Ende 1

17.10.1981, zur gleichen Zeit

Nachdem Kyle berichtet hatte, was er wusste, verst?ndigten Grossie, Sindy, Fritz und Ponch sofort das FBI. Dieses schickte umgehend Swat Teams zur stillgelegten Firma ?Andrews Trust?. Die Spezialeinheiten begannen systematisch die Geb?ude und das umliegende Gel?nde zu durchsuchen. Die Officer der Highway Patrol errichteten Strassensperren und leiteten den Verkehr grossr?umig um.

Nur Ponch, Grossie, Fritz, Sindy und der Sergeant durften sich in der fahrbaren Einsatzzentrale der Spezialkommandos aufhalten.

Pl?tzlich h?rte man einen Schuss, dann war es wieder still. Die Einsatzkr?fte wussten nun jedoch wo genau sie zu suchen hatten. Sue und Cole hatten nicht bemerkt, dass das Gel?nde umstellt worden war und ein Swatteam sich ihrer Position n?herte. Jon hatte fassungslos mit angesehen, wie Cole auf Alan schoss. Nun richtete dieser die Waffe auf Bear. Baricza sah Cole gerade in die Augen, wie zuvor schon bei Sue. Dieser z?gerte einige Sekunden und dieses Z?gern rettete Bear das Leben. Im gleichen Augenblick st?rmten die Spezialeinheiten herein und ?berw?ltigten das Ehepaar Hendriks. Die beiden wurden festgenommen. Sofort k?mmerten sich Sanit?ter und Not?rzte um die v?llig verst?rten Geiseln. F?r Alan jedoch kam jede Hilfe zu sp?t. Jon und Bear wurden ins n?chstgelegene Krankenhaus gebracht. Bear hatte schwere innere Verletzungen, die sofort operativ versorgt werden mussten, Jon stand unter Schock, man musste ihn mit Medikamenten ruhig stellen.

Joe, Ponch, Sindy, Grossie und Fritz kehrten zur?ck zum Revier, nachdem man sie im Krankenhaus abgewiesen hatte. Sie erstatteten den zur?ckgebliebenen Kollegen Bericht. Ersch?ttert vernahmen diese die Nachricht vom Tod ihres Kollegen Alan Jacobs.

22.10.1981, Besuchszeit

Sindy hatte sich in den letzten Tagen viele Gedanken ?ber ihr Leben gemacht. F?r eine Familie hatte sie die Highway Patrol aufgegeben. Ihr Mann war seit einigen Jahren tot, die Kinder in der Schule. Sindy ?berdachte ihre Entscheidung. Sie erinnerte sich an vergangene Tage, als sie noch Streife gefahren war. Der Kontakt zu den Kollegen war nie ganz abgerissen, jedoch gab es einen, der ihr besonders ans Herz gewachsen war. ?Nur ein Wort von ihm und ich w?re geblieben?, ?berlegte sie. Sindy beschloss Jon und Bear im Krankenhaus zu besuchen. Zu Jon liess man sie sofort durch, Bear durfte keinen Besuch empfangen. Dort traf sie auf Ponch und Joe Getraer. Jon bat sie dazu. ?Wie geht es Dir?? Wollte Sindy wissen. ?Sie haben mich nicht misshandelt, wie die anderen beiden, dennoch f?hle ich mich so schuldig, als ob ich selbst abgedr?ckt h?tte?, Jon standen die Tr?nen in den Augen.

24.10.1981, 20 Uhr

Jeden Tag nach der Arbeit fuhr Ponch zu Jon ins Krankenhaus, erz?hlte ihm alle Neuigkeiten aus der Zentrale und ?berbrachte die Genesungsw?nsche von Kollegen, die nicht zu Besuch kommen durften. ?Wie geht es Bear?? Wollte Ponch wissen. ?Er hat viel abbekommen, Ponch. Sie haben ihn nicht nur mit dem Baseballschl?ger verpr?gelt. Mir wird schlecht, wenn ich an diese Situation zur?ckdenke. Alan und Bear waren so tapfer?, Jon brach ab. Ponch hielt es f?r besser nicht weiter auf das Thema einzugehen. ?Ich hoffe, wir d?rfen bald mal zu ihm?, meinte er. Jon sah ihn an, er verschwieg, dass er schon bei Bear gewesen war. Es waren nicht nur die k?rperlichen Verletzungen, die ihn so mitnahmen. Er erinnerte sich daran, wie Baricza ihn angesehen hatte. Bear schien durch ihn hindurch geschaut zu haben, auf Worte und Gesten reagierte er kaum. Die Schwester hatte Jon schnell wieder hinaus geschickt und gesagt: ?Kopf hoch, das wird schon wieder.? Jon konnte diesen Satz nicht mehr h?ren. Es w?rde nicht wieder werden, nie mehr. Den Leuten schien in ihrer Hilflosigkeit nichts Anderes einzufallen. Doch dar?ber sprach er mit Ponch nicht. Er hatte mit Pete und Vera Baricza, Bears Eltern, gesprochen. Diese waren sehr besorgt aber sie waren vollkommen hilflos angesichts der Geschehnisse.

25.10.1981

An diesem Tag wurde Alan Jacobs beigesetzt. Wer von den Kollegen nicht arbeiten musste, der kam zum Friedhof. Jon wurde von Ponch f?r die Dauer der Beerdigung aus dem Krankenhaus geholt. Der Pfarrer fand kaum Worte, er beschr?nkte sich am Ende auf eine kurze Beschreibung des Lebenslaufs von Alan. Alan wurde mit allen Ehren beigesetzt. Auf einen Leichenschmaus wurde aus R?cksicht auf die Umst?nde des Todes verzichtet. Still ging die Trauergesellschaft auseinander.

Sp?ter brachte Ponch Jon zur?ck ins Krankenhaus. Eine Krankenschwester nahm Jon zur Seite und sagte ihm, Barry sei nun auf die normale Station verlegt worden und w?nschte ihn zu sehen. Ponch begleitete seinen Partner ins Krankenzimmer. Man hatte ihm ein Einzelzimmer gegeben, da er noch viel Ruhe brauchte. Jon klopfte und trat dann zusammen mit Ponch ein. Das Zimmer war abgedunkelt, und Bear lag in seinem Bett mit dem Gesicht zur Wand.

?Hey, Bear, da sind wir. Geht es Dir schon besser?? Ponch versuchte heiter zu wirken, das gelang ihm allerdings nicht wirklich gut. Bear drehte sich um. ?Hallo, sch?n euch zu sehen?, sagte er leise.

?Jon, niemand will mir sagen, wie es Alan geht, ich bekomme nur ausweichende Antworten von den ?rzten und Schwestern. Was ist mit ihm?? Jon sah Ponch ratlos an, man hatte Bear noch nicht gesagt, dass Alan gestorben und sogar schon beerdigt worden war. ?Seid ehrlich, bitte?, flehend sah Barry seine Kollegen an. Jon hielt es nicht l?nger aus und verliess wortlos den Raum. Doch Ponch fasste sich ein Herz und sagte Bear die Wahrheit. ?Danke, Ponch, bitte geh jetzt.? Bear sah ihn ausdruckslos an. Er schien es schon geahnt zu haben. Ponch versuchte ihn zu tr?sten. ?Kopf hoch, Bear??.

?Ponch, verschonst Du mich bitte mit solchen Phrasen, was soll schon wieder gut werden? Wir reden hier nicht von einem gebrochenen Bein, bitte geh jetzt und lass mich.? Damit schickte Baricza Poncherello hinaus.

Dieser beschloss noch einige Minuten bei Jon vorbeizuschauen, doch hatte dieser sich zum Schlafen hingelegt. Ponch verliess das Krankenhaus mit einem unguten Gef?hl.

Nach der Beerdigung ging Sindy mit ihren Kindern nach Hause. ?Mama, wer war der Mann, der heute beerdigt wurde?? Wollte ihr kleiner Sohn wissen. Sindy, strich ihm ?ber den Kopf. ?Sam, ich kannte ihn schon sehr lange, fr?her sind wir zusammen auf Streife gegangen. Vor etwa 8 Jahren war er gezwungen im Dienst einen Menschen zu erschiessen. Danach war er nie wieder derselbe.? ?Mum, seine Familie ist bestimmt genauso traurig, wie wir bei Daddy?s Tod?, f?gte die kleine Antonia hinzu. Sindy wurde nachdenklich. Alans Frau hatte sich scheiden lassen, nachdem die Depressionen ihres Mannes auch Jahre nach dem Vorfall nicht nachgelassen hatten. Sie hatte wieder geheiratet und war in einen anderen Staat gezogen. ?Toni, seine Familie war die Highway Patrol. Wir waren seine Familie?, antwortete Sindy. Doch sie fragte sich nach wie vor, was geschehen w?re, h?tte sie damals ihre ?Familie? nicht verlassen. ?Nur ein Wort von ihm und ich w?re nicht gegangen.? Immer wieder schoss ihr dieser Gedanke durch den Kopf. Sie beschloss ihre Kollegen morgen im Krankenhaus zu besuchen.

Joe Getraer, Fritz und Grossie hatten sich nach der Beerdigung in einem Cafe getroffen. Nun sassen sie da und fanden keine Worte, zwei Stunden lang. Danach kehrte Fritz wieder nach Pasadena zur?ck. Auch Grossie und der Sergeant verabschiedeten sich bald nach Hause.

26.10.1981

Nachdem Sindy ihre Kinder in die Schule geschickt hatte, beschloss sie Jon und Bear noch vor der Arbeit zu besuchen. Im Krankenhaus wies man ihr freundlich den Weg. Zuerst klopfte sie an Jon?s T?r. ?Hallo, wie geht es Dir?, wollte sie wissen. Jon freute sich sichtlich Sindy zu sehen. Sie umarmte Jon und ?bergab ihm den mitgebrachten Blumenstrauss. ?Jon, wann kommst Du hier raus?? Wollte sie wissen. ?Ich werde in zwei Tagen entlassen?, erwiderte Jon. ?In einer Woche nehme ich den Dienst wieder auf, man hat mir psychologische Beratungen verschrieben, die Termine lege ich aber auf die Zeit in der ich nicht arbeiten muss.? Sindy ber?hrte ihn an der Schulter. ?Jon, kann ich Bear sehen? Man sagte mir, er w?re noch zu krank um Besucher ausserhalb der Famile zu empfangen.? Jon sah sie freundlich an. ?Ich glaube, Du z?hlst genauso als Familienmitglied wie Ponch und ich, das werde ich der Schwester sagen.? Er stand auf und ging hinaus. Ein wenig sp?ter f?hrte die Schwester Sindy in Bears Krankenzimmer.

Er schien zu schlafen. Sindy setzte sich neben sein Bett auf einen Stuhl und wartete. ?Wei?t Du, Bear, vieles h?tte anders kommen k?nnen, w?rst Du nicht so verdammt stolz gewesen?, Sindy hatte nicht bemerkt, dass sie laut gesprochen hatte. ?Was willst Du hier? Ich habe nicht um Deinen Besuch gebeten?, kam es schroff zur?ck. Sindy blickte ?berrascht auf. ?Ich habe nur laut gedacht?, sagte sie leise und ber?hrte ihn an der Hand. Barry zog diese rasch weg und sah sie fast feindselig an. ?Ich m?chte, dass Du wieder gehst, ich will Dich hier nicht haben und auch sonst keinen. Lasst mich einfach in Ruhe.? Damit wandte er sich um und beachtete Sindy nicht mehr. Entt?uscht verliess sie das Krankenhaus.

05.12.1981

Jon und Bear hatten beide ihren Dienst wieder aufgenommen, nach aussen hin war alles normal. Bears Verletzungen waren teilweise noch nicht abgeheilt, doch die Versicherung bezahlte die Rehamassnahmen nicht mehr. Er brauchte noch Gehst?tzen, darum hatte Sgt. Getraer ihn in den Innendienst geschickt. Dort kam er gut zurecht, doch zu seinen Kollegen hielt er Abstand. Niemand wagte es noch sich ihm freundschaftlich zu n?hern, er gab keinem mehr die Hand und wich Ber?hrungen aus, als seien es Schl?ge.

Auch Jon war stiller geworden, dennoch versah er seinen Dienst wie in fr?heren Zeiten. Ponch fand, er war fast be?ngstigend gelassen und beherrscht.

?Hey, Jon, schau mal, der f?hrt ja wie ein Verr?ckter?, Ponch deutete auf einen blauen Van, der mit ?berh?hter Geschwindigkeit an ihnen vorbeifuhr. ?Dann bremsen wir ihn doch mal?, gab Jon zur?ck. Sie winkten den Van an die Seite. ?F?hrerschein und Zulassung bitte?, sagte Ponch. Am Steuer des Wagens sass ein gestresster Familienvater mit zwei Teenagern auf dem R?cksitz. ?Meine Brieftasche ist in meiner Aktentasche im Kofferraum, Sir. Gestatten Sie, dass ich nachschaue?, bat er. Ponch nickte und liess ihn aussteigen. Der Mann begann im Kofferraum zu w?hlen.

?H?nde hoch und hinknien!? Schrie Jon den Mann pl?tzlich an. Er st?rzte auf ihn zu, warf ihn zu Boden und legte ihm Handschellen an. Doch dabei blieb es nicht. Jon begann den v?llig ?berraschten Familienvater mit den F?usten zu traktieren. ?Hey, Partner, was ist mit Dir los?? Ponch ging dazwischen und zog Jon von seinem Opfer weg. ?Ponch, er hat einen blutigen Baseballschl?ger, diese Ratte hat einen blutigen Baseballschl?ger dabei!? Jon war ausser sich. Ponch beschloss nachzuschauen. ?Jon, dieser Baseballschl?ger hat lediglich eine rote Spitze und die besteht aus ganz normaler handels?blicher Farbe, was ist bloss los mit Dir? Geh zur Seite, ich k?mmere mich darum.? Baker zitterte am ganzen K?rper, doch er gehorchte Ponch widerspruchslos. Frank nahm dem Fahrer die Handschellen ab und versuchte die Situation zu erkl?ren. Da die Entf?hrung der drei Officer auch ein Grossereignis in den Zeitungen gewesen war und er entsprechend informiert, verzichtete der Mann auf eine Beschwerde. Angesichts dessen, liess Ponch ihn ohne Anzeige weiterfahren. Danach rief er einen Streifenwagen f?r Jon und einen Abschleppwagen f?r dessen Motorrad. ?Du f?hrst mir keinen Meter mehr?, bestimmte er. Alleine fuhr er zur Zentrale zur?ck, dort angekommen bat der Sergeant ihn ins B?ro. Zu seiner ?berraschung war Joe Getraer nicht alleine, eine verheulte Sindy sass auf einem Stuhl vor seinem Schreibtisch. ?Frank, schliessen Sie die T?r und nehmen Sie Platz?, wies Getraer ihn an. ?Heute ist ein merkw?rdiger Tag, ich habe gleich zwei meiner ehemals besten Officer zum Psychologen schicken m?ssen?, begann er. ?Wie Du auch?? Ponch sprach Sindy an. Diese sch?ttelte nur stumm den Kopf und schniefte in ihr Taschentuch. ?Officer Turner hat Jon pers?nlich im Krankenhaus abgeliefert und kurz davor auch Officer Baricza?, fuhr Getraer fort. ?Bear auch? Was ist passiert?? Ponch konnte es nicht fassen. ?Cahill, erz?hlen Sie?, befahl der Sergeant. Sindy schniefte noch einmal, dann begann sie: ?Ich habe versucht mit Bear zu reden und ihn deswegen in ein leeres B?ro gebeten. Dort wollte ich ihn auf seine abweisende Haltung uns gegen?ber aufmerksam machen. Er wollte nicht zuh?ren und gehen, da habe ich mich vor die T?r gestellt und abgeschlossen. Bear ist w?tend geworden und hat mich angebr?llt, ich solle ihn bloss in Ruhe lassen, was mir denn einfallen w?rde ihn zu kritisieren. Er stiess mich zu Boden und ist rausgest?rmt.? Sindy schwieg einen Moment, dann fuhr sie fort: ?Joe hat den Krach geh?rt und Bear sofort ins B?ro gerufen, Turner hat mir aufgeholfen und mich dann ebenfalls beim Sarge abgeliefert.? Ponch sass wie gel?hmt auf seinem Stuhl, er konnte es nicht glauben. Ein paar Minuten sagte niemand etwas, dann wandte Ponch sich an Sindy. ?Cahill, ich weiss, Du und Bear habt einige unausgesprochene Dinge zwischen Euch, allerdings glaube ich Dir nicht, dass Du die ganze Geschichte erz?hlt hast, was war denn noch?? Sindy wurde rot, dann sagte sie leise: ?Ich habe ihn an der Schulter festhalten wollen, daraufhin ist er so ausgetickt.? ?Officer Baricza scheint ein grosses Problem mit Ber?hrungen und N?he zu anderen Menschen zu haben, hier im Innendienst ist das nicht weiter schlimm. Sollte er jedoch wieder auf Streife gehen, ist dieses Verhalten nicht zu dulden, darum habe ich ihn und nun auch Jon eine Woche suspendiert und zum Psychologen geschickt?, beendete Joe das Meeting.

08.12.1981

Stumm und mit ausdruckslosem Blick musterte Bear den Psychologen, der ihm gegen?ber sass. Es war die dritte Sitzung seit dem Vorfall mit Sindy. ?Officer Baricza, wollen Sie nicht doch mit mir reden?? Versuchte der Psychologe es erneut. Bear starrte ihn nur an, als die Zeit vorbei war, erhob er sich und verliess grusslos den Raum. Den auf der Wartebank sitzenden Jon w?rdigte Bear keines Blickes.

?Der n?chste bitte?, Jon ging ins nahm auf einem Stuhl Platz. ?Officer Baker, wie geht es ihnen?? Wollte Mr. Price, so hiess der Psychologe, wissen. ?Danke, mir geht es gut, solange Sie mir keine blutigen Baseballschl?ger unter die Nase halten?, Jon versuchte witzig zu sein, doch Price h?rte die Bitterkeit aus seinen Worten deutlich heraus. ?Es macht mich so w?tend, Sir, ich k?nnte einfach so drauf los schlagen.? ?Warum?? Diese einfache Frage brach den Panzer auf, den Jon um sich gebaut hatte. ?Ich bin schuld am Tod des jungen Mannes und meines Kollegen, wenn ich nur richtig reagiert h?tte, k?nnten beide noch leben?, brach es aus Jon hervor. ?Warum glauben Sie, Sie h?tten etwas ?ndern k?nnen?? Price lehnte sich interessiert vor. ?Ich bin kein Anf?nger, dass war ich schon damals nicht, ich h?tte mich um den Fahrer k?mmern und meinem Kollegen die Verhaftungen ?berlassen sollen. Ich war erfahren genug um vorauszuahnen, was passieren k?nnte.? ?Wie es aussieht, war Officer Jacobs dienst?lter und wenigstens genauso erfahren sie Sie, was h?tten Sie ?ndern k?nnen? ?Es ist ja nicht nur einmal passiert?, stiess Jon hervor. ?Ich habe tatenlos mit angesehen, wie die Hendriks meine Kollegen, nein, meine Freunde, aufs Grausamste misshandelt und schliesslich get?tet haben. Wenn ich es selbst getan h?tte, w?rde es auch keinen Unterschied machen? Der Psychologe merkte, dass Jon langsam zum Kern seines Problems kam. Er griff zum Telefon und bat seine Sekret?rin alle weiteren Termine dieses Tages um einige Stunden zu verschieben oder neu anzusetzen. Dann wandte er sich wieder Jon zu. ?Sie haben Schuldgef?hle, weil Sie beide Male ohne sichtbare Blessuren davon gekommen sind?, sagte er dem Officer auf den Kopf zu. Aufgeregt ging Jon im B?ro auf und ab. ?Ich h?tte aufpassen sollen, ich h?tte es nicht zulassen sollen, dass diese Irren meine Freunde umbringen.? ?Sie haben noch einen Freund?, erinnerte Price Jon. ?Bear ist innerlich tot, er l?sst niemanden an sich ran und wird aggressiv, sobald er in eine Situation ger?t, die nicht ?berschaubar ist! Schrie Jon. ?Baker, haben Sie mit ihrem Kollegen nach diesen Geschehnissen gesprochen?? ?Nat?rlich, aber er ist wie ein Eisklotz?, erwiderte Jon traurig. ?Lassen Sie nicht locker?, riet der Dr. Price ihm. ?Aber jetzt k?mmern wir uns um ihr Problem.? 2 Stunden sp?ter verliess Jon das Krankenhaus. Das erste Mal nach den Geschehnissen f?hlte er etwas Hoffnung.

?Das wird schon wieder, irgendwann?, ?berlegte er.

09.12.1981

Bear ?ffnete seine Post, darin befand sich ein Brief von Jon:

Hi, Baricza,

ich hoffe es geht Dir wieder so gut, dass Du am Montag wieder arbeiten kannst. Ich wei?, dass Du Deine Ruhe haben willst, aber wenn Du mal reden willst, komm zu mir, egal wann. Wir brauchen einander in dieser Zeit. Kopf hoch, Bear, das wird schon wieder werden. Du musst nur anfangen, Dich damit auseinanderzusetzen.

Gruss

Jon

Nachdenklich sah Bear auf die Zeilen, die Jon geschrieben hatte und er begann sein Verhalten und dessen Ursachen ernsthaft zu ?berdenken ? das erste Mal seit der Entf?hrung. Bear beschloss sich bei Sindy und seinen anderen Kollegen zu entschuldigen. Er griff zu Papier und Kugelschreiber und begann jedem, den er vor den Kopf gestossen hatte, zu schreiben. Sindys Brief wurde etwas l?nger als die anderen.

Jon war am Morgen mit guter Laune aufgewacht, er nahm seinen Termin bei Dr. Price wahr, danach beschloss er mit Old Grey auszureiten. W?hrend seines Ausrittes begann er ?ber ein Leben ohne Highway Patrol nachzudenken. Sein Vater hatte schon ?fters geschrieben, dass er die Farm alleine nicht mehr bewirtschaften k?nne. ?Vielleicht ist es Zeit f?r mich zu gehen?, ?berlegte er im Stillen. Als Jon nach Hause kam, sass Bear auf den Stufen, die zu seinem Apartment f?hrten. ?Du hast recht, lass uns reden?, sagte Bear. Jon bat ihn herein.

Bear verliess das Apartment erst im Morgengrauen. Er sah schon die ersten Sonnenstrahlen im Osten. ?Sch?n?, dachte er. ?Vielleicht wird es ja doch wieder gut irgendwann. Bear l?chelte ? das erste Mal seit langer Zeit.

13.12.1981

Sindy hatte einen Brief von Bear bekommen, der sie ?berraschte. Er hatte sich entschuldigt, nicht nur f?r den Vorfall in der vergangenen Woche sondern auch f?r sein Schweigen vor ca. 7 Jahren. Froh sah sie dem Arbeitsbeginn entgegen, sie wollte sich mit Bear aussprechen, dass hatte er in seinem Brief auch vorgeschlagen. Die Stunden wollten nicht vergehen, doch dann war endlich Feierabend.

?Sarge?? Bear klopfte an die B?rot?r Getraers. ?Was gibt es, Baricza?? wollte Joe wissen. ?Sir, ich m?chte zur?ck in den Streifendienst, sobald ich wieder vollkommen gesund bin?, bat Bear. ?Baricza, bei Ihnen geht es nicht nur um die k?rperliche Gesundheit. So, wie Sie sich die letzten Monate betragen haben, kann ich Sie nicht guten Gewissens auf die Leute loslassen?, Getraer blickte ihn ernst an. ?Das verstehe ich, Sir. Ich arbeite an meinen Problemen, bei den Kollegen habe ich mich entschuldigt und mit Jon ausgesprochen. Es geht mir langsam besser, Sir?, erwiderte Bear. Getraer war unentschlossen. ?Gut, wenn Sie das ok von Ihrem Psychologen bekommen und von Ihrem Arzt bedenkenlos gesundgeschrieben werden, k?nnen wir noch einmal dar?ber reden, aber rechnen Sie mit einer Probezeit?, bot Joe an. Damit erkl?rte Baricza sich einverstanden.

Auf dem Flur begegnete er Sindy. ?K?nnen wir reden?? Sindy nickte, sie suchten sich ein leeres B?ro. Bear schloss die T?r und begann zu erz?hlen: ?In der Zeit unserer Entf?hrung ist viel passiert?...... Sindy h?rte ihm lange Zeit geduldig zu. Nach etwa 2 Stunden h?rte Baricza auf zu erz?hlen. Unsicher sah er Sindy an, wie w?rde sie reagieren?

Sindy nahm seine Hand und lehnte ihren Kopf an seine Schulter. Nach einem kurzen Augenblick der Abwehr und der alten Angst liess Bear sich die Ber?hrung gefallen und erwiderte ihren H?ndedruck. Sindy l?chelte leise in sich hinein. Vielleicht gab es doch noch eine Chance?

Auf der anderen Seite des Flures schloss Joe Getraer leise seine B?rot?r, was er durch die verglaste T?r gegen?ber gesehen hatte, freute ihn. ?Das ist ein Anfang?, dachte er bei sich.

Was noch geschah:

Sue und Cole Hendriks wurden wegen vors?tzlichen Mordes, Entf?hrung und schwersten Misshandlungen zu zweimal lebensl?nglich, ohne M?glichkeit der Begnadigung verurteilt. Sue entging der Todesstrafe nur knapp.

Sarah Barker hatte mit Kyle einen Therapeuten aufgesucht. Kyle schrieb einen Brief an Jon und Bear, in dem er sich aufrichtig f?r sein Wegschauen entschuldigte. Jon und Bear nahmen die Entschuldigung an.

Ponch fiel es sehr schwer, Jons Entscheidung seinen Beruf aufzugeben, hinzunehmen.

Sindy lud Bear zu Weihnachten mit ihrer Familie ein, dieser nahm diese Einladung gerne an. Bear wurde kurz danach in eine andere Dienststelle versetzt und kehrte im n?chsten M?rz in den aktiven Dienst zur?ck.