Liebe? Na, dass ist aber interessant … hihi

Sgt. Getraer: Jetzt machen sie schon aus, Frank!

Ponch bewegt sich unwillig zum Fernseher und will gerade den Knopf betätigen, da beginnt das Intro für die 15.00 Uhr – Nachrichten. Eine Nachrichtensprecherin kündigt die heutigen Themen an:

Nachrichtensprecherin: Und soeben haben wir noch eine Eilmeldung erhalten. Es scheint als hätte die Polizei neue Erkenntnisse über die Waffendiebstähle in Los Angeles …

Ponch hält inne und schaltet nicht ab. Alle Anwesenden konzentrieren sich auf den Bildschirm.



Kapitel 21

Zur gleichen Zeit im kleinen Fischerhäuschen nahe der Santa Monica Bucht. Brad und Logan streiten darüber, wie es weitergehen soll. James hingegen versucht die Antenne eines alten Fernsehers auszurichten, aber bis jetzt empfängt er nur ein grieseliges Bild und laute Knackgeräusche.

Logan: Unser letztes Zielobjekt nahe der Jefferson Road können wir ja wohl vergessen. Das ganze Gelände wird von Sicherheitsposten überwacht.

Brad: Klasse, … und wie sollen wir jetzt an den Rest der Ware kommen?

Logan: Wie wär’s wenn du dein Gehirn einschaltest und selber mal nachdenkst?

Brad: Das würde ich ja gern, aber bei dem Lärm kann sich ja kein Mensch konzentrieren! James, würdest du mal aufhören damit!

Plötzlich erscheint auf dem Bildschirm ein scharfes Bild, auch der Ton ist in Ordnung.

Nachrichtensprecherin: Und soeben haben wir noch eine Eilmeldung erhalten. Es scheint als hätte die Polizei neue Erkenntnisse über die Waffendiebstähle in Los Angeles erlangt. Eine wichtige Zeugin konnte umfangreiche Angaben zu den Drahtziehern machen. (Auf dem Bildschirm ist PoJo zu sehen, wie sie neben den CHP-Motorrädern steht. Dann wird herangezoomt und sogar eine Nahaufnahme gezeigt.) Sie hat die Täter gesehen. Ihre Aussage könnte im Falle einer Gerichtsverhandlung wohl die entscheidende Rolle spielen.

Brad und James erkennen PoJo sofort. Anhand ihrer Reaktion begreift auch Logan, dass es sich um das Mädchen handeln muss.

Logan: Verdammter, Mist!!! Also hat man dieser Göre doch geglaubt.

Brad: Was sollen wir denn jetzt machen? Die erkennt uns doch wieder!

Logan: Euch zwei erkennt sie wieder. Mich hat sie nicht gesehen.

James reagiert aggressiv

James: Du hängst da genauso mit drin wie wir! Vergiss das nicht!

Die Stimmung heizt sich auf. Die drei Banditen sehen ihre Felle davonschwimmen … Doch dann spricht Logan ein Machtwort.

Logan: OK, ruhig jetzt! Wir lassen uns doch nicht von so einer kleinen Rotzgöre die Tour vermasseln! Ich werde euch sagen, was wir machen: Wir holen uns die Kleine. Und dann planen wir den nächsten Überfall, aber mit ihr als Geisel. So haben wir was in der Hand, wenn die Bullen auftauchen sollten. Die werden doch nicht ihr „Kronzeugin“ in Gefahr bringen.

Brad: Klingt gut, aber woher sollen wir wissen, wo sich das Mädchen jetzt aufhält?

James:. Habt ihr die Motorräder in dem Beitrag gesehen? Anscheinend ist sie noch bei den Typen von der CHP.

Logan: Mmh, … Der Freeway-Abschnitt, wo das Mädchen gestern in den Streifenwagen gestiegen ist … ich glaube da patrouillieren die CHP-Beamten des Reviers am West Washington Boulevard. Statten wir dem Revier doch mal einen Besuch ab …

Kapitel 22

Auch Getraer, Jon, Ponch und PoJo haben den Beitrag in den Nachrichten verfolgt. Getraer ist außer sich vor Wut.

Sgt. Getrear: Wie kommen diese Presse-Leute dazu, den Bericht derart zu verfälschen!? Die gefährden nicht nur unsere Ermittlungen sondern auch das Leben des Mädchens!

Ponch: Sie heißt PoJo, Sarge.

Getraer nimmt Ponchs Bemerkung nicht mal wahr; zu sehr ärgert er sich über die Presse.

Sgt. Getraer: Das ganze wird ein Nachspiel haben, dass kann ich ihnen versprechen. Diese Reporter werden noch von mir hören! Was erlauben die sich eigentlich?!

Jon: Beruhigen sie sich, Sarge. Lassen sie uns lieber darüber nachdenken, wie wir weiter vorgehen.

Sgt. Getraer: Sie haben Recht, Baker. Dieser Bericht hat die Situation erheblich verändert. Wir können nicht ausschließen, dass die Waffendiebe ihn ebenfalls gesehen haben. Sie könnten versuchen sich an dem Mädchen zu rächen oder sie wollen sie als bisher einzige Zeugin aus dem Weg räumen.

Getraer wendet sich PoJo zu.

Sgt. Getraer: Bis der Fall abgeschlossen ist, werden die Officer Baker und Poncherello weiter auf sie aufpassen. Sehen sie es diesmal weniger als Bewachung an, sondern eher als Schutzfunktion.

J.J.Baker: Jippie, noch mehr Zeit mit Jon für uns!

Mia: Vergisst du da nicht jemanden?

J.J.Baker: Ja, ja … Ponch natürlich auch. Glückwunsch, PoJo.

PoJo: Noch mehr Zeit mit Ponch und Jon zu verbringen ist toll, aber das mir diese Typen jetzt nach meinem Leben trachten … nun dieser Aspekt besorgt mich ein wenig …

Chipslette: Mach dir deshalb keine Gedanken, PoJo. Du hast doch jetzt deine persönlichen Leibwächter.

Knight Rider: Genau, … und wir sind ja auch noch da.

PoJo: Na hoffentlich habt ihr Recht.

Ponch: Hey, … wir könnten doch heute Abend einen gemütlichen Fernsehabend machen; ich bring einen Film mit …

Sgt. Getraer: Das können sie gerne tun, aber jetzt stehen noch ein paar wichtigere Dinge an. PoJo, … wir möchten Phantombilder der Kerle veröffentlichen. Sie sind die einzige, die sie gesehen hat … zumindest 2 von ihnen. Können sie sich denn daran erinnern, wie die Typen ausgesehen haben?

PoJo überlegt

PoJo: Naja, ich denke schon.

Sgt. Getraer: Gut, dann werde ich veranlassen, dass man sie rüber zu Officer Hudson bringt; er ist für solche Dinge zuständig. Danach können sie mit Baker und Poncherello die Zentrale verlassen.

Ponch: Sarge, …, sie geben uns früher Dienstschluss?

Sgt. Getraer: Naja … in Anbetracht der Umstände … kann ich das durchaus vertreten.

Ponch und Jon freuen sich. Dann verlassen sie mit PoJo den Raum. Ponch bringt PoJo zu Officer Hudson. Dort beschreibt sie mit Unterstützung ihrer Forum-Freunde, wie die Kerle ausgesehen haben. Officer Hudson fertigt dabei die Phantombilder an. Währenddessen ist Jon schon vorgefahren und holt seinen blauen Truck, damit auch PoJo Platz findet.

Kapitel 23

Brad, Logan und James sind zum Revier gefahren. Dort haben sie sich in einem gehörigen Abstand auf die Lauer gelegt und beobachten den Eingang des Gebäudes.

Brad: Wir warten jetzt schon seit 20 min. Was, wenn sie gar nicht hier ist?

Logan: Auf jeden Fall ist es das richtige Revier. Habt ihr den Streifenwagen gesehen, der eben vorbeigefahren ist? … Da saß der lange Typ von gestern drin.

Brad: Du meinst den Bullen, der uns die Kleine vor der Nase weggeschnappt hat?

Logan: Na wen denn sonst, du Trottel!

James: Seht mal, da hält ein blauer Truck direkt vorm Eingang.

Die Tür geht auf. Ponch und PoJo kommen heraus und steigen direkt in den Wagen.

Brad: Das war sie doch!

Logan: Volltreffer! Jetzt haben wir sie.

Logan startet den Wagen und folgt dem blauen Truck. Dabei hält er sich allerdings bewusst im Hintergrund, damit man sie nicht entdeckt.

Ponch und Jon beraten, welchen Film sie anschauen könnten. PoJo fühlt sich sicher in der Nähe von den beiden und schaut beruhigt aus dem Fenster plötzlich schreit Nadine:

Nadine: AAHHHHHHHHH!!!

PoJo erschrickt

PoJo: Was denn?

Nadine: Da … eben … das Plakat!

Mia: Was war denn damit?

Nadine: Na da stand doch was von Speedway drauf!

J.J.Baker: Na und?

Chipslette: Ich glaube, ich weiß worauf sie hinaus will …

Knight Rider: Auf was denn?

Nadine: Bitte, PoJo! Ihr müsst umdrehen, bitte!

PoJo: Wie soll ich das denn jetzt anstellen?

Aber auch Ponch und Jon haben bemerkt, dass PoJo ganz aufgeregt ist. Jon schaut in den Rückspiegel …

Jon: Alles klar dahinten?

PoJo: Ähh … das Plakat, an dem wir gerade vorbeigefahren sind … stand da nicht was von Speedway?

Jon: Keine Ahnung. Hast du was gesehen, Ponch?

Ponch: Ich habe gar nicht in die Richtung geschaut. Es wird uns bestimmt nochmal begegnen bis zu deinem Appartement. Du kannst ja mal kurz halten, wenn es soweit ist.

Und tatsächlich … nach wenigen hundert Metern … sehen sie das Plakat wieder an einem Lichtmast befestigt. Jon fährt rechts ran. Ponch und PoJo steigen aus.

Ponch (liest vor): „Großes Speedway-Rennen der Junioren in der McAllister-Arena.“ Hey, das ist ja schon morgen Vormittag. Interessierst du dich dafür?

Nadine: Jaaahhhhh!!! Natürlich interessiere ich mich dafür!!! Schnell, PoJo, sag was!!!

PoJo: Ja, natürlich interessiere ich mich dafür. Ist bestimmt spannend.

Ponch: Na dann, … haben wir ja für morgen schon etwas vor!

PoJo: Was?! Ihr wollt wirklich mit mir dort hingehen?

Ponch: Warum denn nicht? Ich finde wir haben uns etwas Vergnügen verdient! Richtig, Jon?

Jon: Naja, von mir aus gern … aber was sagen wir Gertraer?

Ponch: Also wenn wir heute 2 Stunden früher gehen durften, dann bedeutet das doch auch, dass wir morgen erst 2 Stunden später kommen müssen. Und bis dahin ist das Rennen längst zu Ende. Schlag ein, Kleines!

PoJo ist glücklich und kommt der Aufforderung nach. Jon ist nicht ganz so begeistert; wahrscheinlich denkt er schon an die Konsequenzen, wenn das ganze auffliegen sollte. Außerdem hat er Ponchs Logik mit dem früher gehen und später kommen nicht wirklich verstanden.

Logan hat etwa in 200 Meter Entfernung ebenfalls gehalten und beobachtet mit dem Fernglas das Geschehen.

Brad: Was machen die denn da?

Logan: Anscheinend interessieren sie sich für das Speedway-Rennen morgen. Der schwarzhaarige Bulle und die kleine Göre haben sich gerade „Fünf“ gegeben. Wahrscheinlich haben sie die Absicht da hin zu gehen.

James: Was? Die Tussy interessiert sich für Motorräder? Kaum zu glauben.

Logan: Es ist mir völlig egal aus welchen Gründen sie dahin will; Hauptsache sie tut es.

Brad: Wie meinst du das, Logan?

Logan: Ist doch klar. Morgen wird ganz schön was los sein bei dem Rennen. In dem Getümmel wird es viel einfacher sein, sie von den beiden Bullen zu trennen. Und sobald das geschehen ist, schnappen wir sie!

James: Mmh, … keine so schlechte Idee …

Logan: Die stammt ja auch von mir!

Brad: Na dann können wir ja jetzt zurückfahren …

James: Ja, das können wir. Und morgen früh werden wir sie an der Arena abpassen …

Kapitel 24

Der nächste Morgen ist angebrochen. Jon, Ponch und PoJo haben gestern noch einen lustigen Fernsehabend verbracht – mit Popcorn und Cola. PoJo durfte diesmal in Jons Bett schlafen. JayJay und Chipslette waren richtig neidisch darauf. Nachdem sie sich damit abgefunden hatten, haben sich aber auch die Forum-Freunde zu Bett begeben. Ponch hat es sich auf der Couch bequem gemacht und Jon konnte im Gästezimmer einer Nachbarin übernachten. Nun machen sie sich gerade fertig und wollen aufbrechen. Diesmal sind auch Mia, Chipslette, Nadine, J.J.Baker und Knight Rider rechtzeitig aufgewacht.

Nadine: Morgen, PoJo! Gut geschlafen?

PoJo: Danke der Nachfrage; kann mich nicht beschweren. Du bist heute aber gut gelaunt!?

Nadine: Ja, natürlich … schließlich besteht die Möglichkeit, dass ich Bruce sehen kann.

Mia: Daran scheint ihr wirklich viel zu liegen. Sie hat sich sogar den Wecker gestellt, um nicht wieder zu verschlafen.

Chipslette: Na hoffentlich wird das auch was, sonst darf ich mir für die nächsten 2 Wochen ihr Gejammer anhören …

Ponch, Jon (die im Übrigen in Zivil gekleidet sind) und PoJo verlassen das Appartement und begeben sich zum Wagen. Dann fahren sie zur McAllister-Arena, wo das Speedway-Rennen stattfinden soll. Als sie auf den Parkplatz einbiegen, werden sie von Logan per Fernglas entdeckt.

Logan: Na bitte, … da haben wir sie doch. Prägt euch die Kleidung gut ein, damit wir sie nachher nicht aus den Augen verlieren.

Brad: Wann schlagen wir denn zu? Jetzt gleich?

Logan: Natürlich nicht! Erst in der Pause, wenn alle Zuschauer die Plätze verlassen, um sich einen Snack zu kaufen oder aufs Klo gehen. Bei dem Gewusel haben wir die besten Chancen.

Da kommt James zurück zum Wagen.

James: Ich hab 3 Karten besorgt.

Logan: Na dann mal los, hängen wir uns an sie dran.

Jon, Ponch und PoJo passieren den Eingangsbereich, begleichen den Eintrittspreis am Schalter und gehen zur Tribüne. In den verbleibenden 10 min bis zum Start wendet sich PoJo an ihre Begleiter:

PoJo: Ponch, Jon … ich bin euch wirklich dankbar dafür, was ihr alles für mich getan habt.

Jon: Aber das ist doch nicht der Rede wert.

Ponch: Genau, das haben wir doch gerne gemacht.

PoJo: Aber es ist trotzdem nicht selbstverständlich. Ihr beschützt mich, habt mich vor Getraer verteidigt, bietet mir Unterschlupf, versorgt mich mit Essen, chauffiert mich rum und jetzt habt ihr auch noch meine Eintrittskarte bezahlt … Ich wünschte ich könnte euch nur einen Teil davon zurückgeben. (PoJo schaut beschämt zu Boden)

Ponch und Jon schauen sich kurz an, dann legt Jon ihr eine Hand auf die Schulter und Ponch schaut sie liebevoll an

Ponch: Na das ist doch jetzt kein Grund um Trübsal zu blasen, oder Jon?

Jon: Nein, ganz und gar nicht. Schaut lieber nach vorne, es geht gleich los!

PoJo wendet sich dem Geschehen zu. Immerhin hat sie ja Nadine versprochen, gezielt nach Bruce Ausschau zu halten. Der Stadionsprecher kommentiert die Ereignisse.

Stadionsprecher: Herzlich willkommen, liebes Publikum! Ich bedanke mich bei ihnen, dass sie so zahlreich erschienen sind und die Junior-Meisterschaften im Speedway verfolgen möchten. Bitte begrüßen sie mit mir die 40 Fahrer, die heute gegeneinander antreten werden.

Einer nach dem anderen betritt die Arena und winkt dem Publikum kurz zu. Dann begeben sie sich zu ihren Maschinen.

Stadionsprecher: Wir sind gespannt darauf, wer heute den Pokal mit nach Hause nehmen darf. Ist es das junge Nachwuchstalent Bruce Nelson oder besteigt doch ein Außenseiter das Treppchen? Ich wünsche allen Fahrern viel Glück und drücke ihnen die Daumen …

Nadine: Ahhh, … habt ihr gehört?! Bruce ist mit dabei! Ich wusste es doch. Ich wusste es, ich wusste es ganz einfach!

Chipslette: Tatsache! Toll sieht er aus!

Knight Rider: Naja, man könnte ihn schon mit einem Schuljungen verwechseln …

Mia: Nun, … er dürfte wohl nicht älter als 16 sein.

Nadine: Egal wie alt er ist … er macht immer eine gute Figur!

Ponch: Was meint ihr, wer gewinnen wird?

Jon: Keine Ahnung, …

PoJo: Bruce Nelson natürlich!

Ponch: Na ich bin gespannt. Erstmal muss er die Vorrunde überstehen. Es gibt 4 Durchgänge, in denen jeweils 10 Fahrer gegeneinander antreten. Die besten 3 aus jeder Runde kommen dann ins Finale, das nach der Pause stattfindet.

Der Startschuss ertönt und die Fahrer bieten sich einen engen Konkurrenzkampf um die besten Plätze. Dieses spannende Kopf-an-Kopf-Rennen bringt die Massen zum Jubeln … und selbstverständlich auch Nadine, die Bruce immer wieder anfeuert (obwohl er sie ja gar nicht hören kann). Nach allen 4 Durchgängen stehen die Finalisten fest und es folgt eine offizielle Pause.

Ponch: Glückwunsch, PoJo! Dein Favorit ist noch im Rennen.

PoJo: Du wirst sehen … er wird siegen! Er ist ein echt klasse Fahrer.

Ponch und Jon freuen sich über PoJos Begeisterung. So entspannt und glücklich haben sie sie noch nicht erlebt.

Ponch: Ich müsste dann mal für kleine Jungen. Bin gleich wieder da.

Jon: Warte, wir kommen mit. Was hältst du von einem zweiten Frühstück, PoJo?

PoJo: Klar, warum nicht!

Die drei begeben sich in die Katakomben und Ponch biegt zu den Toiletten ab. PoJo folgt Jon in Richtung Imbiss. In dem Gedränge unbemerkt haben sich auch Logan, Brad und James an die beiden drangehängt.

Logan: Jetzt ist der richtige Zeitpunkt. Es befindet sich nur noch ein Bulle in ihrer Nähe. James, … du rempelst das Mädchen von der Seite an und Brad sorgt dafür, dass der Blonde vom Menschenstrom weitergetrieben wird. Sobald er außer Reichweite ist schnapp ich sie mir. Wir treffen uns alle beim Wagen wieder. Und beeilt euch!

Brad streift sich zur Tarnung eine Base-Cap über. James stellt seinen Kragen auf. Dann setzen sie ihren Plan in die Tat um. PoJo, die sich gerade mit Knight Rider und Chipslette über das Rennen unterhalten hat, spürt einen Stoß von der Seite und wird abgedrängt. Von hinten strömen immer mehr Menschen nach. Sie verliert Jon aus den Augen

PoJo: Jon? Wo bist du? Ich seh dich nicht mehr?

Doch dann wird sie unsanft gepackt und spürt einen Gegenstand im Rücken.

Logan: Ganz ruhig jetzt, verstanden! Wenn du auch nur einen Mucks machst, dann knall ich dich ab!

PoJo ist geschockt. Gerade noch war sie so ausgelassen und glücklich und nun sieht sie sich schon wieder mit Todesangst konfrontiert.

Knight Rider: Tu einfach was er sagt!

Mia: Ganz ruhig, PoJo! Du solltest seinen Anweisungen Folge leisten. Die Typen sind unberechenbar!

PoJo ahnt Böses und lässt sich widerstandslos in Richtung Ausgang schieben. Vor der Arena wartet schon ein Roter Pick-up. Als sie reingezerrt wird erkennt sie die zwei Gesichter von den Banditen Brad und James.

Kapitel 25

Zentrale, im Büro des Sergeant:

Sgt. Getraer: WAS!!! (Getraer blickt Ponch und Jon ungläubig an)

Jon: Wir haben alles nach ihr abgesucht, Sarge! Sie sogar 3 mal über Lautsprecher ausrufen lassen … Aber sie ist wie vom Erdboden verschluckt!

Sgt. Getraer: Was haben sie überhaupt dort gemacht?!

Ponch: Naja, … sie hat doch so viel mitgemacht die letzten Tage. Da dachten wir, es wäre eine gute Idee mal etwas Abstand zu bekommen und sind mit ihr zum Speedway-Rennen gefahren.

Sgt. Getraer: Ich glaub`s ja wohl nicht. (Getraer schaut zu Jon) …Was ist los mit ihnen, Jon!? Es gab Zeiten da hätten sie mich vorher um Erlaubnis gefragt und nicht erst hinterher!

Jon: Es tut mir Leid, Sarge. Aber wie hätten wir denn wissen sollen, dass die Kerle Kenntnis vom Speedway-Rennen hatten? Uns ist nichts Verdächtiges aufgefallen.

Sgt. Getraer: Verdammt! Das sind Profis; die wissen wie man sich im Hintergrund hält!

Ponch: Sarge, ich verspreche ihnen, dass wir alles tun werden, um PoJo zu finden!

Sgt. Getraer: Sind sie denn überzeugt davon, dass sie entführt wurde? Vielleicht hat sie ja nur die Chance genutzt, um zu entkommen.

Jon: Das glaube ich nicht. Als ich sie in der Menschenmasse verloren habe, konnte ich sie noch nach mir rufen hören. Sie klang besorgt …

Ponch: Wir mögen sie zwar noch nicht lange kennen, aber seit gestern hatte ich nicht mehr den Eindruck, dass sie uns an der Nase herumführen will. Im Gegenteil! Sie war hilfsbereit, gesprächig, … einfach nett! (Ponch wirkt etwas trübsinnig) Und ich mache mir Sorgen um sie.

Sgt. Getraer: Also müssen wir davon ausgehen, dass sie von den Waffendieben geschnappt wurde. Und wir haben nicht mal einen Hinweis, wo sie sich verstecken könnten.

Ponch: Wäre ich nur niemals auf die blöde Idee gekommen, mit ihr zum Rennen zu gehen.

Sgt. Getraer: Lassen sie das, Frank! Ihr Selbstmitleid hilft uns jetzt auch nicht weiter! Wir gehen folgendermaßen vor: Die angefertigten Phantombilder werden sofort an alle Nachrichtenagenturen und Zeitungsverlage gesandt. Ich will. Dass ganz L.A. weiß, wer die Verbrecher sind. Zusätzlich verdoppeln wir unsere Einheiten um alle Waffengeschäfte und Schießanlagen. Ich könnte mir vorstellen, dass die Kerle das Mädchen beim nächsten Überfall als Geisel einsetzen wollen. Ich werde jetzt gleich eine Besprechung einberufen. Geben sie den anderen Bescheid!

Kapitel 26

Im alten Fischerhäuschen; mehrere Stunden sind vergangen: PoJo sitzt gefesselt auf einem Stuhl. Logan steht ihr gegenüber. Brad und James scherzen im Hintergrund und gönnen sich ein Bier.

Logan: Na das war ja einfacher, als ich dachte. Nicht besonders aufmerksam, deine Freunde von der CHP.

PoJo schweigt und schaut zur Seite

Logan: Wenn du uns nicht in die Quere gekommen wärst, hätten wir die Sache schon längst erledigt! Aber dank dir, verzögert sich jetzt alles!

PoJo versucht so gut wie`s geht ihre Angst zu unterdrücken.

Logan: Nun mach’s Maul auf! Was hast du den Bullen über uns gesagt?

PoJo schaut Logan hasserfüllt in die Augen

Chipslette: Antworte ihm lieber; nicht dass er sich provoziert fühlt!

PoJo: Sie haben keine Chance! Die CHP ist ihnen schon ganz nah auf den Fersen!

Chipslette: Sowas doch nicht!!! Ohh, PoJo ….

Logan wird wütend und packt PoJo an den Haaren

Logan: Jetzt hör mal zu, du kleines Miststück! Ich könnte dich jetzt schon um die Ecke bringen, aber wir brauchen dich noch. Schon morgen früh wirst du uns bei einem weiteren Einbruch behilflich sein, ob du willst oder nicht! (Es folgt ein fieses Lachen)

Nadine: So ein mieser Typ!

Knight Rider: Am liebsten würde ich ihn persönlich festnehmen!

Logan, der seine Überlegenheit deutlich auszukosten scheint, geht rüber zu seinen Komplizen. Dann flüstert er Brad etwas ins Ohr. Dabei schaut er PoJo immer wieder an und ein hinterhältiges Lächeln zeigt sich in seinem Gesicht.

Brad: Alles klar, Logan. Gute Idee! Ich fahr dann gleich mal los.

Brad verlässt das Fischerhäuschen. Nach etwa zwei Stunden kehrt er zurück mit allerlei Sachen unter dem Arm. Inzwischen hat die Dämmerung eingesetzt. PoJo beobachtet Logan und Brad, die über einem alten Tisch gebeugt eine Karte betrachten. Brad hat sich in eine Ecke zurückgezogen, die PoJo von ihrer Position aus nicht einsehen kann. Sie hört nur ab und an dumpfe Geräusche. Sie vermutet, dass er irgendetwas zusammenbastelt.

Logan: Genau, James … wir befinden uns direkt hier am Hafengebiet. Das nächstgelegene Waffengeschäft liegt etwa 3 Meilen entfernt …

James: Mmh, … sieht gar nicht so schlecht aus. In unmittelbarer Nähe beginnt das Freeway-System. Damit ständen uns mehrere Fluchtwege offen.

Logan: Das sehe ich genauso … Na dann haben wir ja unser nächstes Ziel gefunden!

Logan lacht und dreht sich um zu PoJo

Logan (ironisch): Na dann wünsche ich unserem Gast eine angenehme Nacht. Ich hoffe sie sind mit unserem Service zufrieden?

PoJo schaut ihn vorwurfsvoll an

Logan: Bitte entschuldigen sie, aber wir haben einfach kein Bett mehr frei. Naja, sie machen es sich schon bequem, da bin ich mir sicher. Also dann bis morgen … gegen 11.00 Uhr haben sie ihren großen Auftritt!

Logan schmeißt sich auf die nächstgelegene Matratze und betrachtet irgendwelche Heftchen, deren Inhalt PoJo nur erahnen kann. James bleibt am Tisch zurück und zündet sich eine Zigarette an.

J.J.Baker: Morgen um 11.00 Uhr?

PoJo: Was sagt die Zeit? Werde ich vorher zurück sein?

Mia: Leider nein; die Uhr steht bei 14 Stunden; 32 Minuten und 47 Sekunden. Nach eurer Zeit wirst du also erst um 11.15 Uhr zurückkommen.

Chipslette: Und in 15 Minuten kann noch viel passieren.

Knight Rider: Wollen wir hoffen, dass irgendetwas passiert!

Nadine: Wie meinst du das?

Knight Rider: Na was glaubt ihr denn wohl, was die Typen machen werden, wenn sie den Überfall ohne Komplikationen über die Bühne bringen und PoJo dann nicht mehr brauchen?

J.J.Baker: Du meinst, dass sie …

Knight Rider: Genau das! Die werden versuchen, PoJo aus dem Weg zu räumen.

PoJo wird bei dem Gedanken angst und bange. Sie schluckt mehrmals.

Mia: Soweit wird es aber nicht kommen! Wir werden eine Lösung finden, so wie wir es bisher immer getan haben.

Als sich auch endlich Brad hingelegt hat und eingeschlafen ist, erwacht PoJo aus ihrem Scheinschlaf.

Knight Rider: Kannst du nicht irgendwie die Fesseln aufkriegen?

PoJo: Ich versuch’s ja, aber da tut sich nichts.

J.J.Baker: Und wenn du so sehr hin und her schaukelst bis der Stuhl umkippt?

Nadine: Das wär doch viel zu laut; dann kann sie die drei auch gleich persönlich wecken!

PoJo: Schade, dass es hier noch keine Handys gab; sonst hätte ich wenigstens Hilfe rufen können …

Knight Rider: Mit zusammengebundenen Händen?

PoJo: Nun, … für das Problem hätten wir schon eine Lösung gefunden.

Mia: Auch wenn wir heute Nacht keine Möglichkeit mehr finden, uns bleibt immerhin noch morgen Früh. Vielleicht bieten sich dann ja bessere Chancen zur Flucht.

PoJo: Hoffentlich …

Obwohl PoJo nicht bequem sitzt und ihre Füße schon mehrmals eingeschlafen sind, überfällt sie irgendwann die Müdigkeit. Auch Knight Rider, Mia, Chipslette, Nadine und J.J.Baker bleibt nichts anderes übrig als schlafen zu gehen.



Kapitel 27

Zentrale; 10.00 Uhr morgens: Sgt. Getraer, der die Nacht durchgearbeitet hat, unterhält sich mit Ponch und Jon, die ebenfalls die Nacht in der Zentrale verbracht haben.

Sgt. Getraer: In Ordnung, gehen wir das noch mal durch: Wir haben also 3 Täter, von denen Phantombilder bestehen. Zwei von denen wurden mit Hilfe des Mädchens rekonstruiert und eines mit ihrer Hilfe, Jon. Außerdem kennen wir die Namen „James“, „Brad“ und „Logan Durby“, der allerdings nirgendwo gemeldet ist. Das Kennzeichen, was sie notiert haben, hat uns auch nicht weiter gebracht. Wahrscheinlich war es gestohlen. Seine gesamten Papiere, inklusive Fahrzeugschein, scheinen gefälscht gewesen zu sein … und zwar so gut, dass es ihnen nicht mal aufgefallen ist.

Jon: Ja. Außerdem haben die vermehrten Fahrzeugkontrollen gestern entlang des Freeway-Systems nichts Auffälliges ergeben.

Ponch: Wir müssen irgendetwas übersehen haben …

Da platzt Bear ganz aufgeregt in das Büro

Bear: Sarge, … ich glaube wir haben eine erste Spur!

Sgt. Getraer: Na endlich! Berichten sie schon!

Bear: Eben hat sich eine Frau gemeldet, die behauptet einen der Verdächtigen in der Zeitung heute Morgen wiedererkant zu haben. Er war wohl gestern noch bei ihr im Geschäft und hat Werkzeug und verschiedene Drähte gekauft.

Ponch: Wo war das?

Bear: In der Sunup-Street nahe der Santa Monica Bucht!

Sofort kramt Getraer eine Karte hervor, die diesen Bereich abbildet. Jon tritt zu ihm heran.

Jon: In dieser Gegend gibt es nur ein Waffengeschäft. Es liegt genau hier! (Jon zeigt mit dem Finger darauf)

Sgt. Getraer: Wenn wir Glück haben kommen wir noch rechtzeitig. Also los! Alle verfügbaren Einheiten zu diesen Koordinaten!

Ponch und Jon setzen sich sofort in Bewegung. Bear folgt ihnen. Getraer gibt über Funk erst noch eine Meldung durch. Dann hastet auch er zu seiner Maschine.



Kapitel 28

PoJo wurde unsanft von den Banditen geweckt. Mit knurrendem Magen sieht sie zu, wie sich James, Brad und Logan ein paar Toasts reinschieben.

Logan: Hast du’s fertig, Brad?

Brad: Aber natürlich. (Brad steht auf und holt ein selbst gebasteltes Gerät mit einer Schaltzeituhr und einer Menge an Kabel und Drähten)

Logan grinst, dann sieht er zu PoJo rüber und ruft:

Logan: Das wird dir ganz ausgezeichnet zu Gesicht stehen … ha ha ha ha ...

Nadine: Was meint der?

Knight Rider: Sieht ganz nach einer selbst gebastelten Bombe aus!

PoJo (erschrocken): Eine Bombe?

Logan: Das hast du sehr gut erkannt. Und wenn wir dich erst mal damit verkabelt haben, solltest du lieber tun, was wir sagen. Andernfalls drücke ich nämlich hier drauf (Logan hält eine kleine Fernbedienung in der Hand) und damit wird der Countdown aktiviert. Dann bleiben dir exakt noch 10 min und „Kabumm“ … Das war’s.

PoJo stockt der Atem. Sie weiß, dass wenn sie erstmal mit der Bombe verkabelt ist, sie keine Möglichkeit mehr hat zu entkommen. Krampfhaft überlegt sie mit den anderen im Hintergrund, was sie tun könnte, aber ihnen fällt nichts ein. Hilflos muss sie zusehen, wie die Kerle Sachen zusammenpacken, die sie für den Überfall benötigen. Anschließend wird PoJo von Brad verkabelt, während James mit einer Waffe vor ihrem Gesicht rumfuchtelt.

Logan: Beeilt euch! Es ist schon dreiviertel Elf; wir müssen los!

PoJo wird gefesselt und mit der Bombe verkabelt in den Wagen gehievt. Dann fahren sie eilig zum Zielort. Dort angekommen springen sie aus dem Wagen und zerren auch PoJo mit sich. Mit Maschinenpistolen bewaffnet zwingen sie die Ladenbesitzerin auf die Knie. Während Logan alles im Auge behält, räumen seine zwei Komplizen sämtliche Vitrinen leer und stopfen die Schusswaffen in Säcke. Doch plötzlich heulen laute Sirenen auf. Alle Anwesenden zucken zusammen.

Logan: Verdammt, die Bullen!

Logan schiebt sich vorsichtig an das Schaufenster heran und sieht, wie mehrere Polizeifahrzeuge Stellung beziehen. Unter ihnen erkennt er auch den schwarzhaarigen und den blonden Polizisten wieder. Dann ertönt eine Durchsage:

Sgt. Getraer: Achtung, Achtung! Hier spricht die Polizei. Geben sie auf!

Brad: Mist! Was machen wir denn jetzt?

Alle Blicke ruhen auf Logan

Logan: Das werdet ihr schon sehen.

Er rennt rüber zu Brad und reißt ihm die Fernbedienung aus der Hand. Dann schnappt er sich PoJo und stößt sie vor die Eingangstür. Die Tür springt auf. Alle Officer können PoJo erkennen und erfassen ihre prekäre Situation. Dann betätigt Logan den Knopf und ruft:

Logan: Jetzt passt mal alle auf! Das Mädchen ist mit einer Bombe verkabelt, die ich soeben aktiviert habe. Nur ich besitze die Fernbedienung, um den Countdown zu unterbrechen. Ich kann auch 2 mal draufdrücken, dann fliegt sie sofort in die Luft!

Getraer nimmt ein Fernglas zur Hand und sieht die Schaltzeituhr, dann wendet er sich zu seinen Kollegen

Sgt. Getraer: Es stimmt. Die Uhr steht bei 9 Minuten und 34 Sekunden.

Logan: Sie werden sich jetzt ein paar Meter zurückziehen, oder ich erschieße die Ladenbesitzerin! Wenn uns auf unserer Flucht auch nur ein Streifenwagen folgen sollte, dann werde ich den Countdown nicht unterbrechen und die Kleine ist sofort tot. Haben sie mich verstanden?

Getraer ist hin und her gerissen, erkennt aber, welches Risiko er eingeht, wenn er der Aufforderung nicht nachkommt.

Sgt. Getraer: In Ordnung! Wir werden unsere Wagen ein paar Meter zurücksetzen. Bleiben sie ruhig!

Logan: Na also. Geht doch!

Logan übergibt die Fernbedienung wieder an Brad, weil er mehr Bewegungsfreiraum braucht. Immerhin hält er mit der einen Hand PoJo fest und in der anderen seine Maschinenpistole. Logan beobachtet wie sich die Polizeiwagen in Bewegung setzen und den Weg zu ihrem Fluchtwagen wieder freigeben. Dann wendet er sich noch mal an seine Komplizen …

Logan: Ich habe alles im Griff! Wir werden jetzt das Mädchen als Schutzschild benutzen und versuchen zum Wagen zu gelangen. Ihr nehmt die Beute und ich das Mädchen. Solange wir die Kleine haben, werden die Bullen es sich nicht wagen einzugreifen.

Kaum steht der Plan, setzen sich die 3 mit PoJo voran in Bewegung. Von einer gewissen Ferne beobachten Ponch und Jon das Geschehen

Jon: Die setzen PoJo als lebendiges Schutzschild ein!

Ponch: Solche feigen Schweine!

Wütend aber machtlos muss das CHP-Einsatzteam dabei zuschauen, wie PoJo in den Wagen gezogen wird. James sitzt schon am Steuer. Logan hat sich gerade neben PoJo auf die Rückbank gedrängt. Brad hingegen ist ins Straucheln geraten, als er den schweren Sack mit der Beute auf die Ladefläche gewuchtet hat. Deshalb kommt er etwas verspätet um den Wagen herumgerannt und will gerade einsteigen, als Logan James anweist endlich loszufahren. James, der nicht bemerkt, dass Brad erst mit dem halben Bein eingestiegen ist, tritt sofort aufs Gas. Durch die Wucht der Beschleunigung verliert Brad das Gleichgewicht und fällt auf den Boden zurück. Dabei purzelt auch die Fernbedienung aus seiner Hand und wird von den Hinterrädern zermalmt. Zurück bleiben nur Einzelteile.

Logan: Verdammt! Wir haben Brad verloren!

James: Du hast doch gesagt ich soll losfahren! Ich dachte, er wäre schon eingestiegen! Jetzt gib nicht mir die Schuld, klar!

Auch die Polizei-Beamten haben die Situation erkannt

Sgt. Getraer (brüllt): Zugriff!

Sofort stürzen sich Beamte auf den zurückgelassenen Banditen, der noch am Boden liegt. Sobald von ihm keine Gefahr mehr ausgehen kann, verfolgen einige Polizeifahrzeuge den Fluchtwagen. Ganz vorne dran sind Ponch und Jon auf ihren Maschinen. Mit lautem Sirenengeheul beginnt eine gefährliche Verfolgungsjagd. Die Täter schneiden andere Fahrzeuge, fahren bei rot über die Ampel und jagen dann mit 160 km/h die Freeway- Auffahrt entlang.

Logan: Na los, wir müssen sie abhängen!

James (gereizt): Ich tu was ich kann.

Währenddessen blickt PoJo besorgt auf die Zeitschaltuhr. Sie zeigt nur noch 6 min : 23 sek an. Logan bemerkt ihre Kopfbewegung. Dann begreift auch er …

Logan: Ach du scheiße!

James: Was denn?!

Logan: Die Fernbedienung! Brad hatte sie zuletzt! Die Zeit läuft weiter runter und wir können den Countdown nicht mehr unterbrechen!

PoJo: Das darf doch alles nicht wahr sein! Mia, wie viel Zeit bleibt mir noch?

Mia: PoJo … du wirst es nicht glauben, aber Logan hat genau auf den Knopf gedrückt, als dein persönlicher Countdown bei exakt 10 min stand. D.h. die Uhren verlaufen auf die Sekunde parallel.

PoJo: Oh mein Gott! So viel Pech kann man doch gar nicht haben!

Knight Rider: Noch ist nicht aller Abende Ende! Du darfst jetzt nicht aufgeben, PoJo!

PoJo (vollkommen aufgelöst): Nicht aufgeben? Wie denn, wenn ich als tickende Zeitbombe und dazu auch noch gefesselt auf der Rückbank eines Überfallskommandos sitze?!

Chipslette: Vielleicht lässt sich die Bombe manuell entschärfen!

Im selben Moment kommt auch James auf den Gedanken

James: Dann musst du den Countdown eben ohne Fernbedienung unterbrechen!

Logan: Wie denn? Brad war der Sprengstoffspezialist, nicht ich!

Die Uhr tickt weiter runter. Sie steht jetzt nur noch bei 4 min : 15 sek.

PoJo ist vor Angst wie erstarrt

James: Dann trenn halt ein paar Kabel durch!

Logan: Und welche, du Schlauberger? Nur ein falscher Draht und wir fliegen in die Luft!

James: Hast du denn gar keine Ahnung von Bomben? Wer hat dich eigentlich zum Anführer gemacht, du Blödmann!

PoJo bemerkt, wie sich die Situation zuspitzt und die Anspannung drastisch zunimmt. Logan und James sind nur noch am Schreien und Schweiß zeigt sich auf ihrer Stirn. Die Uhr steht bei 2 min : 53 sek.

James: Nimm doch einfach deine Waffe und schieß ein paar mal auf das Ding!

Logan: Bist du verrückt?! Der Sprengstoff würde sich sofort entzünden und es gäbe eine riesige Detonation und zwar noch bevor die Zeit abgelaufen ist!

PoJo: So hatte ich mir mein Ende nicht vorgestellt. Ich wollte heiraten, Kinder haben und mit 80ig oder 90ig Jahren dann ganz friedlich einschlafen. Aber ich bin erst 23, verdammt!

J.J.Baker: PoJo, du wirst nicht sterben …

PoJo: Ach nein? Im Moment sieht es aber ziemlich danach aus.

Die Uhr steht bei nur noch 1 min : 13 sek.

Nadine: Du darfst noch nicht sterben! Nein, das darf nicht sein!

Knight Rider: Vielleicht gibt es ja hier ein Sicherheitsprogramm, so wie auf dem Holo-Deck bei Star Trek. Dann dürfte dir nichts passieren!

PoJo: Das hier ist nicht Star Trek, sondern CHiPs …

Der Countdown beträgt jetzt nur noch 25 Sekunden. PoJo dreht sich ein letztes mal um und sieht ihre Chippies, wie sie verzweifelt versuchen zu ihr aufzuschließen und den Fluchtwagen zu stoppen. In Gedanken verabschiedet sie sich von ihnen …

PoJo: Mach`s gut, Ponch! Du hast mir gezeigt, wie es ist zu lachen. Du bist nicht fehlerfrei; aber genau das hat dich immer so sympathisch gemacht! Danke für alles! Jon, … pass gut auf ihn auf! Er braucht dich. Bleib so ein netter Kerl! Solche Menschen braucht die Welt. Ich danke dir für dein Entgegenkommen und Vertrauen.

Im Hintergrund hört PoJo leises Schluchzen. Sie weiß aber nicht genau, von wem ihrer fünf Forum-Freunde es kommen mag. Sie findet dies den passenden Moment, um sich auch von ihnen zu verabschieden

PoJo: Chipslette, Mia, Nadine, JayJay und Knight Rider – ich bedanke mich bei euch herzlich für eure Unterstützung. Ihr seid echt ein tolles Team! Solche Freunde kann man sich nur wünschen! Lebt wohl und vergesst mich nicht …

Der Countdown steht bei 7 Sekunden. Plötzlich legt James eine Vollbremsung hin und schreit:

James: Ich spreng mich doch nicht selber in die Luft; eher geh ich in den Knast! Raus hier!

Kaum ist der Wagen zum Stehen gekommen, öffnen James und Logan die Wagentüren und springen heraus. PoJo haben sie einfach gefesselt zurückgelassen. Sie hat keine Chance in der verbleibenden Zeit noch zu entkommen. Noch 3 sek bis zur Explosion.

Mia: Egal, was jetzt passiert – wir sind bei dir, PoJo! Hörst du? Wir sind bei dir!!!

PoJo schließt die Augen und bereitet sich auf ihr Ende vor. Es folgt eine riesige Explosion …



Kapitel 29

PoJo hält die Augen geschlossen und wartet auf den Knall, den Schmerz, … einfach darauf, dass es sie auseinander reißt. Aber als sich nach gefühlten 20 Sekunden nichts getan hat, überwindet sich PoJo und öffnet die Augen. Was sie sieht, scheint schier unglaublich: Sie sitzt zuhause an ihrem Schreibtisch. Keine Fesseln, keine Bombe, keine Explosion. Es ist ganz still um sie herum. Keine Geräusche von außen, aber auch keine Stimmen in ihrem Kopf. PoJo ist klitschnass geschwitzt; kann noch nicht glauben, was mit ihr passiert ist. Da bemerkt sie die Stelle, an der eigentlich das kleine Gerät liegen sollte, welches ihr der Mann geschickt hatte. Aber von dem Gerät ist nicht mehr viel übrig. Es ist in tausend Einzelteile zersprungen. Plötzlich öffnet sich das Chat-Programm. PoJo schaut zum Bildschirm. Sie erkennt die Konturen des CHiPs-Forums und einen neuen Eintrag:

Chipslette:

PoJo?

Kapitel 30

Eine Woche nach der dramatischen Verfolgungsjagd und der Explosion begeben sich Ponch und Jon noch mal an den Ort, wo es passiert ist. Von einem kleinen Hügel aus betrachten sie die Stelle. Durch die Hitze hat sich sogar die Straße gewölbt. Teer ist geschmolzen. Etwa 5 min lang starren Ponch und Jon in die Weite, ohne etwas zu sagen. Dann bricht Jon das Schweigen …



Jon: Die Spurensicherung hat keine Überreste gefunden. Nicht mal einen Knochen. Gar nichts.

Ponch: Ich weiß.

Jon: Getraer lässt sie trotzdem für tot erklären.

Ponch: Was soll er auch machen? Wir haben PoJo doch selber noch kurz vor der Explosion im Wagen sitzen sehen. Da kann sie nicht mehr raus gekommen sein.

Jon: Nein.

Weitere Minuten völliger Stille vergehen

Jon: Glaubst du an Wunder, Ponch?

Ponch dreht seinen Kopf und blickt Jon in die Augen. Mit einer Ernsthaftigkeit, die man bei Ponch nur sehr selten sieht, antwortet er:

Ponch: Ja, … seit kurzem schon.